Datenschutz im digitalen Alltag

Damit Privates privat bleibt

6 Jahre [Mer]Curius - Wie die Zeit vergeht

Zwischen Ende Juli und Anfang August feiert [Mer]Curius Geburtstag. Ende Juli erfolgte die Registrierung beim Hoster, Anfang August die Buchung der Domain. Nun sind es nicht nur 6 Jahre vergangen sondern auch knapp 700 Artikel geschrieben.

Bei vielen Privatsphäre/Datenschutz-bewegten Menschen kann man das Jahr 2013 als persönlichen Wendepunkt im Umgang mit Daten feststellen. So auch bei mir. Natürlich hatte man auch vorher Informationen über staatliche Überwachung und die Beteiligung der großen IT-Konzerne aber Wahrheit und Verschwörungstheorie waren hier schwer zu trennen. Mit den Snowden-Leaks hatte man es dann schwarz auf weiß und konnte darüber nicht mehr hinweg gehen. Das Blog entstand circa ein Jahr nach den Leaks als persönliche Sammlung von Erfahrungen, die man so macht, wenn man von 0 auf 100 seine Systeme und Gewohnheiten auf Datenschutz und Sicherheit ausrichtet.

Weil einige Themen wahre Dauerbrenner sind und andere eher dem Zeitgeist entsprangen erfolgte irgendwann die Trennung zwischen Blog und den Themenseiten (BetriebssystemeVerschlüsselungKommunikationCloudInternet). Das entspricht auch in etwa der Wertigkeit. Verschlüsselung von Daten und Kommunikation, der achtsame Umgang mit der Cloud und der Schutz vor Tracking im Internet sind meiner Meinung nach die Kernbereiche für mehr digitale Privatsphäre. Zeitgeist, kurzlebige Meldungen und kritische Kommentare versinken nach einer gewissen Zeit in den Tiefen des Blogs.

Wenn man anfängt sich mit dem Thema Datenschutz/digitale Privatsphäre zu beschäftigen glaubt man vieles zu 100% machen zu müssen und viele "Expertenseiten" bestätigen einen in dieser Ansicht. Bei meinen damaligen Recherchen stieß ich ziemlich schnell auf prism-break. Die Seite sah damals noch ein wenig anders aus als heute und betrieb - neben vielen guten Tipps und Hinweisen - ziemlich schamlose Propaganda für Open Source Software. Ich war zwar mit Linux durchaus vertraut, hatte aber 2013/14 einen ziemlichen Mischbetrieb aus verschiedenen Systemen. Ich bin also 2014 direkt in die Vollen gegangen: Linux, Verschlüsselung, AOSP, F-Droid, GPG, Wechsel des Mailproviders. Wenn schon dann richtig.

Für mich persönlich hat das nicht sonderlich gut funktioniert. Diese Form des digitalen Purismus ist eine abschüssige Bahn in die digitale Abstinenz. Die Leser dieses Blogs konnten daher verfolgen, wie ich ab 2016 den Schwenk zurück in die digitale Realität und zu ein wenig proprietärer Software gemacht habe. Open Source und irgendwelche Nischendienste werden bei vielen Datenschutz-affinen Menschen maßlos überbewertet. Wichtiger sind vielmehr welche und wie viele Dienste man nutzt. Den einen oder anderen mag es genervt haben, wie ich mich rund um diese Zeit an freier Software abgearbeitet habe. So spiegelt halt ein Blog immer die Stimmungen und aktuellen Erfahrungen des Autors. Ab und an leg ich noch den Finger in die Wunde, aber inzwischen bin ich damit ziemlich durch.

Die letzten ein, zwei Jahre wurde es ruhiger. Mein digitales Leben ist relativ statisch geworden. Neue Trends (Instagram, Twitter) sind ziemlich an mir vorüber gegangen. Das gleiche gilt für neue Hardware-Produktive (Smart Home). Die einzige größere Veränderung bestand im Kauf eines Synology NAS und die inzwischen ziemlich exzessive Nutzung der Möglichkeiten, die das so mit sich bringt.

Im ersten Moment dachte ich noch, dass sich in den letzten 3 Jahren nicht viel getan hätte. Das Internet Archive belehrte mich eines Besseren. Mit der Zeit bin ich dazu übergegangen keine großen Relaunches mehr zu machen, sondern hier und da an Design und Auftritt zu feilen. Zuletzt wurde die Bilderauswahl vereinheitlicht (siehe: Änderungen im optischen Auftritt) und die Themenseiten optisch neu gestaltet. Ende des Jahres kommt hoffentlich Joomla 4 und eventuell nutze ich die Gelegenheit für einen größeren optischen Relaunch 2021.

Ich erhebe keine Statistiken, aber freue mich über das rege Feedback in den Kommentaren und an meine Mail Adresse. Nach einem zeitweiligen Tiefpunkt ist das inzwischen auch inhaltlich wieder konstruktiver. Nur noch sehr selten muss ich Kommentare löschen.

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Ergänzungen zum Artikel

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Über [Mer]Curius

Immer größere Teile unseres Lebens haben sich in den vergangenen Jahren digitalisiert. Es gibt heute unzählige Dienste und jeder Mensch hinterlässt permanent Spuren. Die Datensätze, die hier entstehen wecken viele Begehrlichkeiten. Es besteht aber auch die Möglichkeit durch gezielte Maßnahmen die eigene Datenspur zu minimieren und Daten effektiv und sicher zu schützen. Damit entgeht man zwar nicht jeder Überwachungsmaßnahme, erlangt aber zumindest teilweise die Kontrolle über die eigenen Daten zurück.

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