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Proprietäre Softwareperlen für Linux Teil III: Master PDF Editor

Linux und die Idee der freien Software sind eng verwoben. Proprietäre Software kann zwar theoretisch für Linux vertrieben werden, das ideologische Umfeld und die geringe Verbreitung haben hier aber kein großes Ökosystem entstehen lassen. Drei prominente Ausnahmen möchte ich hier kurz vorstellen. Im dritten Teil: Master PDF Editor

Dieser Artikel ist Teil einer Serie:

PDFs sind der Quasi-Standard für den Austausch von Dokumenten, die nicht zur Bearbeitung vorgesehen sind. Manchmal muss man die Dokumente dennoch manipulieren oder aber die PDFs enthalten Funktionen über den Standard hinaus. In solchen Fällen benötigt man einen leistungsstarken Editor. In der Windows-Welt gibt es dazu den Standard Adobe Acrobat Pro und viele kleinere Projekte. Bei macOS hat sich PDF Expert weitestgehend durchgesetzt, wenn Anwender Funktionen über die integrierte Vorschau hinaus suchen.

Master PDF Editor

Keine Alternativen

PDF-Betrachter gibt es für Linux wie Sand am Meer. Dabei handelt es sich nahezu ausnahmslos um grafische Aufsätze auf die verbreitete Poppler-Bibliothek. Hinzu kommen dann noch graduelle Unterschiede, was zusätzlich noch unterstützt wird. Manche erlauben sogenannte Annoationen, andere nicht. Diese Betrachter bieten aber strukturell bedingt keine Funktionen über die Poppler-Bibliothek hinaus. Damit lassen sich vermutlich 95% der im Umlauf befindlichen PDFs fehlerfrei betrachten, aber mehr eben auch nicht.

Wenn man PDFs manipulieren möchte, muss man auf andere Werkzeuge ausweichen und landet schnell bei Kommandozeilenwerkzeugen wie PDFtk. Damit lässt sich viel anstellen aber der Wechsel zwischen unterschiedlichen Werkzeugen für ein PDF passt nicht in den Arbeitsablauf eines jeden. Als integrierte Lösung (die zudem noch sehr gut mit den proprietären Erweiterungen von Adobe funktioniert) gibt es nur den Master PDF Editor.

Master PDF Editor - kurz vorgestellt

Code Industry Ltd. ist eine russische Firma. Den Master PDF Editor gibt es für Windows, macOS und Linux. Zum Download stehen Pakete für Ubuntu (DEB) und CentOS/RHEL (RPM). Diese Pakete lassen sich natürlich auch mit anderen Distributionen nutzen, die mit diesen Paketformaten arbeiten. Arch Linux und seine Abkömmlinge werden über das AUR versorgt und es existiert auch noch eine gepflegte Version auf FlatHub. Die Installation sollte also mit jeder noch so abwegigen Linux-Variante möglich sein.

Der Master PDF Editor greift auf Qt 5 zurück und integriert sich dadurch sehr gut in KDE Plasma, aber die Darstellung in GTK-basierten Desktopumgebungen ist auch vollkommen akzeptabel - wie bei anderen Qt Programmen eben auch.

Die freie Version hat zwar viele Möglichkeiten, fügt aber ein Wasserzeichen ein. Deshalb werden die meisten nicht umhinkommen eine Lizenz zu erwerben. Diese kostet etwas weniger als 70 €. Aktuell sind es gerade 66,31 € wegen der reduzierten Mehrwertsteuer. Das ist für einen so mächtigen PDF Editor ein absolut annehmbarer Preis.

Was der Master PDF Editor?

Ich habe schon vor Corona meine Arbeitsweise digitalisiert. Meine persönliche Bibliothek für die Doktorarbeit umfasst gegenwärtig 1287 PDF-Dateien mit Texten - vom Aufsatz bis zur Monografie. Diese müssen beim Eingang bearbeitet werden, weil Doppelscans oder nicht benötigte Teile entfernt werden müssen und die Texte eine OCR Schicht bekommen. Das kann man alles mit freien Werkzeugen erledigen, aber ich habe in meiner macOS-Zeit die Vorzüge mächtiger und funktionaler grafischer Lösungen schätzen gelernt. Deshalb nutze ich dafür den hier vorgestellten Editor.


Bilder:
Einleitungsbild und Beitragsbild von von mohamed Hassan via pixabay  

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Tags: Proprietär, Linux, PDF, Editor, Master PDF Editor

Ergänzungen zum Artikel

Weitere Informationen können den Nutzungsbedingungen entnommen werden.

Johann
Die freie Version 4.3.89 fügt übrigens noch kein Wasserzeichen ein.
Gerrit
Bekommt der denn noch Sicherheitsupdates? Ansonsten fände ich das bei PDFs relativ heikel.
Michael
Hallo, als Alternative zu Master PDF (und anderen Anwendungen) nutze ich stattdessen PDF Studio (https://www.qoppa.com/pdfstudio), welches zwar - aus meiner Sicht - den Nachteil hat, in Java geschrieben zu sein, aber ansonsten recht zu funktioniert.

Von der Firma wird auch ein Viewer bereitgestellt.

Eine weitere Alternative ist FlexiPDF, da es unter Wine sehr sauber läuft (mit Ausnahme des Zugriffs auf einen Scanner, das ist PDF Studio besser). Aber das ist natürlich nicht ganz "Linux native"....

P.S. etwas nervig und fragwürdig, dass man neben den technischen Cookies auch die von VG Wort annehmen muss...

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