Wie geht es eigentlich weiter mit Jolla?

Das finnische Unternehmen Jolla geriet 2015 in massive finanzielle Schwierigkeiten und wurde maßgeblich durch eine enge Kooperation mit russischen (Staats-)Unternehmen gerettet. Wie geht es da jetzt eigentlich angesichts massiver Sanktionen gegen Russland weiter? Nur Fragen, keine Antworten.

Ich hatte mich in diesem Blog in zwei Artikeln mit der nicht sehr transparenten Finanzierungsstruktur hinter Jolla befasst:

Ein der wenigen offiziell von Jolla bekannt gegebenen Investoren war Rostelecom. Eben jener Konzern steht neben vielen anderen auf einer US-Sanktionsliste, nachdem Russland seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine vom Zaun gebrochen hat. Interessant dürften ebenfalls die Beschränkungen zum Technologieexport nach Russland sein, wobei mir nicht klar ist, ob Smartphone-Betriebssysteme darunter fallen. Wobei auch unabhängig davon die engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Jolla und dem russischen Staat problematisch werden dürften angesichts der Sanktionen. Schließlich war die Kooperation mit Russland und die Verwendung der angepassten Sailfish-Version Aurora OS ein wichtiges Standbein für Jolla.

Ich bin gespannt ob und wenn ja wann wir offiziell etwas von Jolla dazu hören.

4 Kommentare

  1. Aus dem Sfos Forum
    Jolla has no longer active business or exports to Russia, the business was ramped down during 2021. We continue to offer the independent European OS for all who want freedom of choice and value digital independence. In parallel, Jolla is growing in particular rapidly in the automotive sector, and it formed already significant part of our 2021 revenues.

    • Ganz interessant. So viel auch zu der von Martin zitierten Erklärung im SfOS-Forum. Jolla hat keine Geschäfte mehr in Russland ABER gehört immer noch zu großen Teilen einem russischen Eigentümer. Ob das mit der Minderheitsbeteiligung stimmt, daran möchte ich ein Fragezeichen angesichts der undurchsichtigen Eigentümerstruktur machen.

  2. Schleierhaft ist mir, wieso Jolla nachdem sie vom russischen Telekommunikationsriesen Rostelekom massiv unterstützt wurden, auf dem russischen Markt bis heute keinen Erfolg vorzuweisen haben.
    Wolle man sich in Russland denn nicht mit Hilfe von Sailfish OS von Google lösen?
    Auch der Android-AppSupport für die Autoindustrie verspricht leider nur Trittbrettfahrer-Qualitäten.

    Wann besinnt sich Jolla endlich wieder einmal auf seine Stärken?
    Die PinePhone Community Ausgabe ist der beliebteste Abkömmling.
    Eine offizielle Pro Ausgabe wäre bestimmt auch kommerziell ein durchschlagender Erfolg und würde Jolla und Sailfish OS endlich wieder näher an seine ursprünglichen Ziele bringen.

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