Längere Update-Zeiträume für das iPhone

Gestern war WWDC – ein Fixpunkt im jährlichen Apple-Kalender. Viel Neues gibt es meiner Meinung nach nicht zu berichten. Die faktisch angekündigten Supportzeiträume für iPhones sind aber mal wieder eine Empfehlung für die Smartphones von Apple.

Updates sind der Kern jeder Sicherheitsstrategie. Programmierer machen Fehler, diese Fehler werden behoben und im schlimmsten Fall waren diese Fehler sogar sicherheitskritisch.

Bei klassischen Desktopsystemen setzte nur die Leistungsfähigkeit der eigenen Hardware der Update-Unterstützung Grenzen. Irgendwann wollte die neue Linux-Distribution oder Windows-Version eben nicht mehr laufen.

Bei Smartphones liegt nahezu alle Macht beim Hersteller. Insbesondere bei Android war das in den vergangenen Jahren eher katastrophal. Viele Geräte waren faktisch schon aus dem Support, wenn sie im Laden über den Tresen wanderten. Das hat sich in den letzten Jahren gebessert, aber selbst Top-Modelle wie Googles Pixel-Serie bekommen nur drei Jahre Unterstützung. Danach sind sie eigentlich Elektroschrott.

Das diesjährige Update für iOS, die Version 15, wird hingegen für alle Geräte ausgerollt, die schon iOS 14 bekommen haben. Das bedeutet auch das iPhone SE (1. Generation) und das iPhone 6s bekommen noch mal ein Update. Das ist keineswegs ein Pseudo-Versprechen: In meinem Haushalt gibt es noch ein SE und ich kann sagen, dass man damit durchaus noch gut arbeiten kann. Hat man irgendwann mal für knapp 50€ den Akku wechseln lassen, gibt es faktisch keine Einschränkungen.

Zur Erinnerung: Das 6s erschien im Herbst 2015, das SE im Frühjahr 2016. Wenn die Geräte im Jahr 2022 kein Update auf iOS 16 mehr bekommen, dürften sie nach der Erfahrung mit dem iPhone 5s und iOS 12 trotzdem noch längere Zeit Sicherheitsupdates bekommen. Wir reden hier also von mindestens 7 Jahren regulären Support und ggf. weitere 1-2 Jahre Sicherheitsupdates.

iPhones sind nicht ganz preiswert (gute Android-Modelle aber auch nicht) aber auf diese Unterstützungszeiträume gesehen eben doch. Apple unterstützt zudem nicht nur die Top-Modelle, sondern auch die Budget-Variante SE über viele Jahre.

Das ist enorm wichtig, weil normale Anwender sich nicht um Updates kümmern und beim Supportende für ihr Gerät, dieses einfach weiter nutzen. Genau deshalb ist das Android-Ökosystem heute so ein würdiger Nachfolger für das Windows-System, was den Schadsoftwaredruck angeht. Bei den Unterstützungszeiträumen von Apple kann man aber inzwischen guten Gewissens davon ausgehen, dass die Geräte vorher den Hardware-Tod sterben oder die Leistungsfähigkeit selbst für genügsame Anwender nicht mehr reicht.

Was die Länge des Update-Zeitraums betrifft, setzt Apple einfach Maßstäbe.

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