Backups sind wichtig und sollten möglichst leicht zu realisieren sein, da man sie ansonsten nicht regelmäßig genug durchführt. Grundsätzlich gilt, ungesicherte Daten waren nicht wichtig, lediglich einmal gesicherte Daten bedeuten einem viel zu wenig und Backups sollten niemals am gleichen Ort aufbewahrt werden. Persönlich sichere ich meine Daten stündlich auf meinen Heimserver, welcher dann wiederum natürlich ebenfalls noch einem Backupsystem unterliegt. Für die stündlichen Sicherungen verwende ich der Einfachheit halber das in macOS integrierte Time Machine.

Apple hatte lange Zeit neben dem systemübergreifenden SMB noch eine eigene Lösung für Netzlaufwerke namens AFP. Die Unterstützung außerhalb der Apple-Welt für diesen Standard war eher mangelhaft, aber unter Linux konnte man mittels netatalk Freigaben einrichten (siehe auch: Time Machine Backups auf einen Linux Server sichern).

Bereits seit längerem erfolgt auch bei Apple jedoch eine Abkehr von solchen Insellösungen und man unterstützt SMB zunehmend besser. Im Zusammenhang mit der Umstellung des Standard-Dateisystems von HFS+ auf APFS in macOS 10.13 „High Sierra“ hat man die Unterstützung für AFP eingestellt. Das haben viele Medien relativ unreflektiert wiedergegeben, weshalb viele jetzt hektisch ihre Netzlaufwerke umstellen.

Tatsache ist jedoch, dass insbesondere für Time Machine einige spezielle Erweiterungen in SMB notwendig sind. Bis dato sind diese in der freien Lösung Samba nicht integriert, weshalb sich zwar Samba-Netzlaufwerke vollkommen problemlos in macOS einbinden lassen, eine Time Machine Sicherung auf diesen jedoch nicht möglich ist.

Dies ist jedoch nicht so schlimm, wie es den Anschein hat. Die Zwangsumstellung auf APFS erfolgte nur für reine SSD-Systeme. Dies dürfte also primär die MacBooks betreffen. Klassische iMacs bzw. der Mac mini und etwas ältere MacBooks haben jedoch meistens noch eine HDD bzw. eine Kombination aus HDD und SSD (so genannte Fusion Drive). Diese Geräte lassen sich zur Zeit noch nicht auf APFS umstellen.

Die Einstellung der Unterstützung von AFP betrifft jedoch nur Systeme mit dem neuen Dateisystem, weshalb Hardware mit einer klassischen HDD vorerst auch weiterhin mittels netatalk auf einen Linux-Server gesichert werden kann. Vermutlich wird Apple klassische HDDs (wenn überhaupt) erst mit dem nächsten macOS-Release umstellen. Bis dahin hat man auch hoffentlich Samba angepasst.


Update 16.10.2017

Bis dato lassen sich auch Systeme mit APFS problemlos auf AFP/Netatalk Freigaben sichern. Die Diskrepanz zur Apple Dokumentation ist nicht zu erklären. Entweder zeigen die Dokus bereits was zukünftig geplant ist oder im Zuge der (relativ kurzfristig entschiedenen) ausgebliebenen Umstellung für herkömmliche Festplatten wurden Funktionen im Betriebssystem beibehalten, die ursprünglich zur Entfernung vorgesehen waren.

Umso mehr wundert es, dass in der Presse wirklich niemand diese Funktion getestet hat, sondern lediglich die Apple-Mitteilungen abgeschrieben wurden.

Gerrit
Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

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