Experiment: Licht und Schatten bei elementary OS

  1. Experiment: elementary OS 6 mit Flatpaks
  2. Experiment: Licht und Schatten bei elementary OS
  3. Experiment: elementary OS mit Flatpak zum Jahresabschluss
  4. Experiment: Das Ende von elementary OS?

Einen guten Monat läuft das Experiment elementary OS 6 weitestgehend mit Flatpaks zu nutzen nun schon. Vieles ist gelungen, manche Probleme bleiben. Vor allem die fehlende Professionalität bei elementary OS.

Das Konzept Flatpak kommt beim normalen Anwender sehr gut an. Es erinnert an ähnliche Konzepte bei Android und iOS und wirkt damit vertraut. Der App Store im Dock zeigt notwendige Updates, also reinschauen und die Apps aktualisieren. Ebenso einfach lässt sich neue Software installieren, weil die Bestände bei Flathub wirklich enorm sind. App-Updates sind zudem von der Basis entkoppelt, was für die meisten Anwender logisch ist.

Ein Problem bleibt nur die fehlende Qualitätssicherung bei elementary OS und die geringe Rücksichtnahme auf die tatsächlich existierenden Anwender. Kein Anwender, der wirklich mit elementary OS 6 arbeitet, nutzt ausschließlich die Flatpak-Quelle von elementary – schlicht weil sie viel zu beschränkt ist. Entweder bedient man sich über die Kommandozeile eben doch in den Ubuntu-Paketquellen oder man hat eben Flathub eingebunden. Das wird ja inzwischen zumindest auch dezent im App Store beworben.

Bei Veröffentlichung von elementary OS 6 war die Distribution nur alles andere als fertig. Die Konsequenz ist, dass nahezu jeden Monat noch klassische DEB-Programme auf Flatpak-Apps umgestellt werden. Den Mechanismus habe ich noch nicht ganz genau überprüft, aber vermutlich geschieht das wie z. B. beim Chromium-Snap über ein Transition-Paket. Hier scheint die Umstellungsroutine nicht zu funktionieren, wenn die Flatpak-Applikation sowohl über die Quelle von elementary als auch über Flathub verfügbar ist. Jüngstes Beispiel File-Roller.

Der App Store hängt sich auf und die Paketverwaltung bleibt in einem unbenutzbaren Zustand. Natürlich kann man das mit 2-3 Befehlen alles auf der Konsole beheben. Das war aber nichts für den Anwender des Systems, sondern musste per Fernwartung erledigt werden.

Solche Sachen müssen einfach vorher in einem Test auffallen. Das Szenario ist nicht so abwegig. Das Problem ist aber weniger Flatpak als die fehlende Professionalität der elementary-Entwickler.

5 Kommentare

  1. > Der App Store hängt sich auf und die Paketverwaltung bleibt in einem unbenutzbaren Zustand

    Kommt das daher? Ich hab auch das Prolem, dass sich gnome-software ständig aufhängt. Es ist so schlimm, dass ich es quasi garnicht mehr benutze und wenn doch muss ich es vorher immer killen. Ich dachte immer es sind bugs in gnome-software. Dass das was mit package transitions zu tun haben soll kommt mir komisch vor. Bei Ubuntu gibt es das doch garnicht oder? Wenn etwas apt ist, dann wird es frühstens beim nächsten release umgewandelt.

    • Hmmm, ich nutze Mint und habe mittlerweile eigentlich nur schlechte Erfahrungen mit Flatpaks gemacht. Sie müllen die Platte zu und das System wird bei mir auch instabiler.
      Mit Gnome Software bin ich eigentlich sehr zufrieden. Nach der Deinstallation der Flatpaks alles wieder gut.
      Wo es geht nehme ich wirklich das deb Paket. Prominentes Bsp.: der Zoom Client.
      Das deb Paket läuft einwandfrei, mit dem flatpak bisher nur Ärger gehabt.
      Naja, jeder wie er es braucht…

      • Bitte ein paar Fakten auf den Tisch. Müllen zu? Du meinst sie verbrauchen Speicherpatz? Oder vermehren sie sich unkontrolliert? Instabiler? Wie das? Flatpaks laufen doch völlig getrennt vom Basissystem?

  2. Hmm, OK. Easy….
    Mit zumüllen mein ich tatsächlich den Speicherplatz.
    Im Zoom Bsp: ca. 300MB vs. 1,5-2GB. Etwas zu viel Speicherverbrauch für mich.
    Unkontrollierte Vermehrung? Nope.
    Instabilität betrifft Systemapps. Bei Mint erinnere ich mich nicht mehr. Hatte aber mal als Probeballon den Systemmonitor unter Ubuntu als Snap installiert. Kam zu Abstürzen und System freeze. Mein Fazit:
    Nicht empfehlenswert. Nur, wenns nicht anders geht. Flatpaks bieten mir den Mehrwert einer Software, die es sonst nicht gibt. Bsp.: Signal client.

  3. Ich könnte mir vorstellen das er so was mein wie, dass sie z.B. manche Schnittstellen nicht unterstützen. So ne Sandbox kann ja auch Probleme machen. Auf einmal hat das Programm keinen Zugriff auf den USB Stick. Der Ordner xyz kann nicht geöffnet werden. Der Bildschirminhalt kann nicht geteilt werden …
    Die Probleme sind manigfaltig.
    Das Argument mit der Größe finde ich allerdings immer sehr als seltsam. Die paar MB sind doch im Jahr 2021 wirklich nicht bedeutend. Außerdem sind sie dank der gemeinsamen runtimes bei flatpak wirklich minimal. In Verbindung mit automatischer deduplication auf file system Ebende ist der Overhead die mühe nicht wert. Mein PC is ja kein Microcontroller mit 512KB speicher. Da gibt es bedeutendere Baustellen.

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