1. Cloud in Eigenregie I: Vorbemerkungen
  2. Cloud in Eigenregie II: Basis für Nextcloud wählen
  3. Cloud in Eigenregie III: Nextcloud einrichten
  4. Cloud in Eigenregie IV: Dateien über die Cloud verwalten
  5. Cloud in Eigenregie V: Integration in GNOME
  6. Cloud in Eigenregie VI: Kontakte synchronisieren
  7. Cloud in Eigenregie VII: Kalender und Aufgaben verwalten
  8. Cloud in Eigenregie VIII: RSS Feeds lesen und synchronisieren
  9. Cloud in Eigenregie IX: Baustelle Podcasts
  10. Cloud in Eigenregie X: Notizen
  11. Cloud in Eigenregie XI: Gedanken zu E-Mails
  12. Cloud in Eigenregie XII: Messenger Nachrichten
  13. Cloud in Eigenregie XIII: Passwörter synchronisieren
  14. Cloud in Eigenregie XIV: Browserverlauf und Favoriten synchronisieren
  15. Cloud in Eigenregie XV: Zusammenfassung

Telefon und SMS sind nur noch ein Kommunikationsmittel unter vielen. Die Messenger-Vielfalt hat zur parallelen Nutzung zahlloser Dienste geführt, die wir unter verschiedenen Endgeräten nutzen. Die Inhalte der einzelnen Kommunikationsstränge gleichzeitig auf allen Geräten verfügbar zu haben ist aber nach wie vor eine Herausforderung.

Linux bietet in einer vernetzten Welt keinen Komfort – wohl aber verschiedene Werkzeuge um einen hohen Grad an Vernetzung zu erreichen. In der Serie „Cloud unter Kontrolle“ wird genau diese Vernetzung Thema sein. Das Ziel ist eine Lösung, die in etwa dem umfassenden Angebot entspricht, wie es Apple mit den iCloud-Diensten oder Google mit seinen Lösungen bietet. Allerdings unter Kontrolle des Nutzers.

Apple hat vergangenes Jahr hierfür den iCloud-Sync für iMessages und SMS eingeführt (siehe auch: iMessage – Sichere Kommunikation mit Schwachstellen). Alle Nachrichten werden auf alle Geräte verteilt und lassen sich von dort aus schreiben. Dadurch kann man am Desktop auch mal eine SMS schreiben, die dann über das iPhone verschickt wird. Die Speicherung in der iCloud erfolgt ähnlich wie beim Schlüsselund Ende-zu-Ende verschlüsselt. Vorausgesetzt man vertraut der Apple-Implementierung, da diese natürlich nicht transparent einsehbar ist.

Für Linux ist das ganze Thema deutlich schwieriger. Erstens fehlt der eine präferierte Messenger mit direktem Systembezug, wie iMessage bei Apple. Zweitens mangelt es an kohärenten Synchronisationslösungen für die meisten Messenger.

Populäre Lösungen wie WhatsApp, Signal, Threema & Co bieten für den Desktop lediglich Webclients an. Dadurch kann man zwar am Desktop Nachrichten lesen und schreiben, aber es gibt keine Integration in das System. Die so genanten Desktop-Apps sind meist Electron-basierte Webapps und setzten eine direkte Verbindung mit dem Smartphone voraus. Dies ist bei Apples iMessage-Lösung beispielsweise nicht der Fall. Die einzige Ausnahme bildet hier Telegram. Die Desktop App von Telegram beherrscht aber keine verschlüsselten Nachrichten, da diese sich nicht über die Cloud synchronisieren lassen. Bei allen Diensten ist eine Synchronisation über eine eigene Cloud-Instanz wie z. B. die Nextcloud nicht möglich.

Kaum besser sieht es hier im Bereich der SMS Synchronisation aus. Hier gibt es lediglich eine experimentelle App für die Nextcloud mit Anbindung an Android. Dadurch ist zumindest Lesezugriff auf die Nachrichten vom Desktop aus möglich, zum Verfassen einer Nachricht benötigt man aber wieder das Smartphone.

Eine Lösung ist der Verzicht auf eine Cloud-Zwischeninstanz. Das famose KDEConnect bietet seit einiger Zeit die Möglichkeit SMS Nachrichten vom Desktop aus zu verschicken – sofern Smartphone und Desktop sich im gleichen WLAN befinden. KDEConnect ist sowieso ein fast schon unverichtbares Hilfsmittel und Android-Smartphones mit Linux zu verbinden.

Insgesamt ist die Situation bei den Messenger sehr unbefriedigend. Allerdings gilt dies für eigentlich alle Betriebssysteme, abgesehen von Apples Ökosystem. Eine Synchronisation über ein eigene Cloud-Instanz ist unmöglich. Die meisten Lösungen bieten lediglich WebApps mit direkter Smartphone-Verbindung. Oder habe ich hier etwas übersehen? Ergänzungen daher bitte gerne unter diesen Artikel.


Einleitungs- und Beitragsbild von Mudassar Iqbal via pixabay

Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

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