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Supportende von Windows 7 - Linux oder ein Tablet?

Der Tag des jüngsten Gerichts ist da: Windows 7 fällt aus dem Support. Die halbe IT-Branche fieberte diesem Tag freudig oder ängstlich entgegen und die Presse ist natürlich auch vorbereitet. Ratgeber zum Umstieg auf Linux haben wieder Konjunktur.

Lesenswert und inhaltlich ausgewogen ist der mehrseitige Artikel auf Golem. In der Linux-Welt ist das Supportende von Windows 7 - anders als damals bei XP - kein so beherrschendes Thema. Wirkliche Hoffnungen auf einen positiven Wechseleffekt haben wohl nicht mehr viele.

Zu recht, denn beim Lesen des Golem-Artikels bin ich über die Passage mit den Anwendungen gestolpert. Der Autor streicht heraus, dass Linux für alltägliche Anwendungen wie Internet surfen, E-Mail und kleinere Office-Tätigkeiten bestens geeignet ist. Anders als bei Spezialaufgaben mit besonderer Software, die oft nicht verfügbar ist.

Die Aussage trifft definitiv zu. Die Frage ist halt: Braucht es für diese simplen Tätigkeiten noch Linux? Beobachtungen in meinem Umfeld zeigen, dass für dieses Aufgabenspektrum immer häufiger auf ein Tablet zurückgegriffen wird. Zumal sich viele Menschen mit Smartphones und Tablets leichter tun als mit herkömmlichen Notebooks, deren Systeme und Wartung als kompliziert wahrgenommen wird. Sie nehmen stattdessen lieber ein iPad oder eines der zahllosen preiswerten Android-Geräte. PCs und Notebooks assoziieren viele zudem mit Arbeit und wollen es eigentlich im Haushalt gar nicht mehr haben. Das Supportende von Windows 7 dürfte diesen Trend eher verstärken, als einen Wechsel zu Linux auslösen.


Bilder

Einleitungs- und Beitragsbild von Garrhet Sampson via Unsplash

Tags: Linux, Supportende, Windows 7, Tablet

Ergänzungen zum Artikel

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Linuxkumpel
Man warst Du schnell. lol Zustimmung meine jüngeren Kolleginnen und Kollegen, wie auch viele Freunde nutzen in der Regel Smartphone oder Tablet für die alltäglichen Aufgaben. Mich hat die einschränkende Aussage auch erstaunt. Allerdings es ist die Wahrheit. Spezielle Aufgaben können mit GNU/Linux nicht erledigt werden. So habe ich auch immer argumentiert. Das sollte einfach jeder wissen. Ich kann meine beruflichen Aufgaben mit Pop!_OS oder Manjaro erledigen, nutze dafür allerdings auch SoftMakerOffice. Habe ich natürlich auch auf einem Tablet.
Wer nach wie vor beruflich viel Text schreiben muss, ist natürlich mit einem Notebook besser bedient. Schreibt sich einfach besser. Ja, GNU/Linux ist eine Alternative, jedoch nur für diejenigen, die es wollen und denen die üblichen Anwendungen reichen.

Michael
Zitat :
Das Supportende von Windows 7 dürfte diesen Trend eher verstärken, als einen Wechsel zu Linux auslösen.


Ja, grundsätzlich sehe ich es ähnlich, wobei ich eher den Eindruck habe, dass es kaum noch jemanden interessiert, da dieser Trend schon beim Supportende von Windows XP deutlich war. Ein alter PC wurde nicht gegen einen neuen ersetzt sondern ein Tablet beschafft. PCs finden sich (jedenfalls wenn man die X-Mailer anschaut) eher im geschäftlichen Umfeld (sieht man von IT-affinen ab).

Doch ist es gut? Wenn man den Klimaschutz betrachtet, ist diese Entwicklung eher fatal. Ein PC wurde in einem nicht IT-affinen Haushalt gern 5-6 Jahre betrieben. Tablets, Smartphones etc. werden dagegen mit allen Schadstoffen eher alle 2-3 Jahre gewechselt. Die Betriebssysteme (Ausnahme iOS) werden vielleicht 2 Jahre aktualisiert - wenn das Gerät nicht im Endzustand beim Kunden über den Grabbeltisch ankommt. Gleiches gilt bei den schönen softwarelastigen Produkten wie Fernseher, neuere Kochherde, Geschirrspüler etc., die eben aus einem ähnlichen Grund nicht mehr die früheren Laufzeiten haben. Das ist sicherlich ein anderes Thema, aber macht die Entwicklung im Kontext des Klimaschutzes absurd konträr zu den Demonstrationen.

Es wäre schön, wenn hier der eher lethargische Ansatz verlassen und stattdessen auf den Widerspruch im Hinblick auf den Naturschutz verwiesen wird. Vielleicht kann das den einen oder anderen zum Nachdenken bringen, dass nicht immer das neuste Gagets sein muss. Vielleicht... Eventuell...

Gerrit
Zitat :
Doch ist es gut? Wenn man den Klimaschutz betrachtet, ist diese Entwicklung eher fatal. Ein PC wurde in einem nicht IT-affinen Haushalt gern 5-6 Jahre betrieben. Tablets, Smartphones etc. werden dagegen mit allen Schadstoffen eher alle 2-3 Jahre gewechselt.

Man muss hier Smartphones und Tablets sicherlich getrennt betrachten. Für Smartphones würde ich deinen Jahresangaben zustimmen aber alle beim Tabletmarkt gehen alle mir bekannten Schätzungen von längeren Nutzungszeiten aus, weil die Absatzzahlen nicht so hoch sind.

Thomas S
Zwischen "alltäglichen Anwendungen wie Internet surfen, E-Mail und kleinere Office-Tätigkeiten" und "Spezialaufgaben mit besonderer Software" klafft aber bei mir noch eine riesige Lücke. In diese fallen sehr viele Tätigkeiten, die ich mit meinen Computern erledige: Videobearbeitung (privat), Bildbearbeitung (auch beruflich), Rippen (Musik), etwas Programmiern und Skripten, Erstellung von Manuskripten, (komplexere) Tabellenkalkulation, statistische Auswertungen (R), Grafikerstellung ...
Beruflich nutze ich tatsächlich Windows-Spezialsoftware, insbesondere für Messgeräte. Privat kann ich (fast) alles unter Linux erledigen.
Das soll nicht heißen, dass viele Menschen zahlreiche Aufgaben lieber mit einem Tablet statt eines PCs erledigen. Aber das ist eine andere Frage.

Gerrit
Ja natürlich, das geht mir ja auch so.

Von diesen Anwendern, die durchaus ein bisschen mehr mit Computern machen, war bei Golem aber nicht explizit die Rede und ich glaube sie waren auch nicht implizit gemeint.

Gemeint waren jede PC-Nutzer, die wirklich nur rudimentäre Surf- und Office-Tätigkeiten verrichten. Und genau jene sterben langsam aus bzw. wandern zu Tablets ab.

Diese stehen also nicht mehr wirklich als Linux-Zielgruppe zur Verfügung. Aus den vergangenen Jahren in Supportforen würde ich aber sagen, dass die einen merkbaren Teil der Neueinsteiger ausmachten.

user
Ähnliches habe ich bei dem lesen des Artikel auf Golem auch gedacht. Allerdings gibt es solche "Chancen für Linux" Artikel bei jeder neuen Windows Version, das ist einfach eine Tradition die dazugehört.

In der Tat sehe ich aber auch die größte Konkurrenz zum Linux Desktop inzwischen bei Smartphones und Tablets. Hätte ich früher schon so viel mit dem Smartphone erledigen können und soviel Zeit damit verbracht, hätte ich vermutlich nicht die Zeit aufgebracht, mich in Linux einzuarbeiten. Bei den Entwicklern scheint es ähnlich zu sein. Während die "App-Stores" explodieren, dümpeln kleine Anwendungen für den Linux Desktop dahin und leiden an Entwicklerschwund.

Es bleibt natürlich das Sicherheits- und Datenschutz Argument, das für den Linux Desktop spricht, aber das reicht nicht aus.

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