Neuanschaffungen von Hardware und die Ersteinrichtung sind nicht meine Lieblingstätigkeit. Trotzdem brachte dies einige schöne Erfahrungen mit sich. Huawei kann wirklich gute Notebooks herstellen, AMD ist toll und Hardware, die mit Linux Probleme macht gibt es eigentlich nicht mehr.

Die Neuanschaffung geschah unter richtigen 08/15 Kriterien. Vermutlich geht die Mehrheit der Privatkunden so an einen Kaufvorgang heran. Es sollte ein neues Notebook mit einer akzeptablen Größe werden. Displaygrößen unter 15″ fielen damit raus. Ansonsten noch eine Akkulaufzeit im Bereich von 6 Stunden und Multimedia-tauglich, was im vorliegenden Fall vor allem HDMI-Port und Klinke bedeutete. Der Flaschenhals war der Preis, da das Gerät auf keinen Fall mehr als 600€ kosten durfte.

Huawei MateBook D 15 – Solide Consumer-Hardware

Die Recherche stieß mich dann auf das Huawei MateBook D 15, das bei Straßenpreisen von ca. 550 bis 600€ gehandelt wird. Im ersten Moment löste Huawei als Marke bei mir vollkommen irrationale Vorbehalte aus aber die Testberichte lesen sich sehr gut und die Hardware-Spezifikationen lassen sich im Consumer-Bereich auch sehen.

  • 15,6″ IPS Display mit einer 1.920 x 1.080 Auflösung.
  • AMD Ryzen 5 3500U
  • Radeon™ Vega 8 Graphics
  • 8 GB DDR4 RAM
  • 256 GB SSD
  • Anschlüsse: 1x USB-C (auch zum Aufladen gedacht), HDMI, 1x USB 3, 2x USB 2.
  • Bluetooth 5 und WLAN 802.11a/b/g/n/ac mit 2,4 GHz und 5 GHz

Dazu kommen noch Extrasachen wie ein Fingerabdruck-Leser im Powerbutton usw. usf. Natürlich kann man hier ein bisschen was kritisieren. Der nicht aufrüstbare Arbeitsspeicher beispielsweise oder die eher mäßige Anschlussvielfalt. Allerdings kann man für den Preis halt auch kein Gerät auf Enterprise-Niveau erwarten. Die kosten schließlich gut und gerne das Dreifache.

Die Hardware gefällt mir persönlich sehr gut. Die Anlehnung an Apple ist offenkundig aber das trifft auf sehr viel im Notebook-Segment zu. Das Gerät ist komplett aus Aluminium und sehr gut verarbeitet. Der Display-Rand ist extrem schmal, was erreicht wird durch eine aufklappbare Webcam in der Tastatur. Das Bild ist dadurch furchtbar unvorteilhaft aus der Froschperspektive. Für Videocalls ist das MateBook somit absolut ungeeignet aber das stand auch nicht auf der Anforderungsliste. Die Tastatur hat einen akzeptablen Anschlag. Ich persönlich bin immer noch ein Freund der Apple-Tastaturen in der 3. Generation der MacBooks. Huawei lehnt sich eher an die 4. Generation an (natürlich ohne Butterfly) und hat einen extrem kurzen Hub. Das ist aber sicherlich eine Gewöhnungssache.

elementary OS / Ubuntu 18.04 im Einsatz

Nach der Bestellung und während der Wartezeit auf die die Lieferung kam mir zum ersten Mal die Frage, ob ich vielleicht vorher die Linux-Tauglichkeit hätte recherchieren sollen. Immerhin ist das meine erste AMD Hardware seit 2003 oder so. Seit 2007 hatte ich ausschließlich Geräte mit Intel-Prozessoren und NVIDIA oder Intel Grafik. Die Bedenken waren vollkommen unbegründet!

elementary OS 5.1.4 (entspricht bei der Hardwareunterstützung Ubuntu 18.04 mit letztem HWE-Stack) auf einen USB Stick gezogen und installiert (siehe auch: Tschüß KDE). Im direkten Anschluss an die Installation ging absolut alles! Grafik, Sound, Bluetooth, WLAN – nichts machte Probleme. Bei der Gelegenheit konnte ich auch mal fwupd zum aktualisieren der Firmware ausprobieren. UEFI und SSD-Firmware wurden korrekt erkannt. Auch das ging also ohne jegliche Probleme von statten.

Noch nie war die Installation von Linux so langweilig – im positiven Sinne versteht sich. So langsam frage ich mich wirklich mit was für Hardware man überhaupt noch Probleme haben soll. Beim ThinkPad letztes Jahr (siehe: ThinkPad und Linux – ein Traumpaar) hatte ich das noch auf die gut abgehangene Hardware und die traditionell vorbildliche Unterstützung bei Business-Notebooks geschoben, aber davon kann dieses Mal keine Rede sein.

Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

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