YouTube ist einer der wenigen nahezu alternativlosen Dienste aus dem Hause Google. Einige sehen deshalb in Netzwerken wie PeerTube die Lösung. Das ist gefährlich.

Normalerweise nutze ich diesen Blog und dessen Reichweite nicht für kurze Meldungen, aber ich möchte dringend auf den Artikel im tagesschau.de Faktenfinder zu PeerTube verweisen.

Neben den beachtenswerten Hinweisen, in was für Gesellschaft man sich auf diesen libertären Plattformen befindet, sollte man vor allem die Funktionsweise beachten.

Ähnlich wie bei BitTorrent machen sich durch das P2P Prinzip Abrufer auch zu Sendern. Im deutschen Recht ein gravierender Unterschied.

Dabei muss man nicht mal mit Absicht urheberrechtlich geschütztes Material angesehen haben. Da muss sich jeder nur mal an die eigene Nase fassen. Wie oft hat man bei YouTube schon Clips gesehen, die rechtlich nicht ganz einwandfrei waren?!


Update 17.02.2020

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Gerrit
Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

12 Ergänzungen

  1. Naja, die „Gesellschaft“, in der „man sich befindet“, sollte irrelevant sein. Wo nicht zensiert wird, da gibt es eben auch mal Dinge, die man nicht mag. Wenn man das nicht gut findet, dann sollte man vielleicht sein Verhältnis zu Zensur noch mal überdenken.

    • Auch wenn es vielleicht provokant kling, aber ich bin ein riesiger Fan von Zensur. Eine Gesellschaft funktioniert nicht ohne Selbstzensur. Und übrigens auch vom Spruch „Wie man sich bettet, so liegt man“.

      Die Ideen, dass einfach alle zu Wort kommen und die klügste und vernünftigste Meinung sich durchsetzt, hat noch nie funktioniert und verpestet die Gesellschaft. Ein Blick in die libertärste Gesellschaft der Welt – die USA – beweist das leider zur Genüge.

        • Echt jetzt, Die Schweiz? Da bist du im ganzen Ort schon abgestempelt, wenn du dein Altpapier nicht exakt so an die Straße stellst, wie es alle anderen machen und wenn du den Garten gerne etwas wilder und natürlicher magst, droht dir die Nachbarschaft schon mit einer Klage…

      • „Auch wenn es vielleicht provokant kling, aber ich bin ein riesiger Fan von Zensur.“

        Und wer darf bestimmen, was unter die Zensur fällt und was nicht?

        • Die Gesellschaft über Normen oder Gesetze durch ihre gewählten Vertreter? Es mag dich vielleicht schockieren, aber du lebst in einem Land mit Zensur. (Zum Glück)

          • Keine Panik, mir ist bewusst das wir in einem unfreien Land leben. 😉

            Ich sehe allerdings eher das eine lautstarke selbst ernannte „Elite“, welche meint die einzig wahre Moral und Wahrheit zu kennen, den Anspruch erhebt anderen vorzuschreiben wie sie zu leben haben. Die Gesellschaft entscheidet hier nicht mehr viel.

            Wie sagte ein hochrangiges Mitglied der Regierung sinngemäß: Ich bin doch nicht an meine Worte vor der Wahl gebunden.

            Wenn die Gesellschaft über Normen und Gesetze entscheiden sollen, dann braucht es verbindliche Bürgerentscheide. Natürlich nicht für jeden Kleinigkeit.

            Aber eben genau diese „Elite“ scheut in großen Teilen genau diese Möglichkeit für die Gesellschaft, so wie ein Vampir den Knoblauch. 😉

            Im übrigen gehe ich davon aus das Zensur immer am Ende in einem totalitären Staat endet. Demokratie lebt von dem kontroversen Diskurs.

          • Antwort eigentlich an Eric aber die Software macht da nicht mit.

            „Elite“, „Bürgerentscheide“, „Zensur“ „totalitär“. Zu viel KenFM geguckt und schönes Verschwörungstschlagwort-Bingo?

            Denk das mal bis zum Ende durch. Willst du wirklich, das jeder alles (!!!) sagen und mit allen publizistischen Mitteln verbreiten darf? Weil wenn alles dann auch Aufruf zum Mord, Gewalt, Hass, Kindesmisshandlung. So mal zum Denken.

  2. Uff ähnlich wie bei dem eigentlichen Faktenfinder-Artikel erscheinen mir hier ziemlich viele Dinge vermischt und dadurch auch die Natur von Peertube falsch dargestellt zu werden.

    Ja die Videos werden u.A. mit P2P gestreamt, um so Lastspitzen bei einer sprunghaften Nachfrage nach dem Videomaterial abzufangen. Ja, man wird damit ggF. auch zum Sender und ja wenn der Inhalt illegal ist, beteiligt man sich damit an der Weiterverbreitung.

    Nur ist das ganze darüber hinaus eben auch ein dezentraler Ansatz, der ja auch im Introvideo der Plattform dargestellt wird. Jede Peertube-basierende Instanz darf für sich selber entscheiden, mit wem es sich austauschen möchte und wem sie es erlaubt Inhalte bereitzustellen. Dinge die in Deutschland verboten sind, sind in anderen Ländern erlaubt und vice versa. So lässt sich ein Netz formen, in dem Cluster mit ähnlichen Vorstellungen und Jurisdiktionen finden und zusammenarbeiten. Das es dann auch „Schmuddelecken“ gibt, die von Raubkopien über anstoßend bis hin zu brutal & menschenverachtend gibt, wird sich wohl kaum vermeiden lassen. Aber wie auch bei früheren Technologien gibt es dafür Rechtssprechungen und technische Blockaden.

    • „Das es dann auch „Schmuddelecken“ gibt, die von Raubkopien über anstoßend bis hin zu brutal & menschenverachtend gibt, wird sich wohl kaum vermeiden lassen.“

      Du machst es dir zu leicht bzw. denkst nur das Offensichtliche. Spätestens seit der Upload-Filter-Debatte sollte jedem klar sein wie eng das Urheberrecht ausgelegt werden kann und wie wenig Freiheit für die Kunst besteht (denke an Collage, Zusammenschnitte, Parodien). Ich hätte keine Lust der Nutzer zu sein, der so etwas vor Gericht austrägt. Bei YouTube kann ich mich da zurück lehnen. Dort ist es ein Problem des Uploaders und der Plattform.

      „Jede Peertube-basierende Instanz darf für sich selber entscheiden, mit wem es sich austauschen möchte und wem sie es erlaubt Inhalte bereitzustellen. Dinge die in Deutschland verboten sind, sind in anderen Ländern erlaubt und vice versa.“

      Und ich als mündiger Anwender soll dann erst Manifest und Policy lesen bevor ich mich traue auf den ersten Clip zu klicken? 😉 Zumal das gegen das obige Problem trotzdem nicht hilft.

      • Ich glaube nicht, dass die Entwickler meinen eine Antwort auf alle Fragen zu haben. Schon gar nicht gegen das deutsche Urherber- und Verwertungsrecht…

        Klar ist YT bequem, aber du als Nutzer und Producer musst natürlich mit deren Entscheidungen und Einstufungen leben. Vielfalt gehört eben zum Grundgedanken des Fediverse und war auch damals ™ als es verschiedene Chatprogramme, Messenger, Mailinglisten oder Soziale Plattformen gab kein Ding der Unmöglichkeit. Alles etwas lockerer verbunden und eher ein lauter bunter Basar, als eine wohlgeordnete Kathedrale.

        P.S: Der Autor hat seinen Artikel etwas angepasst…

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