Experiment: elementary OS mit Flatpak zum Jahresabschluss

  1. Experiment: elementary OS 6 mit Flatpaks
  2. Experiment: Licht und Schatten bei elementary OS
  3. Experiment: elementary OS mit Flatpak zum Jahresabschluss
  4. Experiment: Das Ende von elementary OS?

Zum Jahresabschluss möchte ich noch kurz einen kleinen Zwischenstand zum experimentellen Projekt elementary OS und Flatpaks teilen. Allerdings gibt es eigentlich wenig Neues zu berichten, da alles problemlos läuft.

Das elementary-Team hat die meisten Anwendungen in Flatpaks überführt. Das hat stellenweise ein wenig geruckelt, wie ich im letzten Teil der Serie berichtete. Das System ist dadurch inzwischen sehr sauber in zwei Teile gespalten. Es gibt die (Ubuntu-)Basis, die Pantheon Shell und Desktop-nahen Anwendungen, wie denn Dateimanager oder das Terminal, die über die klassische Paketverwaltung installiert und aktualisiert werden und es gibt für alles andere Flatpaks.

Das Angebot in der Flatpak-Quelle von elementary ist dabei immer noch überschaubar. Ohne Flathub geht also nichts. Folgende Anwendungen werden über Flatpaks aus beiden Quellen bezogen und aktiv genutzt:

  • LibreOffic
  • Evince
  • GIMP
  • Firefox
  • Evolution
  • Aufgaben
  • VLC
  • Spotify
  • AnyDesk
  • File Roller
  • KeePassXC
  • Seahorse
  • Déjà Dup
  • VueScan
  • Sonstiges: Taschenrechner, Bildschirmfoto, Kamera etc. pp.

Also ein ziemlich normales 08/15 Office-Setup.

Einzige Ausnahme ist VirtualBox, das wegen der Kernel-Module nicht als Flatpak laufen kann. So etwas ist meiner Meinung nach aber eh nur eine Übergangslösung. Diese ganzen selbst gebauten Kernelmodule sind noch nie gut für die Stabilität des Systems gewesen und werden bei z. B. macOS seit Jahren zu Recht zurückgedrängt. Die Alternative GNOME Boxes hat leider bei Windows 10 eine zu schlechte Performance.

Das Testsystem hat übrigens nur die üblichen 512 GB SSD. Platzprobleme sind nicht in Sicht. Das Betriebssystem benötigt insgesamt immer noch deutlich unter 15 GB Speicher und die überall kommunizierten Verzögerungen beim Start gibt es auch nicht. Dabei handelt es sich um ganz ordinäre Consumer-Hardware.

Die inzwischen ziemlich abgehangene Ubuntu 20.04-Basis ist dabei bedeutungslos, da über die Flatpaks stets aktuelle Software verteilt wird und dies für den Anwender wirklich relevant ist. Entsprechend entspannt schaue ich deshalb auch auf die kommende LTS 22.04. Das elementary-Team benötigt hier sicherlich wieder ordentlich Zeit um ebenfalls den Umstieg zu vollziehen, aber das ist unter diesen Bedingungen eigentlich egal. Durch den massiven Rückgriff auf Flatpaks sind sowieso kaum Pakete aus universe im System enthalten.

Das Konzept funktioniert zudem „psychologisch“ ziemlich gut. Das App-Store Konzept haben nahezu alle vom Smartphone verinnerlicht. Apps über einen Store zu installieren und zu aktualisieren fühlt sich vertraut an. Die Paketverwaltung und Synaptic konnte ich denselben Anwendern über all die Jahre nicht wirklich nahe bringen.

Probleme gab es exakt nur an einer einzigen Stelle: Firefox hat einen eigenen Druckdialog und das harmoniert nicht mit dem Portal-System für die Berechtigungen. Hier musste man wieder auf den konventionellen Dialog in about:config wechseln.

Interessant ist, dass die elementary-Entwickler sich auch OSTree basierte Images anschauen. Das wird sicherlich nicht mit elementary OS 7 kommen, aber ist eigentlich die logische Konsequenz aus einem Flatpak-basierten Ansatz. Erst mit OSTree kann man nämlich die Stärken wirklich bei Upgrades von einer Basis zur nächsten ausspielen.

1 Kommentar

  1. Ist es (von den Berechtigungen her) möglich, z.B. in Libreoffice Writer eine Grafik in einem Dokument per „mit externem Programm bearbeiten“ in Gimp zu öffnen, dort zu bearbeiten und zu speichern, sodass die Änderung in Libreoffice übernommen wird?

    Mit Snaps hatte ich hier mal Probleme.

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