Debian 10 „Buster“ – Beim Dinosaurier nichts Neues

Am 06. Juli veröffentlicht das Debian Projekt voraussichtlich die nächste Version Debian 10 „Buster“. Wie bei Debian üblich befindet sich die Version seit längerem im Freeze und kann daher bereits getestet werden. Grund genug sich mit der Mutter aller LTS-Distributionen zu befassen.

Seit der Veröffentlichung des Vorgängers sind gut zwei Jahre vergangen und dadurch bringt Debian 10 natürlich zahlreiche aktualisierte Versionen. Die relevanten Desktopumgebungen haben folgende Versionsstände:

  • GNOME 3.30
  • KDE Plasma 5.14
  • LXDE 10
  • LXQt 0.14
  • MATE 1.20
  • Xfce 4.12.

Als Basis verwendet man Linux 4.19, sowie systemd 241 und Mesa 18.3. In den Veröffentllichungshinweisen listet man zudem ein paar strukturelle Neuerungen auf. Debian nutzt nun standardmäßig AppArmor, sowie LUKS2. Ansonsten gibt es noch ein paar kleinere Änderungen.

Die Desktopumgebungen wie GNOME oder KDE Plasma liefert Debian – abgesehen vom Wallpaper – gemäß den Standardvorgaben der Entwickler aus. Lediglich Firefox ESR und LibreOffice sind immer enthalten. Eine übergreifende Benutzerphilosophie, wie sie teilweise andere Distributionen verfolgen, fehlt gänzlich.

Das Wallpaper ist bezeichnend, da man bei dem Test sich nicht des Gefühls erwehren kann, dass ein leichter Grauschleier sich über die Distribution gelegt hatSubsummierend kann man also sagen, dass es bei Debian nichts Neues gibt. Langjährige Anwender erhalten eine Aktualisierung der Versionsstände, die aber teilweise auch schon wieder nicht mehr taufrisch sind. Bei KDE hat man immerhin gerade KDE Plasma 5.16 herausgeben und GNOME ist auch schon eine Version weiter. Den Debian-Nutzer wird das aber kaum stören, weil Versions-Enthusiasten andere Distributionen nutzen.

Die Änderungen unter der Haube fallen aber sogar für Debian-Verhältnisse schmal aus. Das Projekt befindet sich scheinbar im Wartungsmodus. Seine Bedeutung hat Debian heute vor allem als Basis für andere Projekte.

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