Die letzten Jahre bestimmte den Apple Geräte meinen Arbeitsalltag. Als mobiler Begleiter ein MacBook Air, und auf dem Schreibtisch ein iMac. Nun zieht wieder ein „normales“ Notebook in den Haushalt als Ersatz für das MacBook Air. Der Kauf war nicht leicht, aber Linux macht bei der Hardware wirklich kaum noch Probleme.

Wie man in den letzten Tagen lesen konnte habe ich gegenwärtig mit Apples Produktstrategie zu kämpfen (siehe: Ein paar Gedanken zu Apples M1). Den Weg zu eigenen Prozessoren finde ich nachvollziehbar, die Geräte aber so fest an das eigene Betriebssystem zu binden eher weniger. Eigentlich beabsichtigte ich diese Entwicklung aus zu sitzen, aber mein Leben hat meinem Nutzungsverhalten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ein potenter Arbeitsplatzrechner passt nicht mehr in mein aktuelles Pendlerdasein und das MBA ist als tägliches Arbeitstier einfach zu schwach auf der Brust.

Ich habe die letzten Jahre ja schon einiges an Hardware gekauft und darüber berichtet. Ich verlinke mal, weil meine Grundeinschätzungen sich nicht geändert haben:

Schon bevor ich auf Apple Hardware wechselte, war mir das Erscheinungsbild wichtig. Ich verstehe einfach nicht, warum ich 2000 € für ein ThinkPad ausgeben soll, das genau so ein Plastikhaufen ist, wie das 0815/Consumer Teil beim lokalen Elektronikgroßhandel. Seit sie bei Lenovo auch noch angefangen haben, in vielen Serien den Arbeitsspeicher und andere Sachen fest zu verlöten, ist auch das Argument der guten Wartbarkeit weggefallen.

Wirklich wichtig sind mir zudem gute Touchpads und lange Akkulaufzeiten. Bis heute ist mir nicht klar, warum das abseits von Apple kaum ein Hersteller hinbekommt. Gerade bei den hochpreisigen Business-Geräten darf man das doch eigentlich erwarten.

Relevant ist außerdem noch das Gewicht. Ich fahre kein Auto, sondern bin mit Fuß, Fahrrad und ÖPNV unterwegs und es macht auf die Dauer eben einen Unterschied, ob man 1,13 oder 2kg auf der Schulter hat. Vor allem im direkten Vergleich mit meinem Dell Latitude Arbeits-Notebook fällt mir das auf. Dieses ist ebenfalls ein 14″ Modell aber gefühlt dreimal so schwer.

Außerdem wollte ich nach den Berichten der letzten Jahre, den guten Kritiken für AMD und den guten Erfahrungen mit dem Huawei-Notebook gerne ein Notebook mit AMD CPU/Grafikkartenkombination.

Nach langer Recherche entschied ich mich deshalb für ein ASUS ZenBook 14 UM425IA.

Kerndaten:

  • AMD Ryzen 7 4700U
  • 16 GB DDR4 RAM
  • AMD Radeon RX Vega 7
  • 512 GB SSD.
  • 14″ Display mit FullHD Auflösung
  • 16 Stunden Akkulaufzeit

Das Notebook besteht aus Aluminium und ist sehr gut verarbeitet. Obwohl es ein 14″ Display hat, ist es kleiner als mein MacBook Air, weil die Displayränder sehr schmal sind. Im Gegensatz zum Huawei ist die Webcam (1080p – der Seitenhieb auf die neuen MacBooks muss sein) trotzdem oberhalb des Displays eingebaut, was die ungünstige Froschperspektive wenigstens etwas abmildert. Die Tastatur hat ein gutes Tippgefühl, aber einen etwas längeren Hubweg als moderne Apple Notebooks. Ich persönlich mag das gerne. Gewöhnungsbedürftig ist die amerikanisierte Enter-Taste. Nach gut einer Woche hatte ich mich daran aber gewöhnt.

Bei der aktuellen Hardware war natürlich eine LTS Distribution keine Option. Ich habe mich daher für openSUSE Tumbleweed entschieden. Grundsätzlich dürfte jede Distribution mit einem Kernel >5.8 und einer aktuellen Mesa Version funktionieren. Dabei zeigt sich mal wieder, wie gut die Hardware-Unterstützung von Linux in den vergangenen Jahren geworden ist. Die komplette Hardware läuft nahezu ohne Nacharbeiten. Grafik, Displayhelligkeit, Tastaturbeleuchtung, Shortcuts, Touchpad – alles kein Problem. Sogar die Akkulaufzeit ist im Rahmen, obwohl ich hier noch nicht mal mit dem Feintuning begonnen habe.

Einziges Manko ist der Standby. Microsoft kam auf die tolle Idee, bei Windows einen neuen Sleep-Mode einzuführen, der auf Kosten des traditionellen S3 Mode geht. Wenn man keine entsprechende Option im Bios (hat das ZenBook leider mit der aktuellen BIOS Version nicht) hat, um das auszuschalten, muss man auf Standby verzichten. Das ist leider ein wirkliches Manko, da mit den Jahren als Apple-Nutzer zu einem wirklichen Standby-Junkie erzogen wird. Andererseits sind die Hoch- und Herunterfahrzeiten so kurz, dass ich damit leben kann. Zumal das Gerät im Idle mit abgeschalteten Display weniger als 4W braucht.


Bilder:

Einleitungs- und Beitragsbild von Megan_Rexazin via pixabay

Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

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