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Eine Sammlung nützlicher Tipps und Tricks für openSUSE.

Partitionierung

OpenSUSE 13.2 nutzt von Haus aus Btrfs für die / Partition und XFS für /home. Auch wenn in den letzten Monaten damit keine Schwierigkeiten aufgetreten sind mag mancher konservative Anwender doch lieber das bewährte Ext4 einsetzen. Deshalb sollte man bei der Installation den Partitionierungsvorschlag nie einfach absegnen, sondern das Partitionierungssetup noch einmal manuell erstellen.

Hier kann man die Dateisysteme bestimmen und ggf. eine LVM-basierte Variante mit LUKS Verschlüsselung auswählen. Insbesondere bei letzterer Variante muss man in einem zweiten Schritt noch in die erweiterten Partitionseinstellungen.

Die openSUSE Installationsroutine hat nämlich den interessanten Fehler die /home Partition unnötig klein (50 GB) zu halten. Hier noch einmal die Größe ändern und entweder manuell eingeben oder die maximale Größe – je nach Bedarf. 

Softwareauswahl

Die Standardsoftwareauswahl von openSUSE ist – gelinde gesagt-  umfangreich. Hinzu kommt, dass sie tendenziell konservativ ist. So wird beispielsweise immer noch Kopete anstatt KDE-Telepathy installiert, obwohl letzteres natürlich auch in den Paketquellen liegt. Die Softwareauswahl sollte man deshalb nicht einfach abnicken, sondern noch einmal detailliert anschauen.

Je nach Bedarf empfehle ich insbesondere folgende Punkt anzusehen:

  • Die Metapakete (patterns-openSUSE-xyz) können deutlich minimiert werden. Wirklich essenzielle Pakete lassen sich hier gar nicht abwählen, von daher kann man da nur wenig falsch machen.
  • PackageKit ist meiner Ansicht nach überflüssig, da YaST eine hervorragende Paketverwaltung bietet und man zudem noch zypper in der Konsole hat. Kann also eigentlich auch weg.
  • KDE-Nutzer sollen zudem noch schauen was von Gtk/GNOME-Paketen installiert werden soll. Hier kann deutlich abgespeckt werden.

Empfohlene Abhängigkeiten

Nach der Installation sollte man die Installation empfohlener Abhängigkeiten unterbinden, da openSUSE sonst dazu neigt viel zu umfangreiche Abhängigkeiten nachzuinstallieren. Zwar kann diese Änderung dazu führen, dass man gelegentlich mal ein Sprachpaket (PROGRAMM-lang) manuell nachinstallieren muss. Man erspart sich aber sonst viel Arbeit, da die wirklich essenziellen Abhängigkeiten weiterhin installiert werden.

Empfohlene Abhängigkeiten deaktiviert man global in der hervorragend dokumentierten zypper-Konfiguration unter /etc/zypp/zypp.conf

Folgender Abschnitt muss dazu angepasst werden:

##
## Whether required packages are installed ONLY
## So recommended packages, language packages and packages which depend
## on hardware (modalias) will not be regarded.
##
## Valid values: boolean
## Default value: false
##
 solver.onlyRequires = true

Tastatur

Die Hardwareerkennung von openSUSE funktioniert leider tückisch gut. Während alle anderen Distributionen die Existenz meiner Apple-Tastatur geflissentlich ignorieren und mir ein Windows-Layout vorgaukeln, erkennt openSUSE die Tastatur richtig. Blöd nur, wenn man ein @ im Passwort hat und sich fragt weshalb die Eingabe nicht funktioniert…

Zudem kann es passieren, dass openSUSE anfänglich ein englisches Tastaturlayout haben will. Hier hilft es in YaST noch einmal die Auswahl auf Deutsch zu stellen.

Bei Apple-Tastaturen kann es vorkommen, dass das System den Gang auf die Dritte Ebene (ALT+xyz) verweigert. Hier muss man in den KDE-Systemeinstellungen unterEingabegeräte / Tastatur als “Tastatur-Modell” noch einmal das Apple Aluminium Keyboard (ISO) auswählen und ironischerweise unter Erweitert die Einstellungen für die Dritte Tastaturebene entfernen.

Softwarquellen

OpenSUSE bietet dank des BuildServices eine Vielzahl an Softwarequellen um das System mit aktualisierten Programmen zu versorgen und dennoch einen stabilen Unterbau zu behalten. Als KDE-Nutzer sollte man unbedingt KDE:Extra einbinden und für die Multimedia-Pakete Packman.

Das SUSE-Äquivalent zum Debian-Pinning sind die Prioritäten, wobei eine niedrigere Zahl eine höhere Priorität bedeutet. Davon sollte man auf jeden Fall Gebrauch machen um die System-Stabilität zu gewährleisten. Die Standard-Priorität ist 99. Die Paketquellen für Updates (Oss und Non-Oss) sollte man mit einer niedrigeren Zahl versehen (ich nehme immer 50) und die OBS-Paketquellen mit einer höheren (ggf. 120), damit von dort nur installiert was man explizit auswählt.

Automatische Updates

Sofern man PackageKit/Apper nicht mitinstalliert hat, benachrichtigt eines das System nicht automatisch über Updates. Mir persönlich ist das sowieso immer zu nervig und wenn man die empfohlenen Abhängigkeiten deaktiviert hat, droht auch keine “Abhängigkeitshölle” durch neue Aktualisieren. Mittels des Pakets yast2-online-update-configuration kann man openSUSE dazu bewegen die Updates vollkommen automatisch einzuspielen. Dann kann man sich auch voll auf die Arbeit mit dem System und nicht für das System konzentrieren.

Btrfs-Snapshots

Btrfs kennt vollautomatische System-Snapshots, die man bei openSUSE mittels des YaST-Snapper Moduls verwalten und auch via Grub starten kann – sofern mal ein Update nicht wie erwartet funktioniert hat. Direkt nach der Installation ist Snapper aber noch nicht konfiguriert und produziert deshalb einen Fehler. Man muss deshalb auf der Konsole nachhelfen. Bei einer Standard-Installation mit separater /home Partition und den normalen Subvolumes reicht folgender Befehl:

# snapper -c root create-config /

Danach macht das zugehörige YaST-Modul auch was es soll.


Siehe auch: openSUSE 13.2 im Test & Langzeittest


Bilder:
Einleitungsbild und Beitragsbild von von mohamed Hassan via pixabay

Gerrit
Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

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