Die Veröffentlichung von openSUSE Leap 15.4 steht in einigen Wochen an. Die revolutionären Veränderungen bei SUSE für die Enterprise-Distribution SUSE Linux Enterprise werfen jedoch schon ihre Schatten voraus. Einen ersten Ausblick gibt es nun.

Lubos Kocman, seines Zeichens Produktmanager für openSUSE Leap, äußerte sich dazu auf der Factory Mailingliste. Natürlich sind das alles noch frühe Überlegungen, da die Entwicklungen bei SUSE für SLE 16 noch nicht substanziell begonnen haben. Klar scheint aber zu sein, dass es nächstes Jahr nochmal eine Leap-Version des bewährten 15er-Zweiges gibt. Diese wird deutlich konservativer als die unmittelbar bevorstehende Version 15.4 werden und sich mehr auf Produktpflege konzentrieren.

Während es für SLE 15 noch weitere Service Packs geben wird, ist für openSUSE Leap aktuell keine Veröffentlichung des 15er Zweiges über die Version 15.5 hinaus geplant. Stattdessen soll danach auf das neue ALP-SUSE umgestellt werden. Das angekündigte offene Entwicklungsmodell von SLE 16 soll hier dabei helfen die Umbrüche frühzeitig einschätzen zu können, um für openSUSE die richtigen Schlüsse ziehen zu können. Ob das alles so kommt, weiß zum aktuellen Zeitpunkt sowieso niemand sicher.

Bis dahin wird aber noch einiges an Zeit vergehen. Bei einer Veröffentlichung von openSUSE Leap 15.5 im Juni 2023 und der Nachfolgeversion im Sommer 2024 und der obligatorischen Übergangsperiode können Anwender also noch bis Ende des Jahres 2024 den bewährten openSUSE Leap 15er Zweig nutzen. Genug Zeit also um das neue ALP-Konzept auf sich wirken zu lassen und zu entscheiden, ob man den Weg mitgehen möchte oder eben nicht,.

Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

3 Ergänzungen

  1. Das ist als Entwickler irgendwie eine komfortable Position. Man will den großen Umbruch mit Leap 16 angehen. Hat aber immer die Option den Support für Leap 15 zu strecken, wenn sich dabei was verzögert. Ich bin echt gespannt, was die nächsten Jahre für Desktop-Linux so abgehen wird.

    Meanwhile at Debian … Müssen wir vielleicht doch mal irgendwie proprietäre Firmware ausliefern, damit den Leuten ihre Grafikkarten funktionieren? (Und ich darf das! Ich steck da mit drin!)

    • Ja stimmt, wenn es größere Probleme gibt, sollte man basierend auf den kommenden SPs für SLE 15 problemlos weitere Leap-Versionen für 15.x herausbringen können.

  2. Ich gehe davon aus, dass sich der MicroOS Kern durchsetzen wird. Nicht nur im Unternehmensumfeld will man bessere Sicherheit und weniger Wartung. Auch im Privatanwenderbereich wird man das vermutlich irgendwann schätzen, sowohl bei Oma als auch bei Profis, die nicht ständig ihr System pflegen möchten, sondern Arbeit erledigen müssen. Aktuell fange ich an mich in Flatpak (und Snap) einzuarbeiten sowie fehlende Pakete zu ergänzen. Vorher habe ich gerne mit build.opensuse.org gearbeitet, aber der Vorteil von FlatHub ist, dass mein Paket gleich eine Vielzahl von Nutzern unterschiedlicher adressiert. Die Arbeitsersparnis beim Paketieren wird sich auch irgendwann auszahlen. Paketierung ist nicht die schönste Aufgabe der Welt. Das Sandboxing hingegen empfinde ich noch als extrem einschränkend. Wenn dort Limitierungen auftreten, weiß ich häufig nicht, wo ich überhaupt ansetzen soll, um die Probleme zu beheben.

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