Datenschutz im digitalen Alltag

Damit Privates privat bleibt

Symbolbild "Smartphone Tracking"

Android ohne Google VI: Tracking systemweit unterbinden mit Blokada

In der modernen App Welt sind Browser nicht mehr die einzigen Tor zum Netz. Tracking- und Werbeblocker als Browseraddons bieten daher keinen allumfassenden Schutz. Abhilfe schaffen Lösungen wie Blokada.


Dieser Artikel ist Teil einer Serie:


Die App ist Open Source und die Installation erfolgt aus dem Repo von F-Droid, da im Play Store lediglich eine funktional beschränkte Slim-Version enthalten ist. Der Grund dafür laut Blokada Webseite:

Please note: The full-featured version, due to Google's business model, isn't allowed on Google Play. Hence, the version available on Play Store only allows changing the DNS service.

Das verwundert nicht, da Google letztlich nur ein großer Werbe-Konzern ist (siehe auch: Google vs. Werbeblocker - Was Monopolisten halt so machen) und die App Werbung systemweit blockiert.

Die Funktionweise ähnelt vergleichbaren Programmen wie z. B. AdGuard (siehe: Systemweites Tracking auf dem iPhone blockieren). Die Apps simulieren eine VPN-Verbindung auf Systemebene. Dabei wird aber gar kein Traffic über einen VPN-Tunnel geleitet, sondern diese Funktion dient der App um den Traffic des Geräts zu filtern und unerwünschte Ziele zu blockieren. Fragt also eine App per In-App Werbung oder Tracking eine URL an wird die dazu notwendige DNS-Abfrage in den virtuellen VPN-Tunnel von Blokada geschleust und dort über die integrierten Filterlisten blockiert.

Nach der Installation fragt Blokada sofort ob es den VPN-Tunnel einrichten darf. Diesem muss man zustimmen, da ansonsten keine Funktionalität gegeben ist.

Direkt nach der Installation ist Blokada deaktiviert und muss vom Benutzer konfiguriert werden. Das graue Symbol zeigt dies an, kann aber leicht übersehen werden.

Genau wie AdGuard für das iPhone bietet Blokada im Prinzip zwei Funktionalitäten in einer App. Einerseits liefert man einen herkömmlichen Inhaltsblocker für Werbung auf Basis von Filterlisten aus, andererseits erweiterte Funktionen wie individuelle DNS-Server.

Unter DNS lassen sich individuelle DNS-Server eintragen oder vorkonfiguierte Server aus einer langen Liste wählen. Einige dieser DNS-Server blocken auf DNS-Ebene bereits Werbung (ähnlich eines Pi-Hole), andere versprechen nicht zu protokollieren oder nicht zu zensieren. Die Meinungen zu solchen Angeboten gehen stark auseinander. Manche präferieren solche DNS-Server, andere sind der Ansicht, Blocking-Funktionen haben dort nichts zu suchen. Die Anforderungen unterscheiden sich hier sicherlich stark, abhängig vom Nutzungsszenario und Aufenthaltsort.

Unter Werbeblocker lässt sich der herkömmliche Werbeblocker einrichten. Hier hat man verschiedene Filterlisten zur Auswahl und kann in den Einstellungen zusätzlich noch Faktoren wie den Synchronisationsintervall festlegen oder ob der Abgleich ausschließlich über WLAN erfolgen soll. Zusätzlich kann man auch individuelle Listen hinzufügen, wenn man spezielle Blockierwünsche hat.

Je nach Gerät und Energiespareinstellungen kann es sein, dass Blokada vom System beendet wird. Hierfür gibt es die Option Aktiv halten in den Appeinstellungen.

Läuft Blokada und hat bereits einige Verbindungen blockiert wird das auf der Startseite visuell dargestellt.

Im Host-Log kann man nachsehen welche Verbindungen blockiert wurden und ggf. nachjustieren.

Obwohl Blokada hervorragend funktioniert und die gewünschte Funktionalität bietet gibt es ein zentrales Problem. Die App benötigt zur Funktion eine dauerhaft aufrecht gehaltene VPN-Verbindung und verhindert dadurch strukturell bedingt weitere VPN-Verbindungen. Das kann zum Problem werden wenn man beispielsweise in offenen WLAN Netzen unterwegs ist oder berufsbedingt eine VPN-Verbindung benötigt.


Bilder:
Einleitungs- und Beitragsbild von mohamed_hassan via pixabay

"

Tags: Open Source, Datenschutz, Android, Tracker, Tracking, Werbung, Google, Werbeblocker, DNS

Ergänzungen zum Artikel

Weitere Informationen können den Nutzungsbedingungen entnommen werden.

5000 Buchstaben übrig


  • Betriebssystem wählen

    Das Betriebssystem mit dem Desktoprechner, Notebooks und Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets betrieben werden, dient einerseits als Grundlage jeder weiteren Weiterlesen
  • Daten verschlüsseln

    Verschlüsselung von Daten ist eine der wichtigen Erstmaßnahmen um Datenabfluss zu vermeiden. Externe Festplatten oder Speichermedien kann man verlieren, Notebooks Weiterlesen
  • Kommunikation schützen

    Im Zuge der Digitalisierung haben sich auch die Kommunikations-Kanäle vervielfältigt. Videotelefonie, Instant Messenger, sowohl für den Desktop, als auch im Weiterlesen
  • Anonymisierung

    Anonymität gehört im Zeitalter von Werbetracking und Bestandsdatenabfragen der Vergangenheit an. Mit einigen speziellen Programmen wie TOR oder spezialisierten Systemen Weiterlesen
  • 1

Über [Mer]Curius

Immer größere Teile unseres Lebens haben sich in den vergangenen Jahren digitalisiert. Es gibt heute unzählige Dienste und jeder Mensch hinterlässt permanent Spuren. Die Datensätze, die hier entstehen wecken viele Begehrlichkeiten. Es besteht aber auch die Möglichkeit durch gezielte Maßnahmen die eigene Datenspur zu minimieren und Daten effektiv und sicher zu schützen. Damit entgeht man zwar nicht jeder Überwachungsmaßnahme, erlangt aber zumindest teilweise die Kontrolle über die eigenen Daten zurück.

→ Mehr über [Mer]Curius