Google unterstützt freie und offene Schnittstellen in seinem Betriebssystem Android überhaupt nicht, um die Anwender an die eigenen Dienste zu fesseln. Die Community kompensiert dies mit eigenen Apps. Nun gibt es auch endlich eine freie WebDAV App.

Bei Apple rufen immer alle „Goldener Käfig“ (was selbstredend totaler Quatsch ist), aber bei Google schaut keiner so genau hin. Kein Wunder, hat Google doch konsequent die FOSS-Community unterwandert und korrumpiert. Dabei unterstützt Googles Android freie und offene Schnittstellen wie CalDAV, CardDAV oder eben auch WebDAV viel schlechter als Apples Betriebssysteme.

Die Motivation dahinter ist klar: Man möchte die Anwender im eigenen Dienste-Universum halten und hat kein Interesse, Schnittstellen zu implementieren, an denen andere Dienstanbieter andocken können.

Um Kontakte und Kalender zu synchronisieren, greifen die meisten Privatsphäre- und Datenschutz-bewussten Anwender auf DAVx5 zurück. Daran hat man sich schon so sehr gewöhnt, dass diese Leerstelle im Basis-System den meisten Anwendern gar nicht mehr bewusst ist. Leider unterstützt die App keinen Dateiaustausch via WebDAV.

Im lokalen Netz ist das egal, weil hier mit SMB oder NFS bessere Netzfreigaben zur Verfügung stehen. Anders sieht es beim Zugriff über das Internet aus. WebDAV ist zwar langsam und bietet keine Synchronisation, es ist aber vor allem für gelegentliche Cloud-Verbindungen praktischer als ein vollwertiger Sync-Client.

Im Google Play Store gab es immer ein paar mehr oder minder gute Apps für WebDAV, aber bei F-Droid gab es überhaupt kein entsprechendes Angebot.

Diese Leerstelle ist nun endlich geschlossen. Mit RCX existiert nun ein RClone auf F-Droid. Es ist letztlich eine Dateimanager-App, die eine Vielzahl an Clouddiensten anbinden kann, unter anderem eben auch WebDAV. Die Daten in verbundenen Cloud-Speichern können dabei auch in ein lokales Verzeichnis synchronisiert werden.

Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

1 Ergänzung

  1. Da kann ich nur zustimmen. Es wird unterschätzt, wie wichtig freie Standards sind. Google kann wunderbar FOSS fördern, wenn sie dann ihre eigenen Standards als Standard setzen und so viel Macht haben, dass das dann Standard wird. (Klingt komisch, aber der Satz ergibt Sinn)

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