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Screenshot "elementary OS"

elementary OS im Consumer-Einsatz - Ein Zwischenbericht

Im Mai hatte ich elementary OS anstelle Kubuntu auf den von mir betreuten Geräten installiert (siehe: elementary OS im Consumer-Einsatz - Ein Experiment). Die Zwischenbilanz fällt ziemlich gemischt aus. Die elementary Software funktioniert gut, die Ubuntu-Basis leider nicht.

Die Wahl des elementary Projekts Ubuntu als Basis zu nehmen hatte ich immer komisch gefunden. Man bindet sich dadurch an die strategischen Entscheidungen Canonicals. Erste Probleme zeigen sich schon durch die Entscheidung des eOS Teams für Flatpak. Ich hätte aber nicht erwartet, dass das Zusammenspiel so viele Probleme macht.

Es zeigte sich leider, dass der Zustand von Ubuntu außerhalb "mains" noch schlimmer ist, als befürchtet. Ubuntu 18.04 ist im "universe" eigentlich nur noch eine Sammlung von Sicherheitslücken und Bugs. In die läuft man dann mit elementary OS haufenweise rein. Aktuellere Software wie Chromium gibt es nur noch als Snaps und eben jene möchte das eOS-Team nicht unterstützen. Inwieweit das trotzdem harmoniert wollte ich nicht ausprobieren. Hinzu kommen ärgerliche Bugs. Ein bekanntes Problem sind beispielsweise Notebooks, die nicht mehr aus dem Standby aufwachen. Das Problem liegt wohl irgendwo im Zusammenspiel von systemd und light-locker. Das eOS Team verweist auf Ubuntu und dort interessiert das niemanden, weil Ubuntu im Hauptzweig GDM nutzt.

Die Desktopumgebung Pantheon Shell und zentrale Programme funktionieren jedoch beim Anwender sehr gut. Wenige Schaltflächen, durchdachte Menüführungen und Designkonzepte zeigen ihre positive Wirkung. Das gilt für eigentlich für die gesamte Basis wie die Shell, den Dateimanager, den Kalender, die Fotoverwaltung die Mailanwendung.

Aus diesem Grund habe ich anstelle einer vollständigen Abkehr von eOS bereits im Juni die Basis auf Fedora 32 (siehe: Fedora 32 mit Pantheon Shell) umgezogen. Das funktioniert seitdem im Alltagsbetrieb mit Autoupdates erstaunlich reibungslos.

Nach der Veröffentlichung von elementary OS 6 mit Ubuntu 20.04 als Basis werde ich nochmal prüfen, ob eine Rückkehr zu einem reinen eOS denkbar ist oder es bei Fedora in Pantheon Flavour bleibt.

Langfristig denke ich aber, dass ein Wechsel des eOS Team auf eine passendere Basis unausweichlich ist.

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Tags: elementary OS, Fedora

Ergänzungen zum Artikel

Weitere Informationen können den Nutzungsbedingungen entnommen werden.

Du kannst Pantheon übrigens auch auf Debian staple (Stretch und Buster) verwenden. Wie das geht, habe ich hier gezeigt. https://www.michlfranken.de/debian-stable-mit-pantheon-desktop-buster-und-stretch/

URL zum Video auf YT ist unten im Artikel.

Wem also die Ubuntu Basis zu problematisch ist, könnte nebst Fedora auch mit Debian als Unterbau arbeiten.

VG
MichlFranken

Gerrit
Danke für den Hinweis. Funktioniert das denn einigermaßen? In Fedora liegt Pantheon ja inzwischen direkt in den Paketquellen und nicht in irgendeinem Dritt-Repo.
Hallo Gerrit,

ja es funktioniert schon gut. Das Problem ist nur, daß unklar ist, wie schnell der Entwickler mal reagiert, wenn es mal zwickt. Hier kommt Pantheon leider aus einer externen Paketquelle, was in meinen Augen die Schwachstelle an der Geschichte ist.

Gruß

Alex
Wieso installierst du Chrome nicht einfach als .deb-paket? Ich mach unter Elementary fast alles als deb, da ich weder Snap noch Flatpak mag
Gerrit
Setzt aber eine zusätzliche Fremdquelle voraus.
Alex
Verstehe ich jetzt nicht so ganz. Wenn ich mir das deb-Paket direkt beim Hersteller (in dem Fall Google) hole, was findest du daran fremd? Noch direkter geht es doch nicht, oder sehe ich da was falsch?
Gerrit
Sorry ich hatte mich verlesen. Ich dachte du beziehst dich (wie ich oben im Artikel) auf Chromium.

Chrome würde ich mir nie ins Haus holen und auch keinem Anwender zumuten. Da kann man ja gleich jedwede Bemühungen um Privatsphäre beenden.

Andreas
Ich finde die Oberfläche von elementary Os prima und bin mit dem Dateimanager sehr zufrieden, vor allem mit der Option, Favoriten für Verzeichnisse anzulegen.
Was ich von MacOS sehr vermisse, ist die Möglichkeit, Dateien oder Verzeichnissen Tags zuzuordnen und sich mit einem Klick auf den Tag in der Sidebar des Dateimanagers sich all diese Verzeichnisse dann anzeigen zu lassen. Bis jetzt können nur Farben zugewiesen werden, aber eine Suche danach geht nicht. Weiß jemand, ob da was geplant ist?

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