Red Hat paketiert kein LibreOffice mehr

Das Red Hat Display Systems Team – also das Team, das sich um den Desktop kümmert – hat angekündigt, die Paketierung von LibreOffice für zukünftige RHEL-Versionen und für Fedora einzustellen. Das ist in mehrfacher Hinsicht spannend.

Die Versionen RHEL 7, 8 und 9 werden selbstverständlich weiterhin unterstützt. Zukünftige Versionen werden jedoch kein LibreOffice mehr enthalten. Das Team hatte LibreOffice auch für Fedora paketiert und stellt dies ebenfalls ein. Hier sind die Releasezyklen kürzer und die Maßnahme greift daher schneller. Die Community könnte allerdings noch bei Fedora einspringen.

Der Grund ist einfach. Den kompletten Softwarestack von LibreOffice zu paketieren ist eine Menge Arbeit. Gleichzeitig gibt es ein offizielles Flatpak von LibreOffice auf Flathub. Die Entwickler wollen ihre Kapazitäten in Zukunft lieber in andere wichtige Projekte stecken (Wayland, HDR, etc.), anstatt Arbeitszeit in redundante Aktivitäten zu investieren.

Lektionen aus der Red Hat Entscheidung

Die Nachricht enthält mindestens drei spannende Lektionen.

1. Der Umbruch ist jetzt

Flatpak gibt es seit Jahren, unveränderliche Systeme schon länger (jetzt kommt auch Canonical). Beides hat nicht unbedingt etwas miteinander zu tun, aber beide Entwicklungen befruchten sich gegenseitig. Wer hier nicht aufspringt, könnte bald abgehängt werden. Das ist vergleichbar mit dem Trend zu Wayland, der einen Kahlschlag unter den Windowsmanagern und kleineren Desktopumgebungen auslösen könnte.

Nun schwenkt mit Red Hat ein ganz wichtiger Player um und stellt den Support für das Legacy-Paketmanagement im Bereich wartungsintensiver Endbenutzersoftware ein.

Das System, mit dem Software unter Linux verteilt wird, ist seit langem durch eine kolossale Ressourcenverschwendung gekennzeichnet. Dieselbe Software hunderte Male für verschiedene Distributionen und deren Versionen zu paketieren ist unglaublich ineffizient. So etwas kann nur in einem ehrenamtlichen Umfeld entstehen, in dem Arbeit keinen bezifferbaren Wert hat.

Die Befürworter der alten Technologie argumentieren dagegen immer, dass die Freiwilligen, die das eine tun, nicht unbedingt das andere tun würden. Das Beispiel des Red Hat Teams beweist das Gegenteil.

Alles andere, was an Gründen kursiert, ist vor allem FUD. Doppelte Bibliotheken mit Sicherheitslücken (Automatisierung, was ist das?), Speicherplatz (klar, eine 64 GB HDD mit ext2 Dateisystem stößt ohne Deduplizierung an ihre Grenzen), UNIX-Prinzipien (in alle Ewigkeit, Amen!), das Loblied auf die Alternativen, die ja angeblich nichts kosten und vermeintlich Open Source ausmachen, aber in Wahrheit nur der Entwicklung im Weg stehen.

Die Ängstlichen werden sich nun um Debian und Konsorten scharen. Zitternd, weil die Wahrheiten, die sie vor 20 Jahren verinnerlicht haben, zu erodieren beginnen. Der Linux-Desktop spaltet sich in zwei große Bereiche. Progressive Distributionen (mit Fokus auf das Enterprise-Umfeld), die sich weiterentwickeln (aktueller Stand RHEL/Fedora, SUSE, Ubuntu) und Legacy-Distributionen. Mal sehen, wie lange hier die Kompatibilität aufrechterhalten werden kann und wer die Nase vorn hat. Das wird spannend!

2. LibreOffice ist überflüssig

LibreOffice scheint nicht wichtig zu sein. Zumindest aus der Sicht eines Enterprise-Distributors wie Red Hat. Jedenfalls nicht wichtig genug, um noch Arbeit in die Paketierung zu stecken. Oder wenigstens unwichtig genug, um genau an LibreOffice dieses überfällige Exempel zu statuieren.

LibreOffice ist schon länger in der Krise. Die Community weigert sich, das zu diskutieren, jede Debatte wird sofort erstickt, weil man ja unbedingt die Fahne gegenüber Microsoft Office hochhalten möchte. LibreOffice ist ein typisches Beispiel für die Folgen einer Monopolstellung, die es im Open-Source-Bereich innehatte. Mangels Konkurrenz scheute man schwierige Schritte. Die Software ist uralt, voller Fehler, wenig performant, gemessen an den vorhandenen Entwicklerkapazitäten kommt man außerdem kaum voran und die Kompatibilität zum Marktführer Microsoft Office ist bei nahezu allen Konkurrenten besser. Gleichzeitig lässt die Community der TDF als Hauptentwickler kaum Luft zum Atmen.

Den Sprung auf mobile Plattformen hat LibreOffice nie geschafft und mit dem Aufkommen freier Alternativen wie OnlyOffice gibt es nun auch bedrohliche Konkurrenz im Open-Source-Bereich. Bei LibreOffice hat man sich stattdessen lieber weiter an OpenOffice abgearbeitet. Verletzungen der Vergangenheit statt Zukunft waren hier die Devise. Das kommt leider viel zu oft in der Open-Source-Community vor. Alleine wie viele bei SUSE an den Microsoft-Novell-Deal denken. Egal, andere Geschichte. Dokumente werden zunehmend in der Cloud bearbeitet und die freie Standardlösung ist hier Nextcloud + OnlyOffice und nicht LibreOffice. Am klassischen Office-Desktop dominiert sowieso noch Microsoft. Der Zug ist abgefahren.

Die Kunden von Red Hat scheinen keinen Premium-Support für LibreOffice zu wünschen. Wer die Software noch benötigt, nutzt das Flatpak. Alle anderen arbeiten sowieso mit Webapps. Im besten Fall OnlyOffice, im schlechtesten Google Docs.

3. Red Hat zieht sich zurück

Nach der Übernahme von Red Hat durch IBM im Jahr 2018 hatte ich bereits geschrieben, dass dies für den Linux-Desktop gefährlich werden könnte, da Red Hat einer der wenigen Treiber der Linux-Entwicklung ist. Es gibt zwar immer ein großes Brimborium um die Community und die Freiwilligen, aber die Kernprojekte – Kernel, zentrale Infrastruktur, Desktop, zentrale Softwarekomponenten wie Office oder Browser – werden von einigen wenigen Firmen bzw. von diesen bezahlten Entwicklern vorangetrieben.

IBM spart, bei Red Hat fallen viele Stellen weg. Betroffen unter anderem der Community Manager für Fedora. Lennart Poettering ist bereits zu Microsoft gewechselt. Nun also die Fokussierung im Desktop-Bereich. Das ist eine Entwicklung, die kritisch für den Linux-Desktop werden kann – unabhängig davon, ob man LibreOffice nun wichtig findet oder nicht.

Zusammengefasst

Die kommenden Jahre werden richtig spannend. Der Linux-Desktop verändert sich so sehr, wie seit dem Aufkommen von Ubuntu nicht.

Es wird jetzt wieder Leute geben, die mir Schwarzmalerei oder einen generellen Hass auf Linux vorwerfen. Dazu empfehle ich die Lektüre des letzten Blogeintrags von Jorge Castro. Die Veränderungen bei den großen Distributionen finden nicht im luftleeren Raum statt. Dahinter steckt eine intime Kenntnis der Kundenbedürfnisse und die Fähigkeit zur betriebswirtschaftlichen Kalkulation. Beides fehlt vielen Open-Source-Projekten. Die meisten normalen Anwender machen die Entwicklung mit ihrer jeweiligen Hausdistribution einfach mit. Diejenigen, die jetzt davon reden, dass die Massen zu Debian und Gentoo wechseln, sollten sich kritisch fragen, wie eng ihre eigene Blase ist. Ich prophezeie die gleiche „Massenwanderung“ wie damals zu Devuan.

23 Kommentare

  1. Ich finde die Entscheidung auch spannend. Spannend, weil LO halt ein Flagschiff der OSS ist. Und ja, ich teile die Meinung, dass LO in keiner Weise für Linux und den Linux Desktop wichtig ist.
    Ich denke auch, dass die großen Firmen hinter den freien Mainstream Distros auf das Immutable Modell abzielen bzw. dass dies der Weg sein wird. Letztendlich ist es IMHO dem ähnlich, was auf Linux Servern schon lange gängige Praxis ist: Grundsystem + Applikationssoftware in Containern oder VM (ja, ich weiß, dass das technisch nicht das gleich ist wie ein Immutable Distro – aber es gibt halt eine klare Trennung zwischen Grundsystem und Applikationen, die das „klassische“ Linux mit der klassischen Paketverwaltung so nicht kennt.

    Vielleicht ist die Motivation für RedHat aber auch ganz trivial, dass im gewerblichen Umfeld, wo RHEL hzu Hause ist, einfach keiner LO nutzt oder nutzen will und sich darum der Aufwand, LO zu paketieren, sowieso nicht lohnt.

  2. „Die Entwickler wollen ihre Kapazitäten in Zukunft lieber in andere wichtige Projekte stecken (Wayland, HDR, etc.), anstatt Arbeitszeit in redundante Aktivitäten zu investieren.“

    Dazu ist vielleicht noch hinzuzufügen, dass Red Hat bisher noch zwei Entwickler angestellt hatte, um LibreOffice weiterzuentwickeln – jetzt wohl nicht mehr.
    Es geht also nicht nur um „reduntante Arbeiten“ sondern ist vielleicht eher eine strategische Neuauftsellung Zuungunsten von LibreOffice im Allgemeinen (hattest du ja auch ausgeführt).
    Entsprechend bin ich mir nicht so sicher, wieviel das jetzt wirklich über Flatpaks vs Pakete aussagt oder das nur eine Folgeerscheinung ist.

  3. Flatpak ist für mich noch unbenutzbarer als Snap. Nur AppImage ist halbwegs momfriendly. Allerdings sind alle drei Lösungen irgendwie Fehlgeburten.

    • Flatpak und Snap sind gekommen um zu bleiben…und das werden diese auch.

      Die Ausrichtung aller relevanten Linux-Distributionen geht eindeutig hin zu „immutable“, mit der Applikationsbereitstellung per Flatpak/Snap….da kann man sich drehen und wenden wie man will.

      Und mit relevant meine ich Distributionen, die tatsächlich im Unternehmensbereich eine wesentliche Rolle spielen (Suse, Ubuntu, RedHat). Ein Manjaro oder Mint sind „Privatbespaßungsdistributionen“ für IT-Affine Consumer. Ein Verschwinden dieser wäre tatsächlich für das Ökosystem völlig belanglos. Klingt hart, ist aber so.

      Und wenn sich oben genannte Umsetzung etabliert hat, dann wird die „klassische“ Paketbereitstellung immer mehr aussterben. Dann muss nur noch EIN Flatpak/Snap bereitgestellt und gepflegt werden. Und eben nicht mehr für jede Distribution (in welchem Umfang auch immer).

      Das wird nicht morgen sein und auch nicht übermorgen….aber das ist mit jetzigem Stand absolut unausweichlich.

      Und die Kinderkrankheiten (welche durchaus noch bestehen, keine Frage) werden behoben werden Wir sprechen hier ja von einem „Prozess“ der sich über Jahre hinzieht.

      Das ist mMn wie immer ein „Beißreflex“ von Linuxern aus der „Community-Bubble“, die ihre eigene Relevanz für die strategische Ausrichtung und Entwicklung des Linux-Ökosystems für maßgeblich relevant hält…ist sie nicht.

      Beispiel:
      Die „Community-Bubble“ findet Snap zum Kotzen, welch proprietäre Ausgeburt der Hölle. Aus Protest wird alles was „*buntu“ im Namen hat gemieden um eine Lenkungswirkung gegenüber Canonical zu erzielen. Klar, wenn die alle kein Snap nutzen, dann muss ja irgendwas nicht stimmen…Pustekuchen.
      Relevant ist der Unternehmensbereich und da ist Snap schon lange (wo Ubuntu eingesetzt wird) etabliert. Das interessiert keinen feuchten Rattenhintern, was die „Community“ denkt, die sind nicht die Zielgruppe.

      Es ist absolut uninteressant, was irgendwelche Randoms auf Golem, Linuxnews, Heise und Co. meinen wie das alles zu laufen hat….

      • Zu „Flatpak und Snap sind gekommen um zu bleiben…und das werden diese auch.“: zumal es ja auch so ist, dass das System überhaupt nicht neu ist. Das ganze ist auf Android, iOS und ChromeOS ganz normal. Und bewährt.

        Da sich bzgl. des Wegs zu immutable Distros RedHat, Suse und Canonical offensichtlich einige sind, auch wenn der Weg der technischen Umsetzung doch deutlich anders ist: ja, wird sicher kommen. Bei Canoniocal würde ich darauf tippen, dass die das ab 24.10, als dem ersten Release nach dem nächsten LTS Release, es maßgeblich für Ubuntu forcieren und umsetzen.

        BTW: mit ChromeOS gibt es ja schon ein immutable OS, was auf Linux basiert.

  4. Nur mal Spekulationen (ich hab leider spontan nicht für alles Links, um die Punkte zu stützen):

    – RHEL fokussiert sich auf den Server-Markt, weil dort das größere Wachstumspotenzial ist. Bei Servern spielt LibreOffice eher eine untergeordnete Rolle. Noch weniger wie ein Browser, mit dem man ggf. mal prüfen will, ob Webservice xy erreichbar ist.

    – Firmen mit RHEL auf Desktops nutzen das eher noch für Softwareentwicklung (Webservice xy wird unter RHEL entwickelt, weil er dann produktiv auch drauf laufen soll). Für Entwickelnde reicht meiner Einschätzung z.B. auch Office 365 im Browser. Ggü. einer alten LibreOffice Version wird auch die Interoperabilität besser sein. Die LibreOffice Version blieb bisher ja über den kompletten Support-Zeitraum identisch.

    – Frische Patches auf eine zehn Jahre altes LibreOffice zurück zu portieren, stelle ich mir aufwendig vor (ich bin schon immer beim Linux-Kernel fasziniert). Die Alternative immer das aktuellste LibreOffice auszuliefern, scheitert ggf. an zu alten Bibliotheken wie glibc etc → so was wie Flatpaks ist die logische Konsequenz. (Eine ähnliche Argumentation gibt es auch für Firefox, Abschnitt ‚Closely following upstream‘ in https://access.redhat.com/articles/62756)

  5. Hauptsächlich aufgrund deiner Artikel zu unveränderbaren Distributionen wollte ich mir Fedora Kinoite ansehen. Bei der Recherche zu Flatpak bin ich auf flatkill.org gestoßen. Ich bin zu wenig in der Materie drin, um die erhobenen Vorwürfe gegen Flatpak bewerten zu können. Wie siehst du das und wie gehst du damit um? Sollte das tatsächlich so stimmen, wie dargestellt spricht das IMHO nicht für Flatpak als Zukunft der Paketverteilung.

    Danke und Gruß!

    • Das ist durchweg FUD.

      1. Viele Apps setzen Berechtigungen aktuell noch falsch bzw. zu weit. Ist bekannt, unbestritten und wird sukzessive besser. Das Konzept muss sich halt langsam etablieren. Ist die Sandbox deshalb eine Lüge? Nein.
      2. Es gibt Sicherheitslücken in den Laufzeitumgebungen. Sicherlich. Schon mal die Liste der aktuellen Sicherheitsprobleme bei Debian angesehen oder die Liste der als Orphaned markierten Pakete bei anderen Distributionen? Das ist auch nicht schön. Sicherheitslücken sind überall ein Problem. Manchmal gibt es keinen Fix, oft fehlt die Kapazität, um diesen zurück zu portieren. Bei den Laufzeitumgebungen bündeln sich aber alle Kräfte, weil alle Distributionen diese verwenden. Das ist die Idee hinter Flatpaks. Läuft das schon perfekt? Nein, aber es geht in die richtige Richtung.
      3. Müssen bei Sicherheitslücken in Bibliotheken alle Flatpaks aktualisiert werden, die diese enthalten. Ja. Ist das ein Problem? Nein. Erstens betrifft es nur die nicht in den Laufzeitumgebungen enthaltenen Bibliotheken und zweitens passiert das bereits jeden Tag. Ist bei allen vergleichbaren Systemen auch so. Problematisch wird das höchsten bei Tarifen mit Volumenbegrenzungen, aber das ist ein anderes Problem.

      Und das rechtfertigt eine Webseite mit dem Namen flatkill? Da ist jemand ganz deutlich als Tiger gestartet und als Bettvorleger geendet.

  6. Klar, Bandbreite und Speicherplatz sind immer weniger das eigentliche Problem, aber man fragt sich trotzdem – gerade als Nutzer älterer Rechner – wohin das führen soll.
    Beispiele: Flatpak LibreOffice in der Anwendungsverwaltung von Linux Mint XFCE: 1,2 GB zum Herunterladen, 3,9 GB Speicherplatzbelegung auf der Festplatte.
    Oder das einfache Grafikprogramm Drawing: 974,0 MB zum Herunterladen, 3,2 GB Speicherplatzbelegung. Zum Vergleich: Als normales Programmpaket benötigt es lediglich 4,8 MB.
    Das viel ausgefeiltere Gimp braucht 1,1 GB zum Herunterladen und 3,5 GB Speicherplatz.
    Ich habe auf dem Rechner, auf dem diese Zeilen geschrieben werden, 28 Programme installiert. Wären das alles Flatpak-Pakete, müsste ich geschätzte 28 GB herunterladen, auf der Festplatte würden diese dann rund 100 GB belegen (3,5 GB pro Paket unterstellt). Besitzer von Rechnern mit 256 oder 512 GB-Festplatte, bei günstigen neuen Notebooks durchaus noch Usus, kommen da womöglich schnell an ihre Grenzen. Im Vergleich dazu sind ja selbst Windows-Programme sparsam. Und nicht jeder hat einen Glasfaser-Anschluss. Da wird dann die Neuinstallation eines Systems rasch zur zeitraubenden Qual.
    So gesehen mag das ein oder andere Programm als Flatpak noch durchgehen, aber wenn das zunehmend die Grundausstattung bei Linux-Programmpaketen sein soll, halte ich diesen Weg für problematisch.

    • Lies dir mal diesen Link durch: https://theevilskeleton.gitlab.io/2022/05/16/response-to-flatpak-is-not-the-future.html Wurde oben auch schon gepostet

      Mir ist übrigens schleierhaft, wie du auf deine Zahlen kommst. Ich habe 27 Flatpaks und Runtimes installiert und selbst wenn ich Kompression und Deduplizierung mal beiseite lasse und mir einfach den Speicherbedarf von /var/lib/flatpak auswerten lasse, komme ich auf gerade einmal 5,6 GB insgesamt. In Kombination mit dem Basisimage von Kinoite ist das keine Speicherplatzmenge, die eine normale SSD >256GB in Bedrängnis bringt.

      • Danke für den Link. Die Angaben zum Speicherplatz hatte ich der Anwendungsverwaltung von Linux Mint Xfce entnommen.
        Ich bin immer für Feldversuche zu haben, deshalb wurden von mir auf dem alten Rechner (mit 125 GB-SSD) insgesamt 12 Programme durch die jeweilige Flatpak-Version ersetzt, darunter Gimp, LibreOffice und Firefox.
        Es stimmt wie in dem Artikel auf theevilskeleton beschrieben, man darf nicht einfach – wie ich es getan habe – den vor dem Download angegebenen Speicherplatz einzelner Programme aufsummieren.
        Ergebnis vor der Aktion: 101 GB von 125 GB frei (18,9 % belegt)
        Ergebnis nach der Aktion: 97 GB von 125 GB frei (22,3 % belegt)
        Das Startverhalten der Flatpak-Programme ist trotz des älteren Prozessors (i5-4200U) absolut normal, diesbezüglich gibt es also keinen Unterschied.
        Einziges Manko bislang: Beim Bildbetrachter XNView MP wird bei Flatpak nur die Version 1.4.4 installiert, aktuell ist aber die Version 1.4.5. Und natürlich, dass es für manche von mir genutzten Programme noch keine Flatpak-Version gibt, aber das entwickelt sich ja gerade.
        Fazit: Du hast recht, Flatpaks bringen selbst ältere Rechner mit kleinen Festplatten nicht in Bedrängnis.

  7. Ich stolpere jetzt schon seit einer Weile immer wieder über die Artikel in diesem Blog (weil es auf Ubuntusueser aggregiert wird) und ich frage mich langsam, warum MerCurius immer wieder so viel negative Energie für eher unwichtige Nörgeleien aufwendet. In diesem Fall ist es doch beispielsweise völlig wumpe, ob LibreOffice in Firmen genutzt wird oder nicht. Die Document Foundation stellt ein Büropaket bereit. Wer es mag, soll es nutzen, wer nicht, nutzt eben MS Office, OnlyOffice oder den Schreibfix 3000. Das Ding ist kostenlos, niemand ist gezwungen, es nutzen. RedHat wirft es raus – wer es weiter nutzen will, zieht es sich als Flatpak und gut ist.

    Das Schlimme ist, dass mich Mercurius mit seiner Nörgelei jetzt auch dazu gebracht hat, in die Diskussion einzusteigen. X-D (Vielleicht bezweckt er ja genau das – generiert ja Traffic auf seinen Seiten.) Normalerweise ignoriere ich solche (überflüssigen) Posts und investiere meine Zeit lieber in schöne Dinge – beispielsweise Zeit mit meiner Familie. 😉 Was ich jetzt auch wieder tun werde.

    • Du verkennst einen wichtigen Punkt. Red Hat ist nicht nur Nutzer anderer Open-Source-Projekte, sondern auch wichtig(st)er entwickelnder Akteur in der Desktopentwicklung. Wenn Red Hat Entwickler von LibreOffice abzieht, dann hat das auch Auswirkungen auf dich. Es ist also nicht „Wumpe“, ob LibreOffice in Firmen genutzt wird.

      Im Übrigen ist das Thema, ob Red Hat mittelfristig Endanwenderprogramme als RPM paketiert oder die Arbeit Flathub überlässt keineswegs unwichtige Nörgelei.

      • Der Nutzer hat Recht, auch wenn ich deine Artikel gerne lese und inhaltlich oft eine ähnliche Meinung teile, stört mich die „negative Energie“ die in fast jedem Artikel zu spüren ist sehr. Das verringert bei mir doch eher die Lust auf die Lektüre. Der Ton macht schließlich die Musik 🙂 Ich denke dieselbe Berichterstattung wäre auch in einem deutlich neutraleren Ton möglich und wesentlich angenehmer zu lesen und würde auch im Gegenzug weniger Kommentare in einem ähnlich aggressiven Ton provozieren. Nur als Anregung eines regelmäßigen Lesers, viele Grüße und eine gute Zeit sei gewünscht!

  8. Ich finde die Überschrift und noch viel mehr die Zwischenüberschrifft „LibreOffice ist überflüssig“ ziemlich reißerisch und unpassend.

    Ok, es stimmt, LibreOffice wird nicht mehr paketiert. Aber es steht mit wenigen Mausklicks als Flatpack zur Verfügung und es würde mich nicht wundern, wenn es auch weiterhin Images gäbe, wo es schon vorinstalliert ist (das weis ich aber zugegebener weise nicht). Auch wenn die Überschrift also technisch richtig ist, suggeriert sie doch, LibreOffice stände unter RedHat nicht mehr zur Verfügung, was ja dann mitnichten der Fall ist.

    Und die zwischen Überschrift „LibreOffice ist überflüssig“ ist wohl eher die persönliche Ansicht von Dir. Kann man ja auch diskutieren, wobei ich das bei allen Mängeln von LibreOffice ganz anders sehe, aber aus dem verändertem Paketformat kann man es sicher nicht ableiten. Flatpack wurde doch genau deswegen eingerichtet, um nicht mehr jedes Paket für jede Distribution einzeln kompilieren zu müssen, und LibreOffice wird sicher weder die einzige noch die letzte Software sein, wo RedHat darauf verzichtet. Und grade bei dieser Software Suite ist es auch sehr sinnvoll, da von Libreoffice ja immer mindestens 3 Zweige Parallel bereitstellen werden, der aktuellen Entwicklunszweig (empfohlen für Early Adopter und Privatanwender), die stabile Version für Firmen und den auch noch den Vorgänger davon für den Langzeit support, da ja nicht jeder sofort beim erscheine einer neunen Version umsteigen will. Vorabversionen zum testen gibt es außerdem. Da macht es sehr viel mehr Sinn, dem Endnutzer die Wahl zu lassen, welche Version er nutzen will, als als Distribution fest eine Version vorzugeben. Ein Idealer Fall für Flatpack also.

    • Zur Überschrift: Was an „Red Hat paketiert kein LibreOffice mehr“ ist reißerisch? Genau das passiert doch?!

      Zur Unterüberschrift: Findest du es nicht bezeichnend, dass Red Hat genau an LibreOffice diesen Schritt vollzieht? Warum dort und nicht bei z.B. Firefox?

      • Zu 1.) Habe ich doch gedchrieben

        Zu 2) nein finde ich nicht. Es macht viel Sinn, Libre Office nicht selbst zu paketieren, wenn es bestehende Flatpacks gibt. Das reine Paketieren für die eigene Distro ist auch keine wesentliche Unterstützung für LibreOffice, entscheiden wird sein, ob und wie stark sich RedHat aus der Upstream Entwicklung zurückzieht. Zumindest angekündigt ist, diese fortzuführen.

  9. Spannender Artikel! Allerdings bitte, wie in Deutschland vorgeschrieben entsprechend mit „Werbung“ kennzeichnen, bzw. „Dieser Artikel wurde ihnen gesponsert von CLOUD ™️ mit freundlicher Unterstützung von Conanical & Co.“. Aber der Rest ist wirklich spannend! Conanical geht dieses Jahr an die Börse. Spannend. Da braucht es vorab auch gute PR. Ubuntu-Jorge lässt grüßen aus der schönen CLOUD ™️ . Spannend. 🤗

    • Danke, dass Du Dich bereit erklärt hast, hier den typischen Kommentator von Heise & Co zu geben. Das erspart den Lesern einen unnötigen Klick.

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