Ein erster Blick in Kubuntu 20.04 „Focal Fossa“

Am 23. April 2020 werden Ubuntu und alle offiziellen Derivate in einer neuen LTS Version mit dem Namen „Focal Fossa“ erscheinen. Traditionell einer der wichtigsten Termine im Linux-Kalenderjahr. Grund genug einen ersten Blick in Kubuntu 20.04 zu werfen.

Der Zustand von Kubuntu ist für mich immer noch sehr relevant, da es auf mehreren von mir betreuten Systemen läuft. KDE bietet mit Plasma einfach eine Oberfläche, die einen niedrigschwelligen Einstieg für Windows-Umsteiger bietet. Die KDE-Integration in Kubuntu ist seit 18.04 wieder solide (siehe: Kubuntu 18.04 LTS – Ein Ausblick) und bietet stabile Rahmenbedingungen für bis zu 3 Jahre. Die Beschränkung auf 3 Jahre erhöht aber die Relevanz jeder LTS-Version, da man anders als früher keine LTS mehr überspringen kann, sondern binnen 12 Monaten nach Veröffentlichung aktualisieren muss.

Die Kubuntu Maintainer sind schon relativ weit mit der Vorbereitung der LTS. Die aktuellen Images enthalten bereits die Entwicklungsversion von KDE Plasma 5.18, das als Desktopumgebung für den Release geplant ist. Der erfolgreiche Abstimmungsprozess zwischen Distributoren und KDE Entwicklern hat für Kubuntu die termingerechte Freigabe von neuen LTS-Versionen von KDE Plasma und den Frameworks zur Folge.

An der Oberfläche haben die Kubuntu Maintainer nur wenige Änderungen vorgenommen. Anwender profitieren daher umfänglich von den soliden Entwicklungsfortschritten bei KDE in den letzten zwei Jahren. Die Oberfläche erinnert stark an Windows 7 und 10 mit der breiten Symbolleiste unten, dem Startmenü links und dem Desktopshortcut ganz rechts.

Die enthaltene KDE Software entstammt ansonsten vor allem dem gebündelten Release vom vergangenen Dezember und ist somit auch aktuell. Kubuntu setzt weiterhin primär auf KDE-Produkte. Neu ist vor allem Elisa als Musikplayer. Ansonsten gab es kaum Änderungen in der Zusammenstellung. KDE-fremde Bestandteile bleiben auf Firefox, VLC und LibreOffice beschränkt, weil es in diesen Bereichen keinen adäquaten KDE-Ersatz gibt.

In der Paketverwaltung bietet man weiterhin Muon als klassische Oberfläche zur Paketverwaltung, zusätzlich zum KDE App Store Discover an. Auf Snaps verzichten die Kubuntu Entwickler, anders als die Maintainer anderer Derivate, vollständig in der Standardauslieferung.

Kubuntu 20.04 ist bereits zum aktuellen – noch sehr frühen – Entwicklungsstadium eine sehr solide Distribution und man kann dem kommenden April sicher optimistisch entgegen blicken.

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