Netzpolitik.org wartet nicht nur mit fundierten Berichten zur Netzpolitik auf, sondern gelegentlich auch mit technischen Handlungsanleitungen. Heute gab es passend zu den Datenabflüssen bei Facebook & Co nun eine Handreichung zur digitalen Selbstverteidigung.
Fingerabdrücke sind in Deutschland bisher nur in Reisepässen Pflicht und das war damals schon sehr umstritten. Moderne Personalausweise haben zwar theoretisch einige digitale Funktionen, aber die skeptische und traditionell konservative deutsche Öffentlichkeit nutzt das kaum. Nun möchte die EU-Kommission die Speicherung biometrischer Daten in Europa verpflichtend machen.
Verschwörungstheorien sind kein neues Phänomen, aber haben durch das Internet eine neue Plattform gewonnen. Wer sich viel mit Möglichkeiten zur digitalen Selbstverteidigung beschäftigt stolpert über kurz oder lang über eine Vielzahl von Verschwörungstheorien.
Viele Menschen stehen meiner Meinung nach der weitgehenden technischen Überwachung tatenlos gegenüber weil sie derart abstrakt und vielschichtig ist, dass man kaum überblickt, welche Maßnahmen helfen und welche nicht. Dies wird auch dadurch befördert, dass verschiedene Überwachungsformen miteinander vermengt werden. Grundsätzlich muss man abwägen wovor man sich schützen möchte.
Die Datenschutz-"Szene" im deutschsprachigen Raum trennt sich in zwei lose miteinander verbundene Bereiche. Erstens (wenige) gute journalistische Medien und Lobbygruppen, die politische Arbeit gegen ausufernde staatliche Überwachung betreiben und verhältnismäßig viele technikorientierte Seiten. Insbesondere in letzteren und in entsprechenden Diskussionsplattformen gibt es einen erheblichen Teil an Anhängern von Verschwörungstheorien und/oder libertären Staatsverächtern. Beides ist nicht auf die Datenschutz-"Szene" beschränkt, hat hier aber spezielle Auswirkungen.
Privatsphäre, Datenschutz und Sicherheit sind geflügelte Schlagwörter, die selbst von den größten Datensammlern bemüht werden. Man könnte sich fragen wie das eigentlich zusammen passt und warum genau jene, die in großem Umfang Daten erheben und auswerten, vom Schutz der Privatsphäre schreiben. Manche mögen darin puren Zynismus sehen. Vermutlich stehen dahinter aber nur grundlegend unterschiedliche Auffassungen von Datenschutz.
Ein Lektüretipp aus dem vergangenen Jahr, der aber immer noch lesenswert ist. In der Ausgabe 46-47 befasst sich die Zeitschrift APUZ (Aus Politik und Zeitgeschichte) mit dem Darknet. Die APUZ wird durch die Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben.
Anonymität im digitalen Leben ist eines der Ziele mit dem vielen in den Bereich der digitalen Sicherheit einsteigen. Gleichzeitig ist es eines der am schwierigsten erreichbaren Unterfangen und möglicherweise sogar unmöglich. Viele Dienstanbieter werben zwar mit Anonymität, können diese aber nicht im mindesten halten. Anonymität erreicht man ausschließlich durch sichere Dienste und ein reflektiertes Verhalten.
Im Internet haben viele Menschen das Gefühl anonym zu sein. Niemand sieht einem offensichtlich zu, wie man per Smartphone. Tablet oder herkömmlichen PC durch die Weiten des Netzes surft, Videos anschaut, Kommentare schreibt oder einfach nur Nachrichten konsumiert. Im Alltag läuft man dagegen als Individuum über die Straßen und zeigt sein Gesicht. Man kommt sich dabei deutlich weniger anonym vor.
Anfang des vergangenen Jahres gab es hier eine kleine Serie von Monatsrückblicken. Kurze thematisch gegliederte Zusammenstellungen von interessanten Themen im Bereich Datenschutz/-sicherheit, die in den vorangegangenen Wochen mediale Resonanz erzeugten. Denn nicht alles kann in eigenen Artikeln im Blog auf [Mer]Curius veröffentlicht werden aber es hat auch nicht jeder Leser dutzende Nachrichtenseiten abonniert. Aus Zeitgründen ist diese Serie leider eingeschlafen und soll nun hoffentlich regelmäßig ihre Fortsetzung finden.
Im Internet tracken und spionieren der Staat und Firmen alle Anwender. Man kann seine Datenspur aber minimieren. Weiterlesen
1
Über [Mer]Curius
Immer größere Teile unseres Lebens haben sich in den vergangenen Jahren digitalisiert. Es gibt heute unzählige Dienste und jeder Mensch hinterlässt permanent Spuren. Die Datensätze, die hier entstehen wecken viele Begehrlichkeiten. Es besteht aber auch die Möglichkeit durch gezielte Maßnahmen die eigene Datenspur zu minimieren und Daten effektiv und sicher zu schützen. Damit entgeht man zwar nicht jeder Überwachungsmaßnahme, erlangt aber zumindest teilweise die Kontrolle über die eigenen Daten zurück.