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Reflexionen: Open Source hat kein funktionierendes Monetarisierungsmodell

Das Argument Open Source bzw. Linux fehle es an einem funktionsfähigen Monetarisierungsmodell bringe ich in verschiedenen Artikeln immer mal wieder ohne es jemals wirklich ausgeführt zu haben. Lediglich mit den Folgen habe ich mich mal befasst (siehe: Folgen der Kostenlos-Mentalität) Dies soll daher hier nachgeholt werden.

Ich möchte in der Reflexionen-Serie einige Erfahrungen und Grundannahmen transparent machen, die in vielen meiner Artikel implizit oder explizit mitschwingen.

Linux-Enthusiasten tun in Diskussionen manchmal so, als ob Linux im Privat-/Endverbraucher-Sektor und insbesondere auf dem Desktop bereits wirtschaftlich funktionieren würde. Sie suggerieren damit, dass Open Source eine überlegene Idee wäre, die nur von der gesamten IT-Wirtschaft übernommen werden müsste. Proprietäre Software wäre ein Auslaufmodell, dem nur veraltete Firmen mit überholten Geschäftsmodellen anhängen. Initiativen wie "Public Money, Public Code" wollen gleich den Staat verpflichten hier einen Beitrag zu leisten (siehe auch: netzpolitik.org Podcast zu freier Software) und für die Allgemeinheit zu entwickeln.

Sobald man dem widerspricht kommen immer einige Kommentatoren und zählen die großen Leuchttürme der Open Source Welt auf: Red Hat (nun zu IBM gehörig), SUSE, teilweise Canonical und viele weitere Nischenanbieter. Alle diese Firmen verdienen mit Open Source Produkten sehr viel Geld. Die Übernahme von Red Hat hat sich IBM rund 30 Milliarden Euro kosten lassen. Das sind natürlich ordentliche Zahlen. Zusätzlich steuern institutionelle Entwickler einen Großteil des Codes bei wichtigen Projekten wie dem Kernel bei.

Enterprise Sektor

Doch was haben alle diese Anbieter gemeinsam? Sie verdienen ihr Geld im Enterprise-Segment mit dem Verkauf von Supportverträgen für Produkte. Viele dieser Firmen haben ihre Umsatzsteigerungen der letzten Jahre zudem dem Cloud-Trend zu verdanken. Man könnte es die "Enterprisisierung des Business-Modells" nennen, weil das Produktportfolio sich nochmal deutlich vom Endverbraucher entfernt hat. Natürlich haben Red Hat oder SUSE auch noch einen herkömmlichen Desktop im Angebot, aber dieser dürfte nur einen Bruchteil des Umsatzes ausmachen und das Engagement in diesem Bereich hat doch sehr sichtbar nachgelassen. Bei Canonical weiß man, dass lediglich die Cloud-Sparte wirklich rentabel ist. Von Red Hat bis Canonical ist der Enterprise-Desktop ein ziemliches einerlei aus GNOME und einigen wenigen rudimentären Programmen. 

Das klappt deshalb so gut, weil Supportverträge für Produkte im Business-Umfeld auch bei der proprietären Konkurrenz üblich sind und oft die Lizenz- und Anschaffungskosten über die Laufzeit hinweg übersteigen. Die Open Source Anbieter konnten also ein bestehendes Geschäftsmodell relativ einfach für sich fruchtbar machen. Gleichzeitig ermöglicht der Open Source Charakter zwar legale Clone (z. B. CentOS) aber die im Enterprise-Segment oft notwendige Zertifizierung lässt die Kunden in ausreichender Anzahl zum Original greifen. Die Risiken des Open Source Modell werden dadurch erfolgreich neutralisiert.

Open Source Software ist im Enterprise-Sektor daher eine feste Größe und kann es spielend mit der proprietären Konkurrenz aufnehmen. Hier gibt es zweifelsohne ein funktionierendes Monetarisierungsmodell.

Außerhalb des Enterprise Sektors

Außerhalb des "Big Business" gibt es bei der proprietären Konkurrenz - von Microsoft, über Apple bis Google - aber einen veritablen Privat- und Mittelstandssektor. Hier wird Software "von der Stange" entwickelt und lizenziert. Support gibt es gar nicht oder lediglich als Zusatzleistung. Dazu gehört neben dem basalen Desktop auch das gesamte Desktop-Ökosystem. Eben jener heute gerne "Apps" titulierter Bereich verleiht diesen Plattformen ihre Attraktivität. Dieser Bereich ist für Privatanwender viel wichtiger als die großen Leuchtturmprojekte.

Eben diesen Sektor gibt es aber im Open Source Bereich kaum. In diesem Bereich entwickeln viele kleine Firmen und Einzelentwickler Softwareprodukte mit hoher Qualität die als Abonnements oder versionsgebundene Lizenz verkauft werden. Für Open Source Betriebssysteme wie Linux ist dieser Bereich kaum existent - weder als kommerziell vertriebene freie Software, noch proprietäre Alternativen. Die existenten Produkte wie CrossOver oder Softmaker Office lassen sich an wenigen Fingern abzählen und kommen ebenfalls alle aus dem semi-professionellen Bereich.

Doch hat Linux nicht auch hier ohne große Firmen eine erhebliche Qualität erreicht? Nun wichtige Projekte im Desktopumfeld wie KDE, GNOME, Virtualbox oder LibreOffice und seine Vorgänger wurden oder werden von den oben genannten Firmen durch ihre Erträge in anderen Geschäftsfeldern querfinanziert und damit subventioniert. Der überragende Einfluss von Red Hat auf die GNOME Entwicklung wird schließlich immer wieder kritisert. KDE hat zudem mit bluesystems einen philanthropischen Mittelgeber. Ohne diese Mittel und die dadurch bezahlten Vollzeitentwickler wäre die gegenwärtige Qualität sicherlich nicht zu erreichen. Dies sieht man genau an jenem Bereich an dem die Firmen kaum Interesse haben: Der mobile Sektor. Die Entwicklung wird hier fast nur von der Community und ehrenamtlichen Entwicklern getragen und kommt seit Jahren nicht voran.

Woran liegt das? Gerne wird auf den geringen Marktanteil von Linux verwiesen, der eine Entwicklung unrentabel macht. Es gibt zwar nur wenige offizielle Zahlen, aber der Marktanteil von Apples macOS liegt nur geringfügig über dem vom Linux und kommt nicht an Windows heran. Möglicherweise sind Apple-Kunden kaufkräftiger, als Linux-Anwender - dazu kenne ich keine Zahlen. Allerdings glaube ich nicht an Linux als "arme-Leute-System".

Das Problem ist vermutlich eher vielschichtig. Ein erheblicher Teil der Linux-Nutzer glaubt an den Mehrwert und die Idee von freier Software. Dahinter steht bei vielen oft eine gewisse Kapitalismuskritik und die Idee von der Vergemeinschaftung von Code. Ironischerweise oftmals vorgetragen von Vertretern einer Branche, die gemessen an den Durchschnittsgehältern zu den Gewinnern der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung gehört. Open Source-Enthusiasten kaufen proprietäre Software nur wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt und greifen eher zu einer freien, aber schlechteren Lösung, als zur guten, aber proprietären Variante. Der eh schon kleine Linux-Markt schrumpft damit noch weiter. Der Spiele-Markt illustriert dies anschaulich, da Steam hier durchaus Umsätze unter Linux verbuchen kann - eben weil es keine nennenswerten Alternativen gibt.

Nun kann man natürlich auch freie Kleinsoftware auf die gleiche Weise wie die großen Enterprise-Produkte mit Service-Verträgen vermarkten. Das haben auch einige Anbieter versucht, aber es scheitert. Der Verpflichtung der Code-Offenlegung ermöglicht immer Nachbauten und anders als bei einem ganzen Betriebssystem, wie im Fall von RHEL, ist das bei einem einzelnen Programm mit deutlich überschaubarerem Aufwand verbunden. Es wird daher immer kostenlose Forks und Community-Varianten geben. Klappen tut dies daher nur in relativ kontrollierten Märkten. Einige Entwickler von Open Source Apps für Android bieten diese z. B. gegen einen Obolus bei Google Play an. Weil viele Android-Nutzer alternative Stores nicht kennen, funktioniert das in begrenztem Maße. Open Source Enthusiasten mit F-Droid umgehen aber auch diese Gebühr.

Alternative Monetarisierungsmöglichkeiten

Weil der kommerzielle Vertrieb von Software faktisch scheitert haben sich Entwickler einige andere Lösungen überlegt. Dazu gehören Spenden, ebenso wie Fundraising-Kampagnen. Spenden funktionieren ausweislich aller Zahlen nicht wirklich. Das liegt auch daran, dass viele institutionelle Nutzer wie der Öffentliche Dienst zwar Geld für Software ausgeben dürfen, aber keinesfalls Spenden können. Um dem Dilemma zu entgehen haben viele populäre Open Source Projekte in der Vergangenheit sehr erfolgreich Kampagnen gestartet. Die Kampagnen-Wirtschaft hat aber ihre Risiken, weil zur Gewährleistung des steten Geldflusses immer neue Kampagnen benötigt werden. Für Purism hat ein Blogger das mal sehr gut nachgezeichnet (siehe: Links der Woche KW 50 - Purism, Onlineshopping und Linux). Wirklich nachhaltig ist dieses Modell also auch nicht.

Natürlich gibt es neben Lizenzierung, Spenden und Fundraising auch noch andere Monetarisierungsmöglichkeiten. Die Digitalwirtschaft hat mit der Veräußerung von (Nutzer-)Daten und Werbung zwei sehr bekannt gemacht. Beides kommt bei der Datenschutz-affinen Zielgruppe nur naturgemäß kaum in Frage.

Folgen

Durch diese Probleme und Limitationen basiert ein Großteil dessen was man Linux-Desktop nennt auf ehrenamtlicher Arbeit, teilweise finanziert durch einige wenige Firmen und altruistische Einzelpersonen. Davon profitieren aber primär die Basisprojekte wie z. B. die großen Desktops durch ihre Querfinanzierung aus dem Enterprise-Segment. Diese Zuwendungen sind aber tendenziell rückläufig, wie z. B. die alleinige Fokussierung von RHEL auf GNOME illustriert.

Nischenprojekte, Zukunftsideen und kleine Softwareideen werden meist von wenigen Freiwilligen entwickelt. Die Qualität hinkt - pauschal gesagt - der proprietären Konkurrenz deutlich hinterher und der Abstand wächst, weil die Entwickler weniger Zeit zur Verfügung haben und oft auch primär für sich selbst entwicklen. Letzteres hat dann auch zur Folge, dass Projekte verwaisen wenn der Entwickler die Lust oder das Interesse verliert. Der niedrige Bus-Faktor vieler Open Source Projekte macht sich hier dann auch negativ bemerkbar. Natürlich verlieren auch Entwickler proprietärer Produkte mal das Interesse, aber hier gibt es wenigstens noch den monetären Anreiz. Software wird zudem immer komplexer und schon vor einigen Jahren fragte sich der scheidende Dolphin-Entwickler wie lange ehrenamtliche Arbeit hier noch mitziehen kann.

Für den Anwender fehlt ganz nebenbei durch diese Entwicklung auch die Wahlfreiheit zwischen Open Source Projekten und proprietärer Software im konkreten Fall zu entscheiden. Diese Wahl musste der Anwender faktisch schon bei der Auswahl des Betriebssystems treffen. Aus Sicht des Anwenders bedeutet Linux dadurch sogar weniger (Wahl-)Freiheit als proprietäre Systeme.

Aus diesem Grund muss ich konstantieren, dass Open Source vor allem im Privat-/Endverbraucherbereich ein dauerhaft funktionsfähiges Monetarisierungsmodell fehlt - allen Beteuerungen zum Trotz. Das muss nicht unbedingt zum Untergang führen und man kann vorerst problemlos so weiter machen. Es hat aber Auswirkungen auf die Qualität und die Stabilität des Ökosystems. Man kann dies als gegeben hinnehmen und hier auch die Vorteile von Linux sehen, aber sollte keine wirtschaftliche Erfolgsstory herbeireden.

Die Frage ist halt, was passiert wenn die letzten Firmen mit Hoffnung auf eine erfolgreiche Monetarisierung ihrer Entwicklungsleistung sich aus dem Endverbraucherbereich (Distributionen, Desktops, Programme, Apps) zurückziehen. Kann die Gemeinschaft nur die ehrenamtliche Arbeit wirklich dieses Niveau halten? Hofft man auf den Staat als Mittelgeber angetrieben durch den Wunsch nach digitaler Souveränität?


Änderungen

Die Argumentation etwas konsistenter ausformuliert und den Artikel gegliedert.


Bilder:

Einleitungs- und Beitragsbild von stevepb via pixabay

"

Tags: Open Source, Entwicklung, Freie Software, Geld, Wirtschaftsmodell, Fundraising, Spenden, Finanzen

Ergänzungen zum Artikel

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Da du dich in deiner Überschrift auf Open Source an sich und nicht nur auf den Desktop beziehst, hier ein Gegenbeispiel aus meinem Alltag:

Wordpress (open source) und damit automattic (die Firma dahinter) verdienen gutes Geld. Und viel wichtiger: Viele tausende Entwickler weltweit verdienen auch mit Plugins und Themes gut an Open Source dank Wordpress.

Gerrit
Ich finde das eigentlich kein Gegenbeispiel. Ähnlich wie bei Android wird mittels proprietärer Zusatzprodukte Geld mit einer quelloffenen Basis verdient. Es ist also letztlich doch ein schöner proprietärer Lizenzverkauf.
Also wenn ich dich richtig verstehe, geht es dir ausschließlich um Gewinne aus dem Open-Source-Programm, Zusatzgeschäfte wie Service, Anpassung, Schulung usw. zählen nicht.

Dann machen ja z.B. Nestle oder Coca-Cola alles richtig: Sie verkaufen mit hohen Gewinnen Tafelwasser, das quasi umsonst (quasi Open Source aus wirtschaftlicher Sicht) auch bei jedem aus dem Wasserhahn kommt. Oder sehe ich das falsch?

Gerrit
Nein, dann lies den Artikel bitte nochmal.

Mir geht es darum, dass Open Source in weiten Teilen kein genuines Monetarisierungsmodell hat. Mit Folgen für die zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Proprietäre Modelle lassen sich nicht 1 zu 1 übertragen und andere Modelle wie Datenverkauf oder Werbung lehnt man aus ethischen Motiven ab.

Deine Beispiele wie Zusatzgeschäft, Service, Anpassung etc. zieht halt außerhalb des Enterprise-Marktes nicht.

Jens Lehmann
In fast jedem Android-Gerät, Router, Smart-TV, IoT, usw. ist Linux drin. Die Monetarisierung besteht hier in der Einsparung teurer Lizenzgebühren kommerzieller Systeme. Damit hat sich jede weitere Diskussion über die Existenzberechtigung von Linux erledigt.


Gerrit
Wo ging es hier um die Existenzberechtigung. Die von dir genannten Geräte nutzen übrigens oft wirklich nur den Kernel und ganz wenig drumherum. Das Linux-Ökosystem kann davon nicht leben.
Linuxkumpel
Schau Dich mal hier um. Open-Xchange https://www.open-xchange.com
Michael
Pardon, aber dein Blog-Eintrag ist deutlich zu wenig differenzierend. Es gibt eigentlich nicht >>die<< Open-Source-Software. Selbst der Linux-Kernel ist ein großes Geschäft der vielen unterschiedlichen Firmen, die damit eine Basis der eigenen Produkte unterstützen.

Nun ist auch nicht zu erkennen, welches Wirtschaftsmodell du nun meinst. Das mit der Software Geld verdient wird? Nun, auch die von dir genannten Software-Firmen - Microsoft, Apple und Google - verdienen nicht mehr mit der Software wirklich Geld. Bei Microsoft ist es die Cloud, die die Firma gerettet hat. Microsoft sorgt über die kostenfreie Verteilung der Software-Produkte (OpenSource übrigens) für eine zunehmende Kundenbindung. Windows wird eigentlich eher als Datenlieferant für das zweite Standbein genutzt (Daten Analyse Frameworks in der Cloud - und: solange die Leute die Lizenzen bezahlen...). Apple vertreibt Hardware und Inhalte über den Store und bindet über die Exotik des Betriebssystems (iOS und macOS haben eine gemeinsame Basis) und abgestimmten Komponenten die Kunden. Bei Google ist das Geschäftsmodell wohl bekannt.

Wer hat noch ein Wirtschaftsmodell, welches auf einem reinen Software-Produkt basiert? Von den großen und weniger Nischenanbietern fallen mir nur noch Oracle, VMware, SAP und - abnehmend - Adobe ein, wobei bei SAP eigentlich der Service eine größere Rolle spielt. VMware ist als Teil von Dell und EMC sowie mit Pivotal im Cloud-Geschäft.

Im Consumer-Umfeld ist mit einem reinen Software-Produkt - mit Ausnahme von Spielen - auf dem Desktop kaum ein stabiles Unternehmen mehr aufzubauen. Die Zeit ist vorbei. Bei Endanwender ist der Desktop-PC quasi tot. (Die geringen Verkaufszahlen sollten die Regel bestätigen.)

Worin besteht nun der Markt: in dem, was man verallgemeinernd "Cloud-Anwendungen" bezeichnet. Dort gerade spielt wegen der vereinfachenden Lizenzen gerade OpenSource-Software eine sehr große Rolle (und hat Microsoft Windows und Oracle quasi verdrängt, was ersterer sehr gut verstanden hat und damit nun reich geworden ist.). Die großen Projekte - Cloud Foundry, Kubernetes, Bosh u.v.a. - erhalten sehr gute finanzielle Unterstützung der großen Firmen, die damit ihre speziellen Lösungen mit Services verkaufen.

Es gibt - gerade in diesem Umfeld - nicht das "eine" Wirtschaftsmodell.

Zitat :
Die Digitalwirtschaft hat mit der Veräußerung von (Nutzer-)Daten und Werbung zwei sehr bekannt gemacht. Beides kommt bei der Datenschutz-affinen Zielgruppe nur naturgemäß kaum in Frage.


Das scheint wohl genauso wie die Linux-Nutzer eine Randgruppe zu sein. Die Anzahl derjenigen, die datenschutzrechtlich bedenkliche Produkte nutzen, ist einfach zu groß.

Zitat :
Es gibt zwar nur wenige offizielle Zahlen, aber der Marktanteil von Apples macOS liegt nur geringfügig über dem vom Linux und kommt nicht an Windows heran. Möglicherweise sind Apple-Kunden kaufkräftiger, als Linux-Anwender - dazu kenne ich keine Zahlen. Allerdings glaube ich nicht an Linux als "arme-Leute-System".


Das ist tatsächlich so (und ich habe dazu Zahlen gesehen). Es gab sogar das Gerücht, dass Apple-Nutzer höhere Preise in Online-Shops zahlen müssen als Nutzer anderer Betriebssysteme. Letztlich sind aber viele Linux-Nutzer nicht bereit, für eine Software-Lizenz Geld auszugeben. Die fatale Seite der Freiheit (auf Kosten anderer Leute)...

Zitat :
Aus diesem Grund bin ich der Überzeugung, dass Open Source ein dauerhaft funktionsfähiges Wirtschaftsmodell fehlt.


Eben gerade nicht. Zur Zeit erleben wir den "Untergang" des bisherigen Wirtschaftsmodells, über Software-Lizenzen Geld zu verdienen (Ausnahme: Nischen). Mit OSS in der Cloud sowie den Daten und eine enge Kundenbindung (Verhinderung, dass man die eigenen Daten mitnehmen kann - siehe Export/Import bei Messangerdiensten) wird dagegen in der Digitalwirtschaft derzeit gute Gewinne erzielt.

Gerrit
Zitat :
Es gibt eigentlich nicht >>die<< Open-Source-Software.

Das ist eine Definitionsfrage. Wenn ich mich hinstelle und sage alles was unter einer freiheitlichen Lizenz steht ist Open Source Software ist das nicht falsch. Natürlich kann man die Kriterien auch beliebig anders setzen.

Zitat :
Im Consumer-Umfeld ist mit einem reinen Software-Produkt - mit Ausnahme von Spielen - auf dem Desktop kaum ein stabiles Unternehmen mehr aufzubauen. Die Zeit ist vorbei. Bei Endanwender ist der Desktop-PC quasi tot. (Die geringen Verkaufszahlen sollten die Regel bestätigen.)

Das ist deine "Linux-Wahrnehmung". Ich sehe auf Windows und macOS immer noch sehr viele kommerzielle Anwendungen mit dem Ziel Privatanwender und Kleinunternehmen. Gleiches gilt für die mobilen Plattformen, aber hier fehlt der Vergleich weil OSS und Linux keine nennenswerte Rolle spielen.

Michael
Zitat :
as ist deine "Linux-Wahrnehmung". Ich sehe auf Windows und macOS immer noch sehr viele kommerzielle Anwendungen mit dem Ziel Privatanwender und Kleinunternehmen.


Mmmhhh... >>immer noch<< ist kein Widerspruch zu meiner Aussage. Ich kenne auch noch viele Software-Firmen, die ihre Lizenzen sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld verkaufen.

Aber sehen wir uns ein paar Randbereiche an:

  • die PC-Verkaufszahlen sind in den letzten Jahre recht massiv eingebrochen. Nur letztes Jahr gab es eine Steigerung, was mit dem Auslaufen von Windows 7 und den meistens damit verbundenen Neuausstattungen im gewerblichen Umfeld zu begründen ist. (Kann ich beruflich auch bestätigen.)
  • die größten OpenSource-Projekte (auch mit einer "freiheitlichen Lizenz") stammen lauf Github von Microsoft und Google und haben schon lange die Apache Software Foundation abgelöst, die wiederum von Microsoft, Google etc. getragen wird. Damit kann man gut die Behauptung aufstellen, dass alle "Big Player" auf Open Source setzen und die deutlich höheren Gewinne durch andere Geschäftsfelder erzielen. Die klassischen Software-Firmen (Oracle, Corel etc.) schaffen diese Gewinnmargen nicht mehr.
  • wenn man sich im privaten Umfeld umschaut, spielt der PC eine untergeordnete Rolle. Klar werden bspw. die Schüler vielleicht noch mit einem Notebook von den Eltern ausgestattet, aber die Bedienkompetenzen - was u.a. eine Umfrage meines Wissens im Rahmen von PISA? zeigte - ist eher unterirdisch (z.B. Speichern von Dateien), da die Jugendlichen als Hauptgerät das Smartphone nutzen. Der PC dürfte vielleicht für Bewerbungen und die Steuererklärung herausgeholt werden, alles weitere geschieht über Smartphone und Tablets. (siehe bspw. Zugriffszahlen auf Web-Seiten, weiterhin sehe ich dies über die Anforderungen aus dem beruflichen Umfeld, welches das private Verhalten gern wiederspiegelt.)
  • quasi seit gut 5-6 Jahren werden alle (großen) Desktop-Betriebssysteme von den Herstellern nur noch gepflegt (Produktpflege), d.h. größere Neuerungen, die für den Nutzer wichtig sind, sind nicht mehr aufgetreten. Teilweise wurden sogar Funktionalitäten eingeschränkt. Keiner verlangt auch noch wirklich Geld für sein Betriebssystem. Apple beispielsweise scheint das Betriebssystem nur noch zu pflege, weil es für die Entwicklung der iOS-Software essentiell ist und eine wichtige Einnahmequelle der Store ist. Die früher von Apple hofierten Kreativen wurden eine ganze Zeitlang (und meines Wissens immer noch) eher stiefmütterlich behandelt (siehe Produktpflege des iMac Pro)


Open Source Software ist bei weitem nicht mehr so zu verstehen (als eher philanthropisch), wie es zu Beginn bspw. bei Linux war. Es ist eher eine neues Geschäftsmodell, welches die alten zunehmend ablöst. Dies ist dem geschuldet, dass durch die starke Vernetzung die Einzelanwendung immer weniger eine Rolle spielt und das klassische Lizenzmodell im Cloudumfeld eher hinderlich ist.

P.S. zu "Linux-Wahrnehmung": Linux ist eher bei mir ein Hobby. Beruflich habe ich mit anderen Dingen zu tun...

Gerrit
Zitat :
die größten OpenSource-Projekte (auch mit einer "freiheitlichen Lizenz") stammen lauf Github von Microsoft und Google und haben schon lange die Apache Software Foundation abgelöst, die wiederum von Microsoft, Google etc. getragen wird.

Ich habe nicht bestritten, dass Open Source im Enterprise-Markt funktioniert.

Zitat :
wenn man sich im privaten Umfeld umschaut, spielt der PC eine untergeordnete Rolle.

Er ist aber der einzige Ort an dem Open Source für Endverbraucher wirklich eine Rolle spielt.

Zitat :
Der PC dürfte vielleicht für Bewerbungen und die Steuererklärung herausgeholt werden, alles weitere geschieht über Smartphone und Tablets.

Aber hier hat Open Source genau die gleichen Probleme. Das Problem verlagert sich also nur.

Zitat :
quasi seit gut 5-6 Jahren werden alle (großen) Desktop-Betriebssysteme von den Herstellern nur noch gepflegt (Produktpflege)

Das ist lediglich deine Interpretation, der man nicht folgen muss.

Zitat :
Es ist eher eine neues Geschäftsmodell, welches die alten zunehmend ablöst.

Und genau diese vermeintliche "Wahrheit" bestreite ich massiv. Außerhalb des Enterprise-Markt gibt es kein neues Geschäftsmodell und Lizenzierung spielt im proprietären Bereich immer noch eine massive Rolle. Selbst Cloud-Lösungen wie Office 365 sind letztlich nur eine Lizenzierung durch Abonnement.

Michael
[Untergeordnete Rolle des PCs im privaten Umfeld]
Zitat :
Er ist aber der einzige Ort an dem Open Source für Endverbraucher wirklich eine Rolle spielt.


Vielleicht "eine Rolle spielen >>sollte<<" (dem würde ich gern zustimmen). De facto spielt OSS aber keine Rolle, was auch das Leid der Unternehmen ist, da im privaten Sektor für Software-Lizenzen ungern Geld ausgegeben wird. (Ausnahme Spiele, aber das hat dem Amiga auch nicht geholfen).

Genauso wie das Thema "Datenschutz" spielt die Freiheit der Lizenzen nur für wenige eine Rolle. Und das Thema "zukünftige Nutzung von Dateiformaten bei proprietärer Software" hatten wir hier schon einmal ;-)

[Änderungen bei Desktop-Betriebssystemen in den letzten 5-6 Jahren]
Zitat :
Das ist lediglich deine Interpretation, der man nicht folgen muss.


O.k. Dann lass ich mich gern überzeugen, welche Änderungen in den letzten 5-6 Jahren bei Desktop-Betriebssystemen stattgefunden haben, die einen nennenswerten Schritt für den Anwender bedeutet haben. Mein Vergleich bezieht sich auf die Änderungen, die bspw. bei iOS und Android oder im Server-Umfeld (Containerisierung) stattgefunden haben.

Ich zitieren hier als Beispiel Heise zu Windows 10 1909: "Kaum neue Funktionen" (https://www.heise.de/newsticker/meldung/Windows-10-November-2019-Update-V1909-verfuegbar-Tipps-zur-Installation-4584976.html).

[Ablösung des alten Lizenzmodells durch Cloud-Bereitstellung und Bezahlen mit Daten]
Zitat :
Und genau diese vermeintliche "Wahrheit" bestreite ich massiv.


Wie du vertrete ich auch nur meine Meinung und behaupte auch nicht, dass ich die "Wahrheit" gepachtet habe ;-)

Dennoch würde es mich interessieren, welche Software-Firmen noch wirklich Erfolg mit diesem alten Modell haben. Microsoft sollte hier außen vor bleiben, da sie tatsächlich es noch schaffen, trotz kostenfreier guter Konkurrenz und erheblichen Datenschutzverfehlungen jemanden finden, der bspw. für Office 365 bezahlt, was ich dem Quasi-Monopol im Bereich Betriebssystem und Office zuordne und der weiteren Pflege der Situation durch die Verteilung der Software bspw. in den Schulen und Universitäten und manchen Unternehmen an die Mitarbeiter. Und unsere Regierung zahlt neben den vielen Millionen nun auch noch weitere 800.000,- EUR... Womit wir beim alten Thema wären.

Als Referenzbeispiel könnte man einen Otto-Normal-User eines PCs nehmen: im Internet-Browsen, Briefe schreiben und Mail. Wofür werden noch Software-Lizenzen benötigt? Im Zweifelsfall schreibt der User seine Briefe per Google Doc, die Bilder des Handys sind sowieso schon dort (oder iCloud) oder bei Instagram. Mail schreiben viele nur noch über den Web-Zugriff (wenn überhaupt). Was bleibt dann noch groß übrig? Am PC sitzen die meisten sowieso nicht mehr gerne...

Katzennarr
Warum ist immer der wirtschaftliche Gedanke ausschlaggebend für einen "Erfolg" eines Produkts? Viele OpenSource-Projekte (nicht alle natürlich) haben doch einen ganz anderen Gedanken: Freie Software für alle bereitzustellen, ohne finanzielle Beweggründe, daraus ist u.a. GNU/Linux entstanden. Muss heute denn alles in Euro und Cent umgewandelt werden, ist das wirklich so nötig, bzw. notwendig? Das kann man machen, sicher, wäre aber auch etwas traurig, wenn sich heute nur noch alles um das goldene Kalb dreht (sprich den schnöden Geld).
Gerrit
Natürlich muss und sollte man nicht alles vom monetären Ansatz her denken. Ich finde das auch vollkommen legitim. Allerdings darf man dann auch nicht argumentativ die Geldkarte spielen und bspw. sagen, dass man OSS-Projekt x nicht mit Closed-Source Projekt y vergleichen kann, weil die Finanzmittel fehlen. Schließlich wären die fehlenden Finanzmittel gewollt und dürften kein Hindernis darstellen.
Postlet
Die Idee von freier und quelloffener Software exisitiert so lange wie es Software gibt. In den 1950er und 1960er Jahren war es in akademischen Kreisen eher üblich als unüblich, dass Software ohne Lizenz und damit im Prinzip unter Public Domain veröffentlicht bzw. weitergegeben wurde. In den USA unterlag Software vor 1974 nicht mal dem Urheberrecht.

Da Programmierer offensichtlich schon immer auch von Motivationen abseits rein wirtschaftlichem Interesse angetrieben wurden und ihre Errungenschaften auch Jahrzehnte später noch gerne mit anderen teilen, erscheint mir die Frage angebracht, ob es da jetzt überhaupt noch ein grundlegendes Wirtschaftsmodell braucht?

Ein kritische Bus-Faktor entsteht ja eher dadurch, dass aus wirtschaftlichen Gründen Infrastrukturen auf Basis von freien und quelloffenen Softwarelösungen aufgebaut werden, ohne selber zu diesen Lösungen etwas beizutragen. Geld ist da aber nicht immer der hilfreichste Beitrag. Softwareprojekte brauchen Entwickler. Statt eine Millionen Geld auf ein Projekt zu werfen, kann man besser Programmierer beisteuern, die faktisch an der Stabilität und Sicherheit der eigenen Infrastruktur arbeiten. Das ist nur leider noch nicht überall da angekommen, wo die Entscheidungen getroffen werden.

Anonymous
Ich finde Du suchst hier immer wieder Gründe, um Dein eigenes Verhalten zu rechtfertigen.
Deine Argumentation läuft letzten Endes darauf hinaus: "Open Source Software ist schlecht(er) als proprietäre Software, deshalb nutzte ich in der Hauptsache Kaufsoftware". Anstatt nun damit einfach zufrieden zu sein, versuchst Du Menschen, die mit FOSS und insbesondere Linux zufrieden sind, zu beweisen, dass sie schief liegen. Weit über 95% der Desktopnutzer haben sich für proprietäre Software entschieden. Lass doch den Rest mit Linux glücklich werden. Stattdessen lese ich von Dir u.a. auf Opensource (!) -Portalen warum Linux unterlegen ist (auf OSBN bist Du allerdings aktuell ja nicht mehr vertreten).
Das führt dazu, dass sich ein Teil der Lerser provoziert fühlt und ein Teil in seinem Urteil bestätigt. Der Erkenntnisgewinn ist gering. Schade!

Gerrit
Zuletzt bearbeitet am 25.01.2020 19:32 von Gerrit
Zitat :
Ich finde Du suchst hier immer wieder Gründe, um Dein eigenes Verhalten zu rechtfertigen.

Umgekehrt ist es richtig. Mein Verhalten hat Gründe, die ich hier darlege.

Zitat :
Deine Argumentation läuft letzten Endes darauf hinaus: "Open Source Software ist schlecht(er) als proprietäre Software, deshalb nutzte ich in der Hauptsache Kaufsoftware".

Nein ich setze mich kritisch mit einigen Punkten auseinander. Einerseits behaupten viele OSS wäre bereits wirtschaftlich erfolgreich, andererseits verweigert man den Vergleich mit proprietärer Software weil die ja ein viel größeres Budget hat und dann möchte man am liebsten auch noch den Staat und die Gesellschaft verpflichten sich zu beteiligen um endlich voran zu kommen. Alles ein bisschen überspitzt formuliert, aber so in den Diskussionen zu lesen. Ich stelle daher nur fest: Es fehlt momentan an einem konsistenten Monetarisierungsmodell und in unserem System braucht jedes Projekt Geld.

Zitat :
Anstatt nun damit einfach zufrieden zu sein, versuchst Du Menschen, die mit FOSS und insbesondere Linux zufrieden sind, zu beweisen, dass sie schief liegen.

Nein wieso?

Zitat :
Lass doch den Rest mit Linux glücklich werden.

Niemand zwingt dich meinen Blog zu lesen, oder?

Zitat :
Stattdessen lese ich von Dir u.a. auf Opensource (!) -Portalen warum Linux unterlegen ist (auf OSBN bist Du allerdings aktuell ja nicht mehr vertreten).

Ich schreibe auch sehr viel anderes aber scheinbar bedeutet jeder vereinzelte Widerspruch zu deinem Weltbild für dich ein Problem?

Zitat :
Der Erkenntnisgewinn ist gering.

Was damit zusammen hängen könnte, dass du inhaltlich gar nicht auf den Artikel eingehst, sondern sofort in eine Abwehrhaltung verfällst.

Deine Reaktion ist übrigens ein schönes Beispiel warum ich diese Artikel schreibe. Diese "Lass uns doch in Ruhe, mir gefällt OSS wie es ist" ist momentan meiner Meinung nach das größte Problem für die Entwicklung von Linux im Speziellen und Open Source Allgemeinen.

Thomas S.
Wenn ich Deine Reaktionen auf meinen Kommentar lese, scheine ich ja "ins Schwarze" getroffen zu haben.
Deine Erwiderung
Zitat :
Niemand zwingt dich meinen Blog zu lesen, oder?
entspricht übrigens, einer häufigen Reaktion bei Kritik an FOSS. "Brauchst Du ja nicht zu benutzen oder programmier doch selber".

Zum Thema: Ich frage mich auch öfter welchen Weg die Softwareentwicklung in Zukunft nehmen wird. Das gilt sowohl für proprietäre als auch offene Software. Vieles verlagert sich z.B. in die Cloud. Bei der Entwicklung von FOSS und insbesondere Linux gibt es eine starke Tendenz zur Beteiligung von großen Konzernen. Das sehe ich mit gemischten Gefühlen. Die finanzielle Basis wird gestärkt und damit auch die Möglichkeiten. Andererseits wird die Freiheit auch auf das eingeschränkt, was kommerziell erfolgreich erscheint. Aber es gibt, wie Du schreibst, ja auch Versuche über Crowdfunding und Spenden Projekte zu finanzieren. Das versuche ich als Privatanwender zu unterstützen. So fördere ich Entwickler von Programmen, die ich viel nutze. Ich persönlich habe auch keine Hemmungen Software für Linux zu kaufen, wenn sie meinen Bedürfnissen entspricht. Insgesamt denke ich, dass eine breite Basis an unterschiedlichen Modellen, die sicherste Grundlage ist, dass FOSS sich auch in Zukunft weiter entwickeln kann. Dadurch ensteht Stabilität in einer sich sehr schnell ändernden Branche. Das gilt m.E. übrigens auch für Kaufsoftware. Die Notwendigkeit einer neuen Finanzierung speziell für Opensource-Projekte sehe ich allerdings nicht.

Gerrit
Zitat :
entspricht übrigens, einer häufigen Reaktion bei Kritik an FOSS. "Brauchst Du ja nicht zu benutzen oder programmier doch selber".

Ja möglicherweise. Aber was ist deiner Meinung nach die angemessene Reaktion auf einen Kommentar mit dem Inhalt "Lass mich doch in Ruhe mit deinen Beiträgen, ich möchte in meiner Meinung nicht gestört werden".

Zum Rest:
Ich finde alternative Finanzierungsmodelle nicht schlecht und vor allem Crowdfunding als Anschubfinanzierung für gewagte Projekte geradezu optimal. Sie taugen nur nicht als dauerhafte Projektfinanzierung, entweder weil sie nicht dazu vorgesehen sind (Crowdfunding) oder in der Breite leider einfach nicht funktionieren (Spenden). Dadurch hängen substanzielle Teile des Linux/Open Source Ökosystems immer noch am Tropf des Enterprise-Sektors. Oder kannst du dir die Entwicklungen der letzten Jahre ohne die finanzielle Großzügigkeit von Red Hat vorstellen? Einiges davon kann Red Hat kaum unmittelbar gewinnbringend in seinen Cloud- und Enterprise-Produkten brauchen. Ich finde daher, dass im OSS/GPL zu wenig über Monetarisierungskonzepte nachgedacht wird. Die BSD-Konkurrenz hat das Problem weniger, weil sie auch den Weg klassisch proprietärer Konkurrenten gehen kann.

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