openSUSE Leap

Screenshot: openSUSE Leap 42.1 mit KDE Plasma

"Leap" ist der stabile Zweig des openSUSE Projekts. Es ist eine der jüngsten Entwicklungen im Linux-Segment und wurde erst 2015 etabliert. Bis zur Version 13.2 hat die openSUSE Community in regelmäßigen Abständen von 8-12 Monaten eine Version von openSUSE veröffentlicht, die dann für ca. 18 Monate gepflegt wurde. Dieses Veröffentlichungsmodell ist den Anforderungen der Zeit zunehmend weniger gewachsen und wurde deshalb im Frühjahr 2015 aufgegeben.

Statt des herkömmlichen Release veröffentlicht die openSUSE Community nun zwei Varianten. Tumbleweed ist ist der aktuelle Zweig, der dem Rolling Release-Modell folgt und lediglich Schnappschüsse veröffentlicht. Leap ist das stabile Pendant, das im LTS-Umfeld angesiedelt ist.

Leap basiert dabei auf einem Kernbestandteil von SLE-Paketen, die mit aktuellen Paketen aus dem Tumbleweed-Zweig ergänzt werden. Diese Kombination soll eine stabile Basis bei gleichzeitig aktuellen Endanwender-Programmen ermöglichen.

OpenSUSE Leap folgt dabei dem SLE-Entwicklungszyklus, d.h. die Leap-Versionen stehen im direkten Zusammenhang zur SLE-Basis.

  • Leap 42.1 basierte auf SLE 12 SP1.
  • Leap 42.2 basiert auf SLE 12 SP2.
  • Leap 43.1 wird auf SLE 13 basieren.

Eine Minorversion (z.B. 42.x) von Leap wird ca. alle 12 Monate erscheinen. Den Anwendern wird eine Frist zum Übergang auf die neue Minorversion gelassen, bevor der Support für diese eingestellt wird. Jede Hauptversion (z.B. 42.x) wird mindestens 36 Monate gewartet. Durch diesen Zeitraum bewegt sich Leap im LTS-Bereich, grenzt sich aber von den Enterprise-Versionen wie SLE oder RHEL ab, die ca. 10 Jahre unterstützt werden.

Im Unterschied zu vielen anderen Distributionen ist KDE Plasma der Standarddesktop von openSUSE. Alle anderen Desktopumgebungen werden aber möglichst gleichwertig unterstützt. 

Als Teil der "SUSE-Familie" nutzt openSUSE YaST als zentrale Konfigurationsinstanz. Im Unterschied zu früheren Versionen lässt sich openSUSE zwar auch wie alle anderen Linux-Distributionen über die textbasierten Konfigurationsdateien einrichten. Liebhaber grafischer Oberflächen können aber die Administration ihres Systems dennoch bis in das kleinste Detail in YaST vornehmen. Die Möglichkeiten reichen hier von den Sicherheitseinstellungen (AppArmor und SUSE Firewall) über die Paketverwaltung und Systemeinrichtung (Sprache und Tastaturlayout) bis hin zu zentralen Serverdiensten.

Die Paketanzahl von Leap ist größer, als bei den Enterprise-Distributionen SLE und RedHat, aber deutlich geringer als z.B. bei Debian. Anwender können diese Pakete jedoch durch den OBS ergänzen.

Vorteile von openSUSE Leap:

  • Aktuelle Endanwenderprogramme (Desktopumgebungen & Co)
  • YaST
  • Durch OBS Zugriff auf viele aktuelle Programme
  • Stabile Basis durch SLE-Unterbau

Nachteile von openSUSE Leap:

  • Relativ kurze Supportdauer
  • Relativ geringer Paketumfang im Hauptbereich

Homepage: openSUSE | Deutsche Community: openSUSE Forum & Linux-Club

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