RedHat Enterprise Linux / CentOS

Screenshot: CentOS 7 mit GNOME

RedHat Enterprise Linux (RHEL) ist eine - vor allem im Unternehmensbereich - sehr verbreitete Enterprise-Linux-Version. Sie basiert auf der von RedHat unterstützten Community-Distribution Fedora und steht mit ca. 10 Jahren Support momentan an der Spitze der LTS-Distributionen. RedHat verkauft dabei nicht die Distribution an sich, sondern den zugehörigen Support - ein im Linux-Segment übliches und sehr erfolgreiches Geschäftsmodell. Aus diesem Grund gibt es freie Community-Varianten von RHEL (so genannte Klone), die binärkompatible zu RHEL sind, aber keinen offiziellen Support erhalten und aus denen die markenrechtlich geschützten Teile entfernt wurden.

Diese Entwicklung verläuft keineswegs unter der Hand, sondern wird von RedHat gefördert. CentOS wird seit einiger Zeit von RedHat dezidiert als freie RHEL-Variante gefördert und ist deshalb vor allem für Privatanwender interessant.  

Jede Version von RHEL und des auf Binärkompatibilität ausgelegten Ablegers CentOS durchläuft verschiedene Lebenszyklen, wird letztlich aber fast 10 Jahre mit Sicherheitsaktualisierungen versorgt.

Im Vergleich zu Debian oder Ubuntu haben RHEL und seine Ableger allerdings nur ein relativ eingeschränktes Paketangebot. Es werden lediglich die Desktopumgebungen GNOME und KDE Plasma unterstützt, wobei der Fokus klar auf GNOME liegt. Die restliche enthaltene Endanwendersoftware ist stark auf den Büroeinsatz ausgelegt.  Zwar können die bestehenden Lücken durch externe Quellen kompensiert werden, dies läuft allerdings grundsätzlich dem LTS-Gedanken zuwider.

In relativ regelmäßigen Abständen bringt RedHat eine neue Minorversion (z.B. 7.1) der Distribution heraus. Bei dieser wird zwar der - extrem stark modifizierte - Kernel stabil gehalten, aber viele Softwarepakete bis hin zu X.Org aktualisiert. Dadurch funktioniert auch neuere Hardware noch mit einer vergleichsweise alten Distribution wie z.B: RHEL 6, das ursprünglich 2010 erschien und noch bis 2020 unterstützt wird.

Vorteile von RHEL und seinen Ablegern:

  • Extrem lang Supportdauer von bis zu 10 Jahren
  • Regelmäßige Minor-Releases passen die Version an aktuelle Hardware an.
  • RedHat pflegt die vorhandenen, nicht besonders zahlreichen, Pakete intensiv über die gesamte Lebensdauer.

Nachteile von RHEL und seinen Ablegern:

  • Das Softwareangebot ist sehr beschränkt.
  • Die Softwareversionen sind im eigentlichen Sinne nicht stabil, da mit jedem Minorrelease viele Programmversionen angehoben werden. (Kernel und Desktop ausgenommen)
  • Es sind keine Distributionsupgrades zwischen den Hauptversionen (6->7) möglich.

Homepage(s): RHEL / CentOS / Scientific Linux | Deutsche Community: N/A

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