Backup-Werkzeuge – Speicherformat beachten!

Backups sind wichtig und werden dennoch von viel zu wenigen regelmäßig und sorgfältig durchgeführt. Ich empfehle daher immer gerne Backup-Werkzeuge, die einem einen Großteil der Arbeit abnehmen. Denn je geringer die Hürden sind, desto häufiger werden Backups durchgeführt. Backup-Tools gibt es für alle Systeme wie Sand am Meer. Manche beschränken sich auf Kommandozeilenwerkzeuge, andere haben umfangreiche graphische Benutzeroberflächen mit zahllosen Einstellungsmöglichkeiten. Wieder andere sind wie Time Machine tief in das Betriebssystem verankert.

Beachten sollte man als Anwender aber unbedingt wie das Werkzeug der Wahl die Sicherungen speichert. Die Spanne reicht hier von Diskimages bis hin zu einzelnen Dateien.

Manche Werkzeuge wie Back In Time oder verschiedene rsync-Oberflächen speichern die Sicherung als eigene Dateien bzw. Verlinkungen auf vorangegangene Sicherungen ab. Time Machine legt innerhalb eines Sparseimages ebenfalls einzelne Dateien und Verlinkungen an. Der Vorteil dieser Sicherungsmethode ist der direkte Dateizugriff. Wenn man z.B. manuell einzelne Dateien wiederherstellen möchte kann man sie einfach im Backup suchen. Außerdem schützt man sich z.B. gegen ein Entwicklungstop bei der Software oder ungewollte Änderungen bei der Software.

Das unter Linux sehr populäre Déjà Dup speichert z.B. in unzähligen Archivdateien ab, die bei manueller Betrachtung auf dem Speichermedium keinen Sinn ergeben. Der Vorteil solcher Archive bestehen in den erweiterten Möglichkeiten wie beispielsweise einer starken Kompression um Speicherplatz zu sparen. Wiederherstellungen mit einer späteren Version von Déjà Dup sind durch Brüche in der Abwärtskompatibilität allerdings nicht ohne weiteres möglich. Ähnliches gilt für das KDE-Werkzeug KUP, das neben rsync auch bup unterstützt. Man ist hier sehr stark auf das Werkzeug angewiesen. Etwas abfedern lassen sich solche Probleme durch entsprechende FUSE-Module, durch die sich die Sicherungen in unixoiden Systemen wie ein Dateisystem einhängen lassen.

Im Blick behalten sollte man außerdem, dass nicht jedes Backup nur den alltäglichen Arbeitsstand sichern soll, um diesen bei einem Systemausfall wiederherzustellen. Manche Sicherungen dienen auch der Auslagerung von Dateien und werden über Jahre archiviert. Wenn das Programm mit dem ursprünglich die Sicherung erfolgte, nicht mehr existiert oder sich gar auf dem aktuellen Betriebssystem nicht mehr installieren lässt, steht man vor relativ großen Problemen.

Man sollte also nicht nur auf hübsche Oberflächen, eine gute Integration in das System und viele Einstellungsmöglichkeiten achten, sondern auch im Blick behalten, wie die Dateien gesichert werden und wie zukunftsfähig dieses Verfahren für den eigenen Einsatzzweck ist.

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