1. Android ohne Google I: Vorüberlegungen
  2. Android ohne Google II: Custom Recovery (TWRP) aufspielen
  3. Android ohne Google III: Custom Rom (LineageOS) aufspielen
  4. Android ohne Google IV: Freie Apps von F-Droid
  5. Android ohne Google V: Smartphone rooten
  6. Android ohne Google VI: Tracking systemweit unterbinden mit Blokada
  7. Android ohne Google VII: Apps isolieren mit Shelter
  8. Android ohne Google VIII – Empfehlenswerte Apps
  9. Android ohne Google IX – Mehr Kontrolle mit NetGuard

Android beherrscht den Smartphone-Bereich. Ausgelieferte Geräte sind aber fest mit zahlreichen Google-Diensten und weiteren proprietären Hersteller-Apps verbunden. Das Basissystem von Android ist allerdings Open Source und wird im so genannten Android Open Source Project (AOSP) zur Verfügung gestellt. Dieses besitzt aber keinen App Store, weshalb die Einbindung von F-Droid unumgänglich ist.

Das zentrale Element eines Smartphones ist eigentlich der App Store. Ohne diesen ist das Gerät eigentlich nur ein per Touchgesten bedienbares Featurephone. Genau aus diesem Grund hat Google seinen eigenen Store aus dem freien System ausgenommen und bündelt die Lizenzierung an Bedingungen. Hierüber verhindern sie konkurrierende Android-Ökosysteme anderer Hersteller, was zuletzt auch die EU-Kommission auf den Plan gerufen hat (siehe: Kommentar: Strafe gegen Google – Chancen für freiere Systeme).

Es gibt einige alternative App Stores für Linux. Unter dem Gesichtspunkt eines vertrauenswürdigen Systems bleibt aber eigentlich nur F-Droid. Dabei handelt es sich um einen Katalog freier Software für Android, der durch eine App mit den gleichen Funktionen wie ein normaler Store ausgeliefert wird. Das bedeutet über die F-Droid App lassen sich Apps installieren und aktualisieren, sowie neue Apps suchen.

F-Droid funktioniert dabei ähnlich wie viele Linux Distributionen. Die Entwickler der Apps stellen ihre Programme (in der Regel) nicht selbst in der den Store, sondern Maintainer sind für die Apps verantwortlich. Das bringt leider auch alle Nachteile mit sich, die man von Linux kennt. Insbesondere verzögerte Updates können bei manchen Paketen ein echtes Problem sein.

F-Droid ist ebenso wie der Play Store zudem das zentrale Verwaltungselement. Schwachstellen in der F-Droid-App selbst oder nicht erkannte Schwachstellen in den ausgelieferten Apps sind eine direkte Bedrohung für den Anwender.

Installation von F-Droid

Die Installation erfolgt direkt über den Browser von LineageOS. Dieser muss dazu kurzzeitig das Recht bekommen ungeprüft Apps zu installieren. Via Apps & Benachrichtigungen -> Erweitert -> Spezieller App-Zugriff kann man über die Schaltfläche Unbek. Apps installieren dem Browser als Quelle vertrauen.

Anschließend lädt man via F-Droid die APK Datei herunter und installiert diese.

Nun nimmt man dem Browser unbedingt und sofort wieder das Recht Apps zu installieren. Nach der Installation von F-Droid sollte nur der F-Droid Store selbst das Recht dazu haben.

Benutzung von F-Droid

F-Droid verhält sich wie ein normaler App Store, vergleichbar mit Google Play oder dem iOS App Store. Man kann Apps suchen, installieren und aktualisieren. Nach dem ersten Start richtet man via Optionen -> Paketquellen die verfügbaren Quellen ein.

Zusätzlich kann man festlegen ob lediglich WLAN genutzt oder auch der Mobilfunk-Traffic in Anspruch genommen werden darf. Hinzu kommen die Möglichkeit den Aktualisierungs-Intervall festzulegen, Benachrichtigungen zu erlauben und speziellere Funktionen wie den Download via Tor/Orbot. Die Standardeinstellungen sind hier bereits recht gut gewählt.

Wer bisher bereits viel mit freien Apps gearbeitet hat wird relativ schnell fündig werden. Die mitgelieferten Apps von LineageOS bieten eine gute Basis, die man eigentlich nur Ergänzen muss.

Ein paar kleine Tipps für einige Bereiche seien hier dennoch aufgelistet:

Die Auswahl ist nicht sonderlich groß und einige wichtige Sachen fehlen. Neben den ganzen proprietären Apps sind dies z. B. auch Signal und momentan auch Tor. Hier muss man dann ggf. den Aufwand der manuellen Installation via APK-Datei auf sich nehmen.

Es gibt noch einige andere Stores, unter anderem mit der Möglichkeit quasi am offiziellen Weg vorbei sich bei Google Play zu bedienen (Yalp). Dies möchte ich hier aber nicht offiziell empfehlen, weil es rechtlich eine Grauzone ist und dem eingangs beabsichtigten Ziel ein vertrauenswürdiges System zu haben widerspricht. Wer pragmatischer in Richtung Alltagstauglichkeit gehen möchte ist mit einem iPhone vermutlich besser bedient, als mit einem Android System – gleich ob mit Google oder ohne.


Bilder:
Einleitungsbild und Beitragsbild von von 200 Degrees via pixabay

Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

2 Ergänzungen

  1. Moin Gerrit,

    vielleicht magst du diesen Artikel noch um die Möglichkeit von Repositories bei #fdroid erweitern?

    Denn es gibt beispielsweise dieses Repository:

    https://guardianproject.info/fdroid/

    Damit hast du dann auch automatisch einen aktuellen Torbrowser.

    Natürlich musst du diesem Repository vertrauen. Das musst du aber IMMER.

    Liebe Grüße

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