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Recht

Kommentar: Apple und Datenschutz - Exponierte Ziele sind angreifbar

Es kommt nicht oft vor, dass ein Gerichtsurteil des Kammergerichts Berlin derart große Resonanz findet. Vergangene Woche griffen jedoch dutzende Nachrichtenseiten ein Urteil auf wonach Apples Datenschutzrichtlinie größtenteils rechtswidrig ist. Doch was sagt das Urteil überhaupt aus und ist Apples Datenschutz damit desavouriert?

Geklagt hatte der Verbraucherzentralen Bundesverband (vzbv) dem nun umfangreich recht gegeben wurde. Die Richter kassierten unter anderem die umfangreiche Datennutzung ohne Einwilligung. Natürlich gab es neben der deskriptiven Berichterstattung auf vielen IT-Nachrichtenseiten auch ein paar höhnische Kommentare. Das ist verständlich, denn kaum ein IT-Konzern hat sich zu den Themen Datenschutz und Datensicherheit so eindeutig positioniert wie Apple (siehe auch: Kommentar: Apple zwischen Datenschutz und technischen Trends) und Tim Cook hatte die Praktiken bei der Konkurrenz wiederholt öffentlich kritisiert.

Ist nun also auch Apple enttarnt und dürfen wir die Produkte des Konzerns mit dem Apfel nun auch nicht mehr nutzen? Wer das meint hat die Debatte der vergangenen Jahre nicht verstanden.

Datenschutz bedeutet in erster Linie Datensparsamkeit und Verschlüsselung. In beiden Bereichen ist Apple immer noch vorbildlich unterwegs (siehe beispielsweise: Apple Pay - Gut umgesetzter Datenschutz oder Kartendienste unter die Lupe genommen), einfach weil der Konzern nicht versucht in jedem seiner Dienste das Maximum an Daten zu erheben und abzugreifen. Ein gutes Beispiel sind hierfür auch die Podcasts von iTunes, die eben nicht mit der Apple ID verknüpft werden sondern mit einer zufällig generierten ID, die der Anwender jederzeit zurücksetzen kann.

Natürlich erhebt Apple über seine Dienste trotzdem Daten. Viele der Angebote lassen sich gar nicht betreiben, ohne Daten zu verursachen und nicht jede Erhebung von Telemetrie-Daten oder zur statistischen Auswertung ist gleich unangemessen. Im Gegensatz zur Konkurrenz bemüht sich Apple aber die Daten seiner Kunden zu schützen und veröffentlicht nicht am Fließband neue Dienste, die nur der Gewinnung von Kundendaten dienen.

Es ist auch ein Trugschluss zu glauben, dass man durch die Verwendung von beispielsweise Linux dem entgehen kann. Die Daten fallen mehrheitlich durch Services an und nicht durch die Benutzung des Betriebssystems selbst. Verzichtet man auf diese Services fährt man mit macOS nicht wesentlich unsicherer als mit Linux. In dem Moment, in dem man Streamingdienste nutzt, Musik und Filme kauft, Podcasts hört, Navigations- und Kartendienste gebraucht usw. usf. fallen Daten an. Hier gibt es Angebote die besser mit Kundendaten umgehen und welche, die es weniger gut machen. Apple gehört hier bis zum Beweis des Gegenteils zu ersteren.

Wer die Datenpolitik von Apple mit der von Google oder Facebook in einen Topf wirft macht es sich zu leicht und befördert letztlich nur Sicherheitsnihilismus (siehe auch: Sicherheitsnihilismus - Eine treffende Beobachtung).

Das ändert natürlich nichts daran, dass auch Apple gültige Datenschutzbestimmungen braucht und weniger Datenerhebung wünschenswert wäre.


Bilder:
Einleitungs- und Beitragsbild von annemazo via pixabay

Tags: Datenschutz, Apple, Urteil

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Immer größere Teile unseres Lebens haben sich in den vergangenen Jahren digitalisiert. Es gibt heute unzählige Dienste und jeder Mensch hinterlässt permanent Spuren. Die Datensätze, die hier entstehen wecken viele Begehrlichkeiten. Es besteht aber auch die Möglichkeit durch gezielte Maßnahmen die eigene Datenspur zu minimieren und Daten effektiv und sicher zu schützen. Damit entgeht man zwar nicht jeder Überwachungsmaßnahme, erlangt aber zumindest teilweise die Kontrolle über die eigenen Daten zurück.

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