Symbolbild "Notebook Entwickler"

Die Betriebssysteme mögen sich unterscheiden aber folgende drei Entwicklungen finden sich auf allen Systemen und unterschiedlicher Ausprägung und stören enorm. Bei allen drei bin ich persönlich inzwischen dazu übergegangen der Software den Laufpass zu geben und auf alternative Lösungen zu wechseln.

1. Abo-Modelle

Die gute alte Lizenz hat ausgedient. Abomodelle greifen um sich und werden durch die Betreiber der großen App-Stores noch forciert. Das Problem betrifft nicht nur Windows (bestes Beispiel Office 365) oder macOS, sondern auch Linux – jedenfalls sobald man den kostenlosen Open Source Sektor verlässt. Für die Softwarentwickler ist das natürlich eine schöne Lösung, da planbar und regelmäßig Geld rein kommt.

In vielen Fällen ist das aber nicht gerechtfertigt, auch dafür ist Office 365 ein schönes Beispiel. Bisher kamen ca. alle drei Jahre neue Hauptversionen (2007/2010/2013/2016/2019), die man – je nach Lizenzmodell – für 120€ erwerben musste. Ein Office 365 Abo kostet ohne Vergünstigungen knapp 90€ im Jahr (Preise bei notebooksbilliger.de zum nachschauen). Man muss kein Genie in Mathe sein um hier ein gewisses Missverhältnis zu sehen.

Anders sieht das natürlich bei Dienstleistungen aus, die kontinuierlich erbracht werden, wie beispielweise Cloud-Anbindungen etc. pp. Die meisten Abo-Modelle beinhalten sowas aber nicht.

Ein System mit viel Abosoftware kann dann im Monat schnell einen zwei- bis dreistelligen Betrag an Miete kosten. Hier gilt wehret den Anfängen und meidet solche Software.

2. Plattformübergreifende Frameworks

Alle Betriebssysteme, respektive Desktopumgebungen haben Richtlinien zur grafischen Gestaltung. Wo Menüleisten sind, wie diese angeordnet sein sollen, welche Funktionen als Schaltflächen zur Verfügung stehen müssen etc. pp. Dadurch verhält sich auch eine unbekannte Software auf dem System für den Anwender vertraut. Gewohnheit ist hier viel wichtiger als eine irgendwie geartete Logik. Nebenbei sorgt das für ein stimmiges Gesamtbild.

Vielen Softwarentwicklern ist das zu viel Arbeit. Die greifen daher zu übergreifenden Lösungen, schlimmstenfalls noch solche, die gleichzeitig auch für Mobilsysteme greifen. Damit steigern sie zwar den Wiedererkennungswert ihrer Software aber zerstören die stimmige Gesamtansicht des Systems.

Windows-Nutzer kennen das kaum anders, aber bei macOS und Linux waren Entwickler bisher bestrebt ihre Software in das System bzw. die Desktopumgebung einzugliedern.

Eine Software, die einen mit einer schnell zusammen gefrickelten Electron-Lösung abspeist, sollte man nach Möglichkeit nicht nutzen. Wenn das weiter um sich greift zerstört das jedes Betriebssystem.

3. Cloud-Zwang

„Cloud“ ist ein ungebrochener Trend und bei manchen Softwarelösungen sicherlich auch ganz sinnvoll. Erstens möchte ich aber nicht bei jeder Software damit zwangsbeglückt werden und zweitens möchte ich die Wahl haben. Wenn also eine Cloud-Integration angeboten wird, dann bitte mit unterschiedlichen Cloud-Anbietern als Auswahl und einer Webdav-Schnittstelle, damit auch freie Lösungen genutzt werden können.


Bilder:
Einleitungs- und Beitragsbild von 200degrees via pixabay

Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

Schreiben Sie eine Ergänzung

Ergänzungen dienen der Diskussion über die Inhalte des Artikels. Nachfragen, Anmerkungen und Ergänzungen sind dezidiert erwünscht. Ergänzungen werden vor der Veröffentlichung moderiert. Wir behalten uns vor Kommentare ohne inhaltlichen Bezug oder abseitige Diskussionen nicht zu veröffentlichen.

Bitte geben Sie Ihre Ergänzung ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein