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Debian - Eine Kritik

Debian GNU/Linux ist eine der ältesten noch aktiv entwickelten Linux-Distributionen und mit Sicherheit das wichtigste und größte Community-Projekt unter den Linux-Varianten. Ohne Debian wären zahllose Derivate - nicht zuletzt das immer noch sehr populäre Ubuntu - schwer vorstellbar. Trotzdem hat sich die Distribution ins Abseits manövriert.

Debian spielte das letzte Mal 2015 in diesem Blog eine Rolle, als die Version 8.0 einem wohlwollenden Test unterzogen wurde (siehe: Debian 8.0 "Jessie" im KDE Test). Relativ kurz danach sortierte ich Debian schweigend aus und habe dies in meiner jüngsten Empfehlung von Linux-Distributionen auch in einem Halbsatz erwähnt (siehe: Linux-Distributionen - Die Qual der Wahl). Dabei wurde zu recht in den Kommentaren kritisiert, dass ich dafür eine Begründung schuldig geblieben bin. Das soll hiermit nachgeholt werden.

Debian GNU/Linux ist eine der wenigen großen Distributionen ohne Firma im Hintergrund. Diese Unabhängigkeit ist zusammen mit den sehr umfangreichen Paketquellen sicherlich das beste Argument für Debian. In den vergangenen Jahren ist die Distribution jedoch ins Hintertreffen geraten, möglicherweise nicht mal durch aktive Entscheidungen, sondern eher durch das Fehlen solcher.

Eine Kritik in vier Punkten

Supportzeiträume

Die Linux-Distributionen haben sich in den vergangenen Jahren ausdifferenziert. Auf der einen Seite jene Varianten ohne stabile Veröffentlichungen, die einem rollenden Entwicklungsmodell folgen: Arch Linux, Manjaro, openSUSE Tumbleweed, Chakra, KaOS, Solus - um nur die bekannteren Projekte zu nennen. Diesen Projekten stehen die Distributionen mit einem Fokus auf stabilen Langzeiteinsatz gegenüber: RHEL (inklusive der semi-offiziellen Klone CentOS, Scientific Linux), SLE, Ubuntu und mit Abstrichen openSUSE Leap. Die Supportzeiträume rangieren zwischen 5 und 10 Jahren.

Debian ist weder Fisch, noch Fleisch. Die stabilen Veröffentlichungen haben einen Supportzeitraum von knapp drei Jahren (abhängig vom Erscheinen der Folgeversion), ergänzt durch den sehr beschränkten LTS-Zusatz für weitere zwei Jahre. Dieser umfasst aber nur wenige Pakete und kann daher nicht konkurrieren. Daneben hat man mit Debian Sid/Testing zwei rollende Zweige, die durch das behäbige Entwicklungssystem oftmals sogar hinter den STS-Snapshots von Ubuntu her hinken und bei weitem nicht mit den obigen RR-Distributionen konkurrieren können.

Organisation und Transparenz

Debian ist das vielleicht am vollständigen durchorganisierteste Projekt im Open Source Universum. Um ein so großes Projekt am Laufen zu halten ist natürlich mehr Organisation notwendig, als bei kleineren Projekten wie KaOS. Als Anwender hat man aber regelmäßig das Gefühl, dass das Projekt an seiner Organisation erstickt.

Das fängt schon bei der Außendarstellung an: Die Internetauftritte sind hoffnungslos veraltet, das Wiki unübersichtlich und oft nicht aktuell. Es betrifft aber auch den Kern der Distribution. Entscheidungen warum Pakete aus der Distribution entfernt werden, welche im Gegenzug den Aufnahmeprozess überstehen und welche Versionen es in die finale Veröffentlichung schaffen sind vollkommen intransparent für Außenstehende. Insbesondere die Maintainer-Gruppen verwalten oftmals riesige Paketgruppen ohne konkreten Ansprechpartner.

Die hohen Aufnahmehürden gewährleisten zwar eine gewisse Qualität, schrecken aber auch viele ab. Die stetig sinkenden Maintainer-Zahlen (auf hohem Niveau versteht sich) zeigen das. Die gewünschte Communitymitwirkung beschränkt sich auf Wikiartikel und Dokumentationen verfassen. Das ist ein sehr altes Verständnis von Community-Partizipation und möglicherweise nicht mehr ganz zeitgemäß.

Teile dieser Maintainer-Gruppen treffen zudem vollkommen irrationale Entscheidungen hinsichtlich der Versionsqualität. Es scheint aber innerhalb des Projekt keine übergeordnete Idee zu geben, wohin man mit dem Projekt möchte und der sich die Maintainer unterwerfen müssen. KDE gibt beispielsweise für Plasma seit längerem LTS-Versionen heraus, zuletzt Version 5.12. Es würde Sinn machen, diese auch in einer Distribution mit Langzeitunterstützung zu verwenden - es sei denn man ist bei Debian. Dort nimmt man einfach die Version, die sich beim Freeze zufällig in Testing befindet und wirft sie den Desktopanwendern vor die Füße. Langfristige Pflege? Fehlanzeige!

Der Maintainer eines Pakets hat jedoch eine fast unanfechtbare Stellung. Seine Entscheidungen muss er kaum rechtfertigen - weder vor einer übergeordneten Projektleitung, noch vor den Anwendern.

Dogmatismus

Dies betrifft gleich das nächste Problem: Das Projekt wird vor allem durch rigide Umsetzung von Dogmen geprägt. Dazu gehört nicht nur die viel gescholtene Verbannung proprietärer Treiber, sondern auch der rigide Stabilitätswahn bei Paketen. Ist der Freeze einmal eingeleitet werden die Versionsstände nicht mehr angefasst. Fehlerbehebungen und unwichtige Sicherheitsaktualisierungen, die sich nicht in einen Patch packen lassen oder für die sich niemand zuständig fühlt bleiben bis zum Supportende ungelöst. Eine Debian-Veröffentlichung ist somit ein Glücksspiel, ob man selbst von schwerwiegenden Problemen verschont bleibt.

Den Debian-Entwicklern fehlt scheinbar in weiten Teilen die Fähigkeit oder die Zeit Fehlerbehebungen und Patches vernünftig zurück zu portieren, weshalb es einfach unterbleibt. Das betrifft natürlich nicht zentrale Bestandteile wie den Kernel, wohl aber viele Pakete im Desktopumfeld. Anstelle die Richtlinien hier aufzuweichen, wie das z. B. bei SUSE oder Red Hat geschehen ist, akzeptiert man einfach den Fehlerstand als gottgegeben.

Vielfalt und Ziellosigkeit

Debian will alles können und sein. Das Betriebssystem soll vom Smartphone bis zum Server auf jedem Gerät laufen. Das funktioniert auch leidlich, fühlt sich aber auf jeder Plattform lieblos an. Die Integration und Pflege der Desktopumgebungen changiert zwischen mittelmäßig und katastrophal, für den Servereinsatz sind hingegen die Supportzeiträume zu kurz. Für jeden denkbaren Einsatzzweck gibt es somit eine bessere Alternative.

Zusammengefasst

Debian ist keine durchweg schlechte Distribution oder gar unbenutzbar. Die Unabhängigkeit und Langlebigkeit des Projekts ist zudem ein wichtiger Faktor. Hat man sich mit Debian arrangiert, muss man vermutlich für lange Zeit keine Alternativen ausprobieren. Debian ist aber in keinem Einsatzbereich besser geeignet als die spezialisiertere Konkurrenz. Wer also damit leben kann nicht auf jedem Gerät - vom Smartphone bis zum Server - das gleiche System zu verwenden, ist mit konkurrierenden Distributionen in der Regel besser bedient.


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Tags: Linux, Debian

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    Torsten · Vor 1 Monaten
    Teilweise stimme ich dir mit deinen Ausführungen zu. Aber nur teilweise. Auf Debian lasse ich nichts kommen. Debian ist so extrem stabil und praktisch unkaputtbar. Auch wenngleich ich einige Sachen an Debian kritisiere. Viele Software/Pakete sind wirklich ziemlich veraltet, dafür aber stabil. Als Endnutzer sollte man sich allerdings auch fragen, was einem wichtiger ist - Aktualität oder Stabilität, beides gleichzeitg funktioneren oftmals nicht. Viel wichtiger finde ich es, daß Debian etwas einfacher in der Handhabung wird und das Neulinge nicht durch Verkomplizierungen abgeschreckt werden, hier müsste man bei Debian noch einiges lernen, zB von Ubuntu oder Linux Mint, dann wird Debian auch mehr Zuspruch und Anhänger gewinnen.
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      Gerrit
      • Administrator
      · Vor 1 Monaten
      "Viele Software/Pakete sind wirklich ziemlich veraltet, dafür aber stabil."

      Genau das trifft meiner Meinung nach am Desktop nicht mehr zu. Die Pakete sind zwar versionsstabil, aber die Pflege überfordert die Debian Maintainer. Selektive und gut getestete Aktualisierungen im Minor-Bereich würden der Benutzungs-Stabilität vermutlich mehr dienen. RHEL und (open)SUSE machen es vor.
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        Torsten · Vor 1 Monaten
        OK, so betrachtet, stimmt das. Dennoch bleibt bei Debian das Hauptproblem an der oftmals schwierigen Konfiguration, insbesondere für Neueinsteiger oder Umsteiger. Nicht jede(r) ist ein Konsolennazi (O-Ton von Linus Torvalds, nicht meine Worte).
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    Hatschi · Vor 1 Monaten
    Ich verstehe nicht, was bei einer normalen Konfiguration ohne verschlüsselte Benutzer-Accounts schwierig sein soll.
    Habe mir Debian Stretch als Netinstall geladen und nach Eingabe der Netzwerkparameter den Rest aus dem Netz gezogen. Das war auch nicht schwieriger als Ubuntu18.04LTS als Debian-Derivat.
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      Torsten · Vor 1 Monaten
      Wer noch nie vorher mit Debian zu tun hat, für dem ist das schon eine Umstellung und kann als schwierig empfunden werden. Auch hier ist das Problem, daß viele Debianer sich nicht in die Lage der "einfachen Nutzer" hineinversetzen können, oder einfach nicht wollen. Mit der Konfiguration meine ich auch die spätere Konfiguration des Debian-Systems, nach der Erstinstallation. Hier sollte Debian es den Nutzern einfacher machen. Oder arbeitet man bei Debian nach dem Motto: "Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?"
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    Abbc · Vor 1 Monaten
    Das einzige was ich Debian "ankreiden" würde, wäre seine "Spiritualität" auch als bereits im Artikel genannte Dogmatismus. Aber das zeigt eben nur, das ich nicht in ihre Zielgruppe passe. Bei anderen Kritikpunkten muss ich aber vielleicht auch Kritik üben. Debian gilt als unabhängiges Projekt. Wird aber mit kommerziellen Projekten, Ubuntu, RHEL und SLES verglichen. Das scheint mir eben etwas unpassend. Ubuntu, RHEL und SLES Supporten eben auch ein gewisses Pool an Software und lassen sich dafür bezahlen. Bei Debian ist das meines Wissens so geregelt das LTS nur die Pakete enthält welche die Firmen selbst Supporten, einsetzen und es anderen zur Verfügung stellen.
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    postlet · Vor 1 Monaten
    Ist übrigens nicht so, als wenn die Entwicklergemeinschaft um Debian sich dieser Kritikpunkte nicht bewusst wäre. In der Breite gesehen, arbeiten die eigentlich nur noch anderen Distributionen zu. An Serverinstallationen dürfte Ubuntu die eigentlich überholt haben. Auf Desktops ist es ebenfalls (irgendwie) Ubuntu, oder wenn Nutzer etwas weitergehen wollen, wird eher zu Arch gegriffen - zumindest im Umfeld der Privatanwender bzw. Poweruser. Da Debian faktisch keinen Business Support anbieten kann, sind RHEL, SLE oder wiederum Ubuntu für Unternehmen bzw. Bildungseinrichtungen interessanter … Mal ungeachtet des Support-Zeitraums.

    Grundsätzlich ist es aber nicht ungewöhnlich, dass solche Projekte irgendwann an einen Punkt kommen, an dem man sich überlegen muss, wo es in der Zukunft hingehen soll und ob die alten Strukturen noch zeitgemäß sind. Und Debian hat diesen Punkt vielleicht schon etwas länger erreicht.
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      Gerrit
      • Administrator
      · Vor 1 Monaten
      Die Frage ist halt manchmal, ob eine Organisationsstruktur jede Veränderung blockiert, weil eine Minderheit von "Das-haben-wir-schon-immer-so-gemacht" Vertretern jede Entscheidung blockieren. Den Eindruck kann man jedenfalls bei Debian gewinnen wenn man sich die Diskrepanz zwischen vollmundigen Ankündigungen und Ergebnissen mal anguckt.
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        postlet · Vor 1 Monaten
        Das ist eigentlich nicht nur „manchmal“ die Frage. Derzeit kann man das Debian-Projekt schon irgendwie mit der Bundesrepublik Deutschland vergleichen: Kontinuität und Stabilität bis zur Stagnation verpackt in Bürokratie. Es wird nur noch verwaltet. Und jeder Reformegedanke wird erstickt in demokratischen Endlosdiskussionen, aus denen naturgemäß keine Ergebnisse hervorgehen. Das findet man so bei allen größeren Gemeinschaftsprojekten. Womit ich jetzt nichts rechtfertigen will, aber eben sehr gut nachvollziehen kann, warum Debian im Moment da ist, wo es ist.

        Ganz ohne Frage, da muss was passieren, bevor Debian völlig in der Bedeutungslosikeit versinkt. Neue Entwickler zieht man so sicherlich nicht an. Da packt man seine Pakete dann lieber für ein PPA oder ins AUR.
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    Marcus · Vor 1 Monaten
    Der aktuelle Paketstatus bei Debian ist sehr transparent einsehbar:

    https://packages.qa.debian.org


    Als Beispiel nehme ich mal das mpt-status Paket.

    https://packages.qa.debian.org/m/mpt-status.html


    Solltest Du dich ausführlicher mit dem Thema Debian auseinandersetzen wollen, empfehle ich dir das Buch 'Das Debian System' von Martin Krafft. Es erklärt gut die Prinzipien die hinter dem Projekt stehen.
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      Gerrit
      • Administrator
      · Vor 1 Monaten
      Das ist keine Transparenz, das ist eine technische Dokumentation.

      Entscheidungsprozesse, die über die Aufnahme, Ablehnung oder Entfernung von Paketen aus der Distribution entscheiden, sowie über den geplanten Versionsstand sind absolut intransparent. Man bekommt allenfalls über Bugreports manchmal ein paar Informationen.
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        Marcus · Vor 1 Monaten
        Nenne mir doch ein Beispiel eines Paketes für das du keine Informationen im QA-System gefunden hast. Bei einer Distributionserstellung sind Entscheidungsprozesse ganz klar in erster Linie technisch. Bei schwierigeren Entscheidungen wie dem Wechsel auf systemd wurde das Thema breit auf den Mailinglisten ausgetragen. Auch hier transparent einsehbar.
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          Gerrit
          • Administrator
          · Vor 1 Monaten
          "Bei einer Distributionserstellung sind Entscheidungsprozesse ganz klar in erster Linie technisch."
          Nein sind sie nicht. Es sind politische Entscheidungen welchen Desktop man in welcher Version ausliefert und welche Bibliotheken dafür notwendig sind. Debian versteckt politische Entscheidungen hinter technischen Notwendigkeiten. Nimm als Beispiel die geplante Entfernung von Qt4. Hier führt man technische Argumente für eine Entfernung an, die andere LTS-Distributoren scheinbar nicht teilen.
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            Marcus · Vor 1 Monaten
            Hinter Debian steckt eine Vielzahl Freiwilliger und diese maintainen die Pakete. Sie geben dafür ihre Zeit und Arbeit in das Projekt. In diesem Rahmen liegt es dann auch an den Maintainern und ihrer Bereitschaft ob und welche Version eines Paketes sie pflegen wollen oder können. Das ist bei anderen Projekten wie z.B. bei openSUSE auch nicht viel anders. Vor einigen Jahren ist dort zum Beispiel der Hauptmaintainer von Xfce zurückgetreten und die Version in der Distribution lag lange Zeit brach. Dann hat sich irgendwann wieder jemand gefunden und mittlerweile ist es erneut gut gepflegt.

            Grundsätzlich findest du in fast allen dieser Projekte (ausser denen die explizit von Firmen getrieben werden) mertiokratische Organisationsstrukturen. Das heisst wer was macht, kann auch mitbestimmen.

            Es gibt auch einige Distros die Endanwender mehr in Entscheidungsprozesse mit einbinden. In diesem Punkt gebe ich dir recht, da ist Debian nicht die optimalste Distribution, gibt allerdings auch nicht vor dies sein zu wollen.
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    Steff · Vor 1 Monaten
    Ich arbeite schon seit Anfang an mit Debian, und das sind alles Features, die Du da aufzählst. Ohne Diese wär's kein Debian.
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    Thaodan · Vor 1 Monaten
    Hinsichtlich der Paket Versionen und dem Release Prozess muss ich dir zustimmen. Für mich persönlich war Debian nie etwas da ich ab einem ein stabiles rolling release wollte. Das heißt nur noch als stabil vom upstream markierte Versionen in den Repos landen. Theoretisch wäre das im Falle von Debian dann unstable. Nur das Problem bei Debians release Prozess ist das zumindest in Testing und unstable nicht darauf geachtet wird ob eine Aktualisierung ein anderes Paket bricht. Genau so etwas sollte nie passieren meiner Meinung nach. Selbst in Debians Zirkel Release System. Im weiteren finde ich der Umfang von dpkg als Paket System mit den ganzen Scripts wie dpkg reconfigure als zu fett, meiner Meinung nach sollte man wann immer möglich upstream Komponenten nehmen wenn möglich.
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    sumpfsuppe · Vor 1 Monaten
    Schöner Artikel, deine Kritik ist sachlich und nachvollziehbar formuliert. Die Schlüsse, die Du ziehst, teile ich als Debian-Nutzer allerdings nicht:


    Klar, hinter Debian steckt ein riesiger, träger Verwaltungsapparat und eben kein zentraler Visionär (aka Entscheider). Ob die Folgen dessen jetzt positiv oder (wie für dich) negativ zu sehen sind, hängt ganz von den individuellen Anforderungen an eine Distribution ab.

    Womöglich disqualifiziert Debian sich dadurch für den Enterprise-Markt. Andererseits kann Debian sich Freiheiten leisten, die kein gewinnorientiertes Unternehmen genießt. So lange ich persönlich alle paar Jahre ein neues stabiles Produkt geliefert bekomme, ist mir als Anwender aber egal, was und wie viel innerhalb der Entwickler-Community diskutiert wird. Und wenn der stoische Zyklus aus Sid, Testing und Stable den einen oder anderen Trend spurlos an sich vorbeiziehen lässt, ist das mitunter auch nichts schlechtes.

    Denn in einem Punkt übertrumpft Debian meiner Erfahrung nach alle anderen Distributionen: Einmal aufgesetzt hat man praktisch keinerlei Berührungen mehr mit dem System. Upgrades laufen ohne Nutzerinteraktionen und zuverlässig im Hintergrund ab, eine Debian-Kiste ist praktisch immer einsatzbereit.

    Selbst Upgrades vom einem Stable-Release aufs nächste sind kein Problem. Da hab ich vor längerer Zeit bei Ubuntu und zuletzt beim Sprung von openSuse innerhalb der 42.*-Versionen ganz andere Erfahrungen gemacht. Solche Fummeleien machen viele andere Vorteile dieser Distrubitionen meiner Meinung nach direkt wieder zunichte.
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      Abbc · Vor 1 Monaten
      Mit openSuSE 42 habe ich auch böse Überraschungen erlebt. Allerdings ist das wohl dem damaligem Sprung auf ein neues Systems geschuldet. openSuSE15 machte bei mir keine Zicken mehr.
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        Schoerch · Vor 1 Monaten
        Mhm, das kann ich so nicht bestätigen. Ich hatte mit openSUSE bisher keine Probleme beim Upgrade. Ich habe u.a. eine inplace VM seit 11.4 -> ... -> Leap 15.0 ohne Probleme. Einen Desktop mit Leap mit prop. Treiber und Zusatz Repos 42.2 -> 15.0 ging auch ohne Probleme. 2x Laptop mit custom Settings Leap 42.2 -> 15.0 ebenfalls keine Schwerigkeiten. Sogar ein Downgrade vom Leap 15.0 auf 42.3 funktionierte ohne Probleme...

        PS:Allerdings administriere ich auch SLES Systeme seit 8.x und Netware / Open Enterpise Server. Da sammelt man halt Erfahrungen wie man ein SUSE System vorbereiten muss....
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    planetmaker · Vor 1 Monaten
    Ja, Debian ist weder "ganz aktuell" noch hat es den wirklich "langen LTS-Support" von > 5 Jahren. In den Vergangenen Jahren, bzw. eher Jahrzehnten habe ich diverse Distributionen durchprobiert, sowohl am Desktop als auch auf Servern. Und in jedem Fall ist es ein Trade-Off, welchen man jeweils vollziehen muss.

    Es scheint kein System zu geben, was Debian an Stabilität übertrifft. CentOS liegt auf dem gleichen Niveau, bietet da aber die wirkliche Langzeit-Pflege und einen ähnlichen Umfang.

    Auf dem Desktop - kommt drauf an. Für zuhause nutze ich Debian oder CentOS nicht, da kann ich mir gelegentliches Rumfrickeln leisten. Der Rechner ist nicht "kriegsentscheidend". Auf Arbeit hingegen ist Debian auch für den Desktop eine hervorragende Wahl, wenn man einen Rechner braucht, der einfach und stabil läuft. Braucht man doch neuere Pakete, so gibt's häufig die Backports.
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    Hightension · Vor 1 Monaten
    Wir nutzen Debian für unsere Server. Wir sind weder Enterprise noch klein. Für uns sind die Zeiträume, nach denen neue Pakete kommen genau richtig. Erst zweimal ist es vorgekommen, das wir eine neue Paketversion über einen mirror nachinstallieren mussten. mysql 5.8 und php 7.0. Für uns ist Debian ein perfektes rundum sorglos Paket. Ich versteh schon, dass Debian nichts für cutting edge Desktop User ist, ausser man nutzt unstable. Genauso wenig ist es was für Enterprise, aber für den Mittelstand als Serversoftware ist es mehr als nur optimal. Und ich behaupte mal, dafür zielt Debian auch ab
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    Schoerch · Vor 1 Monaten
    Ich kann das genau nachvollziehen. Für mich war Debian nach mehren Versuchen leider keine Option. Gerade die bemängelte Intransparenz warum Pakete aufgenommen oder abgelehnt werden, hat mich in das SUSE Lager und bei Bedarf zu RedHat getrieben. Ich kenne SUSE seit der 6.4 und auch die SLES Systeme. Bei SUSE ist auch nicht alles Gold was glänzt, jedoch bin ich von deren Logik und Aufgeräumtheit der Pakete angetan.

    Es sind auch viele weitere Dinge, die mich bei Debian gestört haben und noch stören. Deshalb fasse ich auch ungern Debian Derivate an wie Ubuntu und Co. an.
    - keine LUM Implementattion...nicht vorhandene Interoperabilität
    - NCP/NSS mounts ...grotten schlechte Perfromace
    - veraltete Konfigurationspfade (u.a. Apache 2.2)
    - fehlende Dokumentationen...

    Ich bin zwar gerne bereit etwas am System zu konfigureren oder anzupassen aber wenn ich keine gewünschten Funktionen, Kompatibilitäts- oder Sicherheitspachtes bekomme ohne auf instabile Pakete ausweichen zu müssen, nützt mir das nichts. In der Regel setzte ich ein neues System einmal auf und lasse es mindestens 4 Jahre bis die Hardware nicht mehr leistungsfähig genug ist oder Defekte auftreten. Das OS wird dann im regelmäßigen Release Zyklus inplace aktualisiert, natürlich frühestens ca. 2 Monate nach Relase Datum. (happy)
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    user · Vor 1 Monaten
    Danke für die Klarstellung, jetzt kann ich die Kritik an Debian zumindest nachvollziehen, wenn auch nicht unbedingt teilen. Wobei ich von den trägen und intransparenten Entscheidungsprozessen als Anwender auch nichts mitbekommen, aber die Kritik hört man ja öfter. Ich denke allerdings, das die lange zeit die Debian in dieser Form besteht, ohne das der Charakter der Distribution kompromittiert wurde, auch dafür spricht das die selbstgewählten Regeln durchaus auch ihre Berechtigung haben.

    Das Debian Generalist und nicht Spezialist ist, stimmt, und man kann vermutlich für jede Aufgabe eine spezielle Distribution finden, die in dem Punkt besser ist. Viele davon beruhen aber auf Debian. Denn eben diese breite Aufstellung von Debian, was Software und unterstützte Plattformen angeht, verbunden mit Stabilität, Kontinuität und konsequenter Beschränkung auf Opensource Software haben Debian zum wohl absolut größten GNU Linux Baukasten überhaupt gemacht. Auf keiner anderen Distribution beruhen so viele Projekte und Derivate. Ohne Debian wäre die Linux Welt eine andere, und ich hab sogar Zweifel, ob sich ohne immer gegenwärtige Debian-Alternative nicht längst eine kommerzielle Linux Distribution durchgesetzt hätte.
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    MalSaulusMalPaulus · Vor 1 Monaten
    Ich werde vermutlich zu Debian von Ubuntu LTS wechseln. Warum denn das, wirst Du dich fragen, schließlich bietet doch LTS längeren Support an als Debian standardmäßig.

    Dumm nur, wenn viele Pakete eben nicht länger unterstützt werden. Bereits jetzt werden auf meinem Server 93 Pakete gelistet, die nicht mehr unterstützt werden. Darunter z. B. mariadb, php-fpm.

    Bei Debian weiß ich, dass die Pakete wenigstens Sicherheitsupdates bekommen, bis der Supportzeitraum endet. Bei Ubuntu wird einem Sicherheit vorgegaukelt, weil sie ja einen nicht einmal standardmäßig darüber informieren, dass so und so viele Pakete gar nicht mehr unterstützt werden. Es kommt nur: 0 Aktualisierungen durchgeführt, bei apt update && apt upgrade und man meint, dass man auf der sicheren Seite wäre, aber dem ist nicht so...
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      Gerrit
      • Administrator
      · Vor 1 Monaten
      Server haben nach der Installation nur main als Paketquelle aktiviert. Ohne händische Eingriffe des Administrators hat Ubuntu also den gleichen Sicherheitsstatus wie Debian - natürlich mit deutlich kleinerem Paketreservoire.
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