Lesetipp: Vision für Fedora Workstation

Christian Schaller hat in seinem Blog sich sehr ausführlich zur vergangenen und künftigen Entwicklung von Fedora Workstation (also der Desktop-Variante der Distribution) geäußert.

Den Artikel „Fedora Workstation: Our Vision for Linux Desktop“ möchte ich allen interessierten Linux-Nutzerns empfehlen. Neben einem Resümee der Ausgangssituation und getroffenen Entscheidungen kann man bereits einen Ausblick auf das werden, was konzeptionell angedacht wird. Besonders interessant ist die Schilderung, wie komplex die Entwicklung einer klassischen Distribution mit normaler Paketverwaltung ist und dass dieses Konzept eigentlich keine sinnvolle Variante für schnelle Entwicklungszyklen ist. Wenn es überhaupt eine langfristige Zukunft jenseits Status quo-orientierter Distributionen hat.

Die Zielrichtung von Fedora Workstation ist immer noch ein Szenario, das sich momentan in der Silverblue-Edition testen lässt. Das bedeutet eine gänzlich neue Art Linux-Distribution. Das Betriebssystem wird read-only eingebunden, Anwendungen primär über Flatpaks installiert und weiterführende Ansprüche werden mit Toolbox anvisiert. Dabei handelt es sich letztlich um Container mit Systemwerkzeugen.

Weitere Themen sind dann noch Wayland, Pipewire und LVFS. Ebenfalls sehr interessante Baustellen und für viele Community-Lieblinge wie MATE oder Xfce ein riesiges Problem, weil die Manpower für solche Entwicklungsleistungen eigentlich zu knapp ist.

An dem Artikel sieht man wieder sehr deutlich, wie wichtige Red Hat bzw. Fedora für Linux ist. Nahezu alle wichtigen Zukunftsthemen werden dort bearbeitet, viele wichtige Projekte gestartet und entwickelt. Diese sickern dann nach und nach in die anderen Distributionen.

Interessierte Anwender sollten sich außerdem Silverblue mal ansehen. Momentan halte ich Silverblue noch nicht für komplett alltagstauglich und die Fedora-Entwickler teilen diese Meinung scheinbar. Die Fortschritte sind aber immens und ich persönlich denke, dass diese Variante einer Linux-Distribution bereits in den nächsten Jahren das normale Desktop-Linux für Endanwender werden kann.

OpenSUSE experimentiert schließlich mit einem ähnlichen Konzept, das aber einen vollständig anderen technischen Ansatz hat und Ubuntu könnte Snaps weiter aufbohren und auf eine ähnliche Strategie schwenken. Sofern man an der Eigenentwicklung festhält und sich nicht letztlich doch wieder dem Linux-Mainstream beugt.

8 Kommentare

  1. Linux muss auf dem Desktop einfach aufholen, sonst wird das nichts. Nach vielen Monaten habe ich gestern meinen alten Macbook mit Macos (nicht mehr die neueste Version) rausgeholt und bei einer presentätion verwendet. Mein DELL XPS mit Windows 10 will keine Beamer ansteuern, warum auch immer. Mit dem Macos einfach eine andere Welt. Angeschlossen und der Beamer ohne konfiguration sofort nutzbar. Presentätion, Diashow kann man mit Bordmitteln machen. An dem Tag viele Fotos mit meiner DSLR gemacht und die Fotos einfach ins Macos importiert. RAW bearbeiten? Kein Problem. Es macht einfach sein Ding und belestigt nicht mit technischen Dingen. Windows und Linux sind hier einfach nicht soweit.

    Die Bilder habe ich dann Abends unter Fedora mit Gnome40 angeschaut und wenn ich nicht Linux-Affin gewesen wäre, könnte ich bis auf die JPEGs nichts einsehen. Nachträglich Darktable installiert und musste mich wieder etwas einfuchsen. Es geht und Darktable ist auch ein tolles Programm, aber Macos Fotos ist eben auch einfacher und bietet wichtige Funktionnen. Der Punkt ist, Gnome40 auch wenn es auf einfachheit getrimmt ist, ist immer noch zu technisch. Ich musste sehr schnell wieder Programme nach installieren. Beim Macos ist vieles schon dabei. Ich habe mir eigentlich Sorgen gemacht, nach langer Macos abstinenz war ich mir nicht sicher ob ich damit noch klar komme und was ich machen würde wenn ich auf Probleme stoßen würde.

    Völlig unbegründet. Der schicke „Kasten“ hat einfach alles „Magisch“ mit gemacht und alles erledigt. Dafür habe ich dann, rückwirkend betrachtet, gern viel Geld ausgegeben. Ist ein Macbook Pro Mid 2012 🙂

  2. Hallo Gerrit!
    Als Neuling unter Linux (etwa 1,5 Jahre) lese ich oft und gerne auf Deiner Seite. Ich bin nach einigen Tests durch die Welt der Distributionen bei Debian und Fedora gelandet. (Desktop und Laptop). An Buster mag ich die Zuverlässigkeit und Stabilität sehr, an Fedora eben die Modernität. Und unstabil ist es auch nicht unbedingt. Ich bin hier noch etwas hin- und hergerissen, was mir mehr zusagt, aber in jedem Fall denke ich, wie der Vorschreiber, dass bei Linux etwas passieren muss.
    Aber dann lese ich wieder, dass Flatpak ein Unsicherheitsfaktor sein soll, und viele fassen Snap ja nicht mal mit der Beißzange an. Und in Foren zu diesen Theman nimmt das oft genug religiöse Züge an, dass ich manchmal nicht mehr weiß, was ich glauben soll.

    • Viele schreiben da aber nur vom Hörensagen, weil die meisten Kritiker das aus ideologischen Vorbehalten nie genutzt haben.

      Die Sicherheitsaspekte sind ebenso nur Vermutungen und die klass. Paketverwaltung dagegen nicht gefeit. Es gab auch schon Fehler in Distributionsrepositorien, die zu einer Kompromittierung hätten führen können. Mich stört da immens der Sockel auf den die klass. Paketverwaltung von einigen gestellt wird.

      • Da hst Du sicher Recht. Man kann beim Lesen der Kommentare oft heraus“hören“, dass viele dieses oder jenes noch nie benutzt haben, aber es eben aus Prinzip ablehnen.
        Sicher ist es ein Apekt, dass Snap proprietär ist, aber die meisten Nutzer (ich zähle mich auch dazu) können mit Open Source auch nicht viel anfangen, weil sie es nicht verstehen können. Da müssen dann andere helfen.
        Und bei vielen habe ich auch den Eindruck, hier wird sich schon beinahe trotzig gegen Neuentwicklungen gestemmt. Was der Bauer nicht kennt….

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