Ubuntu LTS

Screenshot: Ubuntu 14.04 mit Unity

Ubuntu ist die möglicherweise am weitesten verbreitete Linux-Distribution und den meisten ein Begriff. Die Entscheidung LTS-Versionen einzuführen traf man bereits sehr früh in der Entwicklungsgeschichte von Ubuntu mit dem Release von Dapper Drake im Jahr 2006. Ursprünglich galt der Support für den Desktop nur drei Jahre, während die Serverpakete 5 Jahre unterstützt wurden. Diese Trennung wurde mit dem Release von 12.04 aufgehoben, seitdem werden Desktop- und Serverversion 5 Jahre unterstützt. Die Community-Derivate Kubuntu, Xubuntu, Lubuntu, Ubuntu GNOME und Ubuntu MATE bringen jeweils eigene LTS-Versionen heraus. Diese haben allerdings nur eine Laufzeit von 3 Jahren. Alle zwei Jahre erscheint im April eine neue LTS Version, dazwischen veröffentlichen die Ubuntu-Entwickler alle 6 Monate STS Versionen, die als Vorschau für interessiere Nutzer gedacht sind.

Ausgehend vom Supportzeitraum und den Richtlinien zu Updates ähnelt Ubuntu sehr stark Debian. Der Unterschied liegt vor allem in der besseren Planbarkeit der Updates und einer stärkeren Fokussierung auf einen gut vorkonfigurierten Desktop.

Nachteilig an Ubuntu ist die deutliche Limitierung der unterstützten Software. Denn die Ubuntu-Paketquellen sind in die Bereich main, universe und multiverse eingeteilt. Zusammen genommen haben sie in etwa den Umfang Debians. Der offizielle LTS-Support beschränkt sich jedoch auf die in main liegenden Pakete. Dort liegen die offiziell von Canonical (der Firma hinter Ubuntu) betreuten Pakete, in universe hingegen die von der Community gepflegten Programme. In universe finden sich sowohl Programme, die sehr professionell von Projekten wie Kubuntu gepflegt werden, als auch solche, die während des Entwicklungsprozesses durch einen Synchronisationsvorgang aus dem Debian Testing- oder Unstablezweig importiert werden. Letztere erhalten kaum/keine Pflege und können auf lange Sicht ein Sicherheitsrisiko darstellen. Universe ist durch diese interne Zweiteilung ein recht undurchsichtiger Bereich.

Im Unterschied zu anderen Distributionen gibt es für jede Desktopumgebung ein eigenes Derivat. Ubuntu bezeichnet die Variante mit der Oberfläche Unity. KDE Plasma wird von Kubuntu ausgeliefert, Xfce von Xubuntu. Jedes dieser Derivate hat eigene Teams, die sich lediglich die gemeinsame Basis (ubuntu-minimal) teilen. Es kann innerhalb der Derivate gravierende Unterschiede in der Qualität und Quantität des Supports geben.

Neben der Desktopversion entwickelt Ubuntu auch Versionen für andere Endgerätegruppen wie Ubuntu Touch für Smartphones und Tablets, sowie Ubuntu "Snappy" Core für so genannte Embedded Devices (zu dt. etwa "eingebundene Systeme").

Vorteile von Ubuntu:

  • Der Support wird für 5 Jahre garantiert.
  • Alle zwei Jahre erscheint planbar eine neue LTS Version
  • In regelmäßigen Abständen werden s.g. Pointreleases (z.B. 14.04.2) mit aktualisierter Hardwareunterstützung (Kernel und Grafikstack) veröffentlicht.
  • Über die Personal-Package-Archive (PPA) können aktualisierte Softwarepakete eingespielt werden.
  • Distributionsupgrades von einer LTS Version auf die folgende sind möglich.

Nachteile von Ubuntu:

  • Der LTS-Support wird lediglich für die Pakete in main garantiert. Die Pakete in universe können Unterstützung erhalten, dies wird aber nicht definitiv zugesichert.
  • Die Unity-Oberfläche hat Vorrang. Probleme in anderen Desktopoberflächen - sei es im Releasemangement oder während der Supportzeit - werden nachrangig behandelt.
  • Bei vielen eingebundenen PPA's können Upgrade zwischen den LTS-Versionen scheitern

Homepage: Ubuntu | Deutsche Community: ubuntuusers

Weiterführende Informationen zur aktuellen Veröffentlichung: Ubuntu 14.04 nach 18 Monaten

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