TrackerControl für Android – Apps im Blick behalten

Open Source Apps von F-Droid oder anderen Repositorien sind meist vertrauenswürdig, aber die wenigsten kommen gänzlich ohne proprietäre Apps aus. Hier hat man gerne im Blick, was diese so tun. Ein gutes Werkzeug dafür ist TrackerControl.

Es gibt zwei unterschiedliche Methoden auf nicht-gerooteten Android-Systemen systemweit Tracker und Werbung auszuschalten. Entweder über die Verwendung eines individuellen DNS-Servers oder über ein virtuelles VPN. Global einfach einen DNS-Server mit entsprechend hinterlegter Blockliste zu hinterlegen ist niedrigschwellig und schnell erledigt, aber lässt sich überhaupt nicht individualisieren. Ein virtuelles VPN auf dem Gerät kann eine beliebige Blocking-App aufspannen, das dann alle Daten durch eben jenes lokale VPN leitet und dort filtert. Der Nachteil ist, dass kein zweites partielles VPN z. B. mit Mullvad betrieben werden kann.

Blocking-Apps gibt es ziemlich viele. Besonders beliebt war über viele Jahre Blokada, das aber schon seit längerem Gegenstand einer Kontroverse ist und zunehmend kostenpflichtige Bezahlfunktionen anbietet. Eine besonders gute Alternative ist TrackerControl.

TrackerControl ist gewissermaßen die Quintessenz von NetGuard in Bezug auf Tracking-Schutz. Ursprünglich war es wohl eine funktionsreduzierte Abspaltung von NetGuard und hat sich dann eigenständig in eine andere Richtung entwickelt. NetGuard ist sicherlich ein tolles Werkzeug, aber wie so viel von Marcel Bokhorst finde ich NetGuard ein wenig überladen. TrackerControl bietet dagegen nur die wesentlichen Funktionen, um die installierten Apps im Blick zu behalten. Wer aber schon NetGuard nutzt, muss nicht unbedingt zu TrackerControl wechseln.

Installation und Konfiguration

Die Installation kann über verschiedene Quellen erfolgen. Die meisten werden wohl auf F-Droid zurückgreifen. Nach dem Start fragt die App den gewünschten Betriebsmodus ab und richtet das notwendige virtuelle VPN ein. Für den reibungslosen Betrieb muss es noch die Erlaubnis für den reibungslosen Betrieb im Hintergrund erteilt werden.

TrackerControl überwacht die laufenden Apps im Hintergrund, weshalb man zunächst einige Apps nutzen muss, um Ergebnisse zu sehen. In der App-Übersicht werden die Apps angezeigt und die von ihnen kontaktierten „Unternehmen“.

In der Detailübersicht zeigt TrackerControl welche Tracker-Bibliotheken theoretisch in der App inkludiert sind (was nicht unbedingt heißt, dass sie aktiv sind). Das Monitoring und der Internetzugang lassen sich für jede App in der Detailansicht deaktivieren bzw. sperren. Zudem zeigt die Ansicht auf welche Art von Tracker zum Einsatz kommt. Also ob es sich um eine Analyse, eine Fingerabdruckerstellung oder nicht kategorisierte Tracker handelt. Einige Tracker gruppiert TrackerControl als notwendig ein, da sie für die Funktionsweise notwendig sind.

Im Großen und Ganzen funktioniert die Erkennung sehr gut. Manchmal muss man jedoch nachjustieren. So macht beispielsweise die App Twidere X keinen Sinn, wenn der Zugang zur Twitter-API gesperrt wird.

Limitationen

Die App ersetzt keinen Werbeblocker und das möchte sie auch nicht. Zwar kann man in den Einstellungen die System-Apps in die Analyse mit einbeziehen, aber wenn TrackerControl einen Browser erkennt, gibt es einen entsprechenden Hinweis, dass Browser nicht unterstützt werden. Das ist bei Konkurrenzanwendungen wie z. B. Blokada anders. Anwender müssen hier dann auf Browser mit integriertem Adblock-Support oder entsprechenden Extensions zurückgreifen.

Fazit

TrackerControl ist ein hervorragendes Tool, um proprietäre Apps mit entsprechenden Trackern im Blick zu behalten und den Datenfluss zu kontrollieren. Die App tut was sie soll und ist funktional nicht überladen, wodurch sie leicht zu bedienen ist. Grenzen setzt die Funktion über ein virtuelles lokales VPN auf nicht gerooteten Geräten und der Ausschluss von Browsern.

3 Kommentare

  1. Danke für den Tipp! Ich habe gestern TrackerControl installiert und muss feststellen, dass wirklich alle nicht Opensource Apps mich getrackt haben 🙁

  2. Es scheint mir, dass TrackerControl eine detailliertere und klarere Übersicht über die eingesetzten Tracker liefert. Ich überlege, ob es sinnvoll sein kann, die App zusammen mit Netguard einzusetzen, einfach, um mehr Überblick zu bekommen, wo und womit tatsächlich versucht wird zu tracken.

  3. AH! Wie ich gerade in den App-Hinweisen bei F-Droid lese, nutzt TrckerControl (natürlich) dieselbe VPN-Funktionalität wie Netguard, was bedeutet, dass man gar nicht beide Tools gemeinsam einsetzen kann.

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