Datenschutz im digitalen Alltag

Damit Privates privat bleibt

Symbolbild "ID"

macOS und Datenschutz Teil IV: Apple ID

Ausgehend von mobilen Geräten hat die Verknüpfung von Betriebssystemen mit Konten bei den Herstellern seinen Siegeszug angetreten. Abgesehen von meisten Linux-Distributionen benötigten man für die meisten modernen Betriebssysteme ein Kundenkonto beim Hersteller.

Im Gegensatz zu konkurrierenden Betriebssystemen kann man bei macOS zwar die Einrichtung eines Kontos bei der initialen Konfiguration überspringen, muss dann aber auch auf einige Funktionen verzichten.

Teil IV der Serie widmet sich daher der Apple ID

Diese Accounts sind aus der Datenschutzperspektive höchst problematisch. Zwar lässt sich das Surfverhalten bereits ziemlich lückenlos tracken und über Nutzungsdaten auch ein Gutteil der Rechneraktivität abgreifen. Mit den Kundenkonten liefert der Anwender aber seine Stammdaten frei Haus. Der Anbieter hat dadurch zudem die Möglichkeit verschiedene Geräte des Anwenders miteinander zu verknüpfen und einer physischen Person zuzuordnen.

apple id

 

Soweit die Nachteile des Kontos. Damit überhaupt jemand diese Konten nutzt, müssen die Hersteller sie natürlich auch mit Vorteilen verknüpfen. Bei macOS ist dies vor allem der Zugriff auf den App Store. Ohne Apple-ID kann man weder kostenlose, noch kostenpflichtige Apps aus dem Store installieren, da die Käufe mit der Apple ID verknüpft werden. Zwar kann man bei macOS Apps auch herkömmlich am Store vorbei installieren, aber der Store als zentrale Updateinstanz macht es einfach Programme aktuell und damit sicher zu halten.

Hinzu kommen 5GB Speicher in der iCloud, die Lokalisierungsfunktion für das Gerät (z.B. im Fall eines Diebstahls), sowie viele Synchronisierungsfunktionen.

Insbesondere hier ist aber zu beachten, dass die Daten dann auf Apples Server übertragen werden. Was mit den Daten im weiteren Verlauf passiert entzieht sich somit dem Zugriff des Anwenders. Bereits während der Übertragung können diese Daten theoretisch abgegriffen werden. Zumal wenn man sich das omnipräsenten Überwachungsbedürfnisses der US-Geheimdienste vergegenwärtigt. Das ist brisant, da Apple z.B. auch eine Synchronisierung des Schlüsselbundes anbietet, inklusive aller gespeicherten Passwörter und privater Schlüssel für S/MIME. Eine verschlüsselte Übertragung garantiert nicht unbedingt, dass diese Verschlüsselung bereits jetzt oder irgendwann in Zukunft gebrochen werden kann.

Anwender stehen somit dem Dilemma Komfort gegen Datenschutz abzuwägen. Insbesondere hinsichtlich des App Stores kann es sinnvoll sein eine Apple ID anzulegen, wenngleich man hier bereits umfangreiche Daten teilt. Alle weitergehenden Funktionen sollte man jedoch abschalten und auf Dienste mit mehr Fokus auf Datenschutz setzen.


Bilder:
Einleitungs- und Beitragsbild von Jan via pixabay

Tags: Datenschutz, macOS, Apple ID

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