Google arbeitet weiter an Tracking ohne Cookies

Cookies und insbesondere Drittanbieter-Cookies sind ein Auslaufmodell. Trackingfirmen wie Google arbeiten daher mit Hochdruck an alternativen Lösungen, stoßen dabei aber auf Probleme.

Die langjährige Aufklärungsarbeit zeigt ihre Wirkung. Jeder halbwegs informierte Mensch assoziiert mit Cookies heute nichts Positives mehr und entsprechend sind Softwarelösungen, die webseitenübergreifendes Tracking erschweren oder gar zu verhindern suchen, weit verbreitet.

Tracking- und Werbefirmen mit angeschlossener Softwareabteilung wie Google arbeiten deshalb seit Längerem an alternativen Methoden, um Nutzer zu verfolgen und zielgerichtet Werbung auszuspielen. Google ist hier in einer besonders guten Position, da es nicht nur eine der größten Werbefirmen der Welt ist, sondern mit Chrome und Android auch die Endgeräte der Nutzer – sowohl was den Desktop als auch den immer wichtigeren mobilen Markt – kontrolliert.

Googles größtes Problem ist dabei nicht mal die kritische Öffentlichkeit. Hier steuert man seit einiger Zeit mit Werbekampagnen gegen und hat genug Blogger, die direkt oder indirekt die Werbetrommel rühren. Das größte Problem ist die drohende Regulierungsgefahr durch die EU und die amerikanische Regierung. Hier möchte man natürlich weitere Monopolvorwürfe vermeiden.

Der erste Anlauf Googles zu einem Technologiewechsel für das Tracking scheiterte deshalb bereits im Frühjahr. Das bedeutet deshalb natürlich nicht, dass die Idee gänzlich gestorben ist. Stattdessen arbeitet man an neuen Ansätzen wie sogenannten PPIDs über die Verlage und Werbetreibende ohne Einsatz von Thirdparty-Cookies relevante Anzeigen ausspielen können.

Google verspricht natürlich wie immer, dass das neue System völlig Datenschutz- und Privatsphäre-Konform sein wird, weil die Daten durch Bündelung anonymisiert werden. Obacht bei solchen Versprechungen, denn zahlreiche Skandale der letzten Jahre haben gezeigt, wie schwer wirkliche Anonymisierung bei großen Datensätzen ist. Es darf getrost bezweifelt werden, dass das Google-System mehr als eine oberflächliche Pseudonymisierung gewährleistet.

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