Ubuntu 22.04 „Jammy Jellyfish“ – Firefox nun als Snap

Als ich meine Vorschau für die kommende LTS Ubuntu 22.04 schrieb, war Firefox noch normal als DEB in den Paketquellen enthalten. Das entsprechende Paket ist seit dem 22. Februar – und damit knapp vor dem Feature Freeze – nur noch eine Weiterleitung auf das Snap.

Die ganze Geschichte erhitzt jetzt schon die Gemüter und ich prognostiziere mal, dass sich diese Änderung in allen Artikeln zur neuen Version prominent finden wird. Inklusive einem vorhersagbaren Shitstorm in den Kommentaren.

Ich persönlich habe überhaupt kein Problem mit Flatpaks oder Snaps und kann einer direkten Pflege von Firefox durch Mozilla und der Auslieferung via Snap (inklusive der zusätzlich Sicherung von Snaps durch AppArmor) viel abgewinnen.

Allerdings könnte es sein, dass auf sehr schwacher Hardware Firefox nun noch langsamer wird als er das auf entsprechender Hardware sowieso schon ist. Das Problem dürfte jedoch maximal Anwender von Lubuntu oder Xubuntu betreffen, da wir hier wirklich von extrem preiswerter oder alter Hardware sprechen (Dualcore, <4 GB RAM, HDD), die mit Ubuntu oder Kubuntu sowieso nicht mehr zufriedenstellend laufen wird.

Deshalb möchte ich auf das Mozilla PPA verweisen, das – zumindest stand jetzt – immer noch eine „normale“ Version von Firefox-ESR für Ubuntu 22.04 „Jammy Jellyfish“. Für eine LTS finde ich persönlich eine ESR-Version auch deutlich angemessener. Wer also aus irgendwelchen Gründen gerne eine klassische Firefox-Installation haben möchte, kann die gegenwärtig dort noch beziehen.

10 Kommentare

  1. Ich habe gerne mal ein paar Dutzend Tabs offen und schließe Firefox auch nicht nach jeder Session. Mache ich nun im Hintergrund ein Update über die Paketquellen (arch, btw) verweigert Firefox spätestens bei einem neuen Tab seinen Dienst und möchte einen Neustart. Und, so wie ich das verstanden habe, spielt snap automatisch Updates ein und man hat darauf so gut wie keinen Einfluss wann das passiert. Ich update meinen Firefox nur dann, wenn ich mit meiner Arbeit (im Browser) wirklich fertig bin und einen Browser Neustart verkrafte. Dass ich darauf nun keinen Einfluss mehr habe macht Ubuntu für mich als Desktop-System nur noch weniger attraktiv.

  2. Generell bin ich auch für neues offen und habe auf einem Laptop, den ich zum Testen „übrig“ habe, vor einiger Zeit Ubuntu 21.10 mit Firefox als Snap installiert.
    Ich hatte dann irgendwann Probleme, dass z.B. die Lesezeichen sich nicht mehr anzeigen ließen usw.
    Also das Sternsymbol in der Symbolleiste angeklickt, dann auf einen Unterordner und die gingen nicht auf.
    Sowas ist mir ansonsten noch nie passiert, daher bin ich (noch) etwas skeptisch, was das angeht. Nach dem ersten Start kann ich zumindest keinen großen Unterschied bei der Öffnungsdauer feststellen.

  3. Ich habe seit einer Woche auf meinem alten Test-Toshiba i3 (gen2), 8GB, 256 SSD-Sata die 22.04Beta installiert. Gefühlt starten die SNAPs nicht langsamer (aber auch nicht schnell auf der alten Maschine) als die entsprechenden DEBs mit 20.04 auf der selben Maschine davor. Allerdings habe ich noch keinerlei Erweiterungen (Gnome + FF) installiert weil Erfahrungsgemäss die Erweiterungen jeweils erst 1-2 Monate nach einem neuen Release gescheit funktionieren.

  4. Ich hatte nach dem update auf 21.10 bereits Firefox als Snap auf der platte. Da mein Laptop aber eine Nvidia+Intel GPU hat, hat das bei mir Probleme gemacht. Firefox ist dann alle Nase lang abgestürzt. Ich hatte da relativ schnell die Nase voll und bin zurück auf das DEB. Jetzt habe ich seid einigen Tagen Ubuntu 22.04 beta auf besagtem Laptop und bisher keinen Absturz beobachtet. Teu Teu Teu….

  5. Ich bin von Ubuntu auf Fedora gewechselt weil unter Ubuntu der mix von Snap und Flatpaks im Software-Center funktioniert hat. Ansonsten Versuche ich aber auch so viel es geht Flatpak (vorher auch Snaps) zu nutzen. Ich hatte in der Vergangenheit zu oft das Problem, dass ich irgendwann mit Versionskonflikten im Paketmanager zu kämpfen hatte weil ich zu viele PPAs eingebunden hatte. Auch bei Versionsupgrades zu neuen Ubuntu-Versionen hatten damit manchmal Probleme, bzw werden ja dann auch erst einmal alle PPAs deaktiviert und ich durfte sie dann hinterher alle bearbeiten um sie wieder zu aktivieren. Seitdem ich Flatpaks verwende wenn ich eine neuere Version einer Software haben will habe ich solche Probleme nicht mehr. Gerade der Browser ist ja auch eine sehr komplexe Software die immer aktuell gehalten werden sollte und aus Sicherheitsgründen auch gerne in eine Sandbox gesperrt werden darf, da machen die Kontainerbasierten Paket-Formate einfach absolut Sinn.

  6. Bei der Installation von Firefox als Snap sollte man auf sein Firefox/Thunderbird-Profil gut aufpassen.

    Entfernt man den Firefox und installiert den Firefox Beta, dann wird beim entfernen des Firefox direkt der .mozilla Ordner im Snap-Ordner mit entfernt.

    Ist der Snap-Ordner in /home schon von einer vorherigen Installation oder einem Backup vorhanden und man installiert nun den Firefox oder Thunderbird, dann überschrieb die Installationroutine von Snap die Dateien im Snap-Ordner mit dem aus /home/.var…(Flatpak) oder /home/.mozilla.

    Ich weiß nicht genau, ob es immer noch so ist, bis vor kurzem war es noch der Fall, aber das könnte einige Nutzer doch etwas verärgern.

  7. Weiss einer Zufällig wie man KeePassXC mit Firefox SNAP nutzt?
    Wenn das nicht geht, werde ich meine Familie von Ubuntu weg migrieren müssen.
    Beherrscht Firefox ESR MSTeams oder BigBlueButton genau so gut wie der aktuwlle FF. Wäre für die Familie auch ein Killer kriterium. Teams nur für eines.

    • ESR ist dem aktuellen Firefox ja immer nur ein paar Versionen hinterher. Die aktuelle Version ist vom August letzten Jahres und ich persönlich kann bei BBB keine großen Unterscheide zwischen ESR und der aktuellen FF-Version feststellen. Im Juni kommt dann die neue ESR auf Basis von Firefox 102. Es wäre also auch eine sehr kurze Übergangszeit.

      tl;dr Wegen der Geschichte auf eine andere Distro migrieren (welche außerdem, Debian setzt auch auf ESR, openSUSE Leap auch) ist vollkommen übertrieben.

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