Ubuntu – Wie du Firefox als PPA anstelle von Snap einbindest und wann du es tun solltest

Ubuntu 22.04 liefert Firefox als Snap aus und nicht mehr als klassische DEB-Datei. Man kann das Snap deinstallieren und Firefox in der ESR-Version über ein PPA installieren. Wie du das tun kannst und vor allem wann du das tun solltest, steht in diesem Artikel.

Warum macht Canonical das bei Ubuntu?

Der Internetbrowser und der Mailclient sind die häufigsten Einfallstore für Schadsoftware am Desktop. Entsprechend oft werden hier Sicherheitslücken entdeckt und ausgebessert. Das bedeutet für Distributoren viel Arbeit.

Klassische Linux-Programme, wie sie in DEB oder RPM-Dateien paketiert sind, haben zudem keine modernen Sicherheitsfunktionen, wie z. B. Sandboxes oder Beschränkungen der Berechtigungen. Diese sind durch die mobilen Betriebssysteme Android und iOS inzwischen weit verbreitet und werden auch am Desktop adaptiert. Die Entwicklungen bei Linux heißen Flatpak und Snap. Große und wichtige Distributoren wie SUSE, Red Hat oder Canonical entwickeln bereits länger in diese Richtung.

Außerdem gibt es Probleme durch die Verschränkung von Basissystem und Anwenderprogrammen und dadurch Schwierigkeiten, neue Programme für eine alte Basis zurück zu portieren. Deshalb sind Linux-Distributionen momentan in zwei Lager „Rolling Release“ und „Stable“ getrennt und du bekommst in Ubuntu-Versionen während der Supportdauer nie neue Programme. Das wollen die Entwickler damit auch lösen.

Das Snap wird zudem direkt durch Mozilla, die Entwicklerorganisation hinter Firefox, gepflegt. Das spart Arbeit für den Distributor und sorgt für Verlässlichkeit für die Anwender. Verzögerungen bei Updates, wie sie bisher immer mal wieder vorkamen, gehören damit vermutlich der Vergangenheit an.

Aber man liest so viel schlechtes darüber

Die meisten schreiben nur nach, was sie irgendwo gelesen haben. Die meisten Kritiker nutzen es nicht selbst und haben eher ideologische Vorbehalte. Bei Linux ist die Zahl der Novitätenskeptiker noch größer als in anderen gesellschaftlichen Bereichen, weil viele Linux-Anwender mal vor Entwicklungen bei Windows oder macOS zum konservativen Linux geflohen sind. Wenn man diesen Leuten immer gefolgt wäre, hätte die Menschheit heute weder Rad noch Feuer.

Vertraue niemandem, der irgendetwas von bewährter Technik schreibt. Hinterfrage bei denjenigen immer, ob sie sich wirklich mit der neuen Technik beschäftigt haben oder einfach nur aus Prinzip alles doof finden. Mit krampfhaftem Festhalten an alten Konzepten manövrierst du dich in eine Sackgasse und landest da, wo die Novitätenskeptiker jetzt schon stehen. Vollkommen überfordert durch die Entwicklung, ängstlich gegenüber der Gegenwart, was sie hinter einem Schutzpanzer aus Trotz und „Brauch ich nicht“ verstecken, bis es gar nicht mehr anders geht, weil dein Arbeitgeber, Familie oder Freunde dich zwingen jahrzehntelange Entwicklungen auf einen Schlag nachzuholen.

Ein anderes Problem sind konzeptionelle Differenzen, ob Flatpak oder Snap der richtige Weg sind und ob es nicht noch eine bislang unbekannte noch bessere Lösung gibt. Darüber kann und sollte man diskutieren, aber das tangiert dich als normalen Anwender nicht. Ist man wie du Ubuntu-Anwender folgt man den Entscheidungen von Canonical und das ist gegenwärtig Snap. Wenn Canonical in ein paar Jahren was anderes macht, gibt es für dich einen Upgradepfad, auch darum brauchst du dich nicht kümmern.

Wann sollte ich also mein Snap durch ein PPA ersetzen?

Wenn du ein konkretes Problem hast, von dem du belegbar weißt, dass es durch die Umstellung auf Snap ausgelöst wurde. Dann solltest du überlegen, das PPA einzubinden. Aber nur dann!

Also nicht, wenn du irgendwie das Gefühl hast, ein Problem zu haben oder dir ein Schlaumeier erzählt, dass Snaps irgendwie blöd sind, sondern wenn du ein verifizierbares Problem hast. Davon gibt es ein paar, aber es sind nicht so viele wie oft suggeriert wird. Beispielsweise weil du eine KeePass-Passwortdatenbank nutzt und diese mit einem Browseraddon mit Firefox verbinden möchtest. Oder weil du richtig alte Hardware hast und z. B. noch eine normale Festplatte, wodurch Firefox als Snap merkbar verzögert startet.

Soll ich zu Distribution xyz wechseln?

Wenn du ansonsten mit Ubuntu zufrieden bist nicht. Auch in anderen Teilen des Linux-Universums wird die Welt nicht stehen bleiben. Alle Distributoren mit sogenannten LTS-Distributionen experimentieren aktuell mit neuen Zukunftsmodellen. Red Hat arbeitet bei Fedora an Projekt Silverblue, dagegen ist das eine Snap in Ubuntu gar nichts. Bei SUSE überlegt man aktuell eine ganz neue Linux Plattform zu konzipieren.

Aber über das PPA gibt es nur Firefox ESR

In dem unten aufgeführten PPA ist nicht der normale Firefox enthalten, weil den Mozilla ja als Snap bereitstellt, sondern die ESR-Variante von Firefox. Manche erzählen, dass das doof ist und du deshalb die Distribution wechseln solltest. Das ist Quatsch.

Erstens ist Firefox ESR bis auf ganz kleine Unterschiede ein normaler Firefox. Man überspringt lediglich einige Releases und bekommt neue Funktionen nur alle paar Monate. Wer eine LTS bei Linux nutzt, dürfte dieses Konzept eher befürworten.

Zweitens hilft ein Wechsel auf eine andere Distribution nicht. Debian, die RHEL-Klone (Alma Linux, Oracle Linux oder Rocky Linux) oder openSUSE Leap nutzen ebenfalls die ESR-Version von Firefox.

Wie ersetze ich das Snap Paket durch ein PPA?

Vor der Umstellung unbedingt das Firefox-Profil sichern, wenn du bereits Daten in Firefox hast.

Wenn du wirklich ein Problem hast und deshalb das klassische DEB-Programm brauchst, ist das nicht weiter schwierig. Mozilla pflegt nämlich extra für Ubuntu mehrere PPAs, weil Ubuntu die wichtigste Linux-Distribution ist.

Du brauchst nur drei Terminalbefehle, um deinen Snap-Firefox gegen das PPA zu ersetzen.

$ sudo snap remove firefox
$ sudo add-apt-repository ppa:mozillateam/ppa && sudo apt update
$ sudo apt install firefox-esr firefox-esr-locale-de

Fertig! Total einfach und sicher kein Grund, die Distribution zu wechseln.

Änderung 23.04.2022

Zwei Punkte dazugenommen (Distributionswechsel, Firefox ESR) und einen Aspekt umgestellt.

31 Kommentare

  1. Wenn du die Blog-Artikel etwas weniger sarkastisch bzw. boshaft schreiben würdest, wären sie meines Erachtens schöner zu lesen. Du unterstellst einem Großteil der Linux-User, dass sie fortschrittsfeindlich wären („hätte die Menschheit heute weder Rad noch Feuer“) und Leuten die skeptisch gegen neuen Entwicklungen sind, dass sie kurz vor dem Tod stehen („dein Sarg steht schon zum Probeliegen im Hausflur“).
    Jeder hat für seine Ansichten und sein Handeln gute und individuelle Gründe. Wir alle haben ein mehr oder weniger ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis, und bei manchen führt das eben dazu, dass sie neue Sachen erstmal ablehnen. Ob Polemik da die richtige Antwort ist ….. ?

    • „Du unterstellst einem Großteil der Linux-User“
      Nein, nur einem Großteil der Kommentatoren auf Heise, Linuxnews & Co. Das ist nicht dasselbe.

      Und nein, ich werde meine Meinung dazu nicht hinterm Berg halten. Von mir aus kann jeder gerne Arch Linux, Debian oder Devuan nutzen, aber ich habe keine Lust ständig bei Fedora, openSUSE oder Ubuntu-Themen diese stänkernden Kommentatoren zu ertragen, die neue Entwicklungen nicht mal ausprobiert haben und immer nur vom Hörensagen schreiben.

      Natürlich kann man gerne Entwicklungen mit viel Zeitverzug adaptieren. Ich bin bekennender Befürworter von LTS-Systemen, da ist das quasi immanent. Aber wer Entwicklungen ewig aus dem Weg geht, läuft in eine Sackgasse, aus der er nicht mehr rauskommt. Das ist bei vielen Lebenseinstellung und vermutlich habe ich zu oft mit solchen fortbildungsresistenten Menschen zu tun, um da noch viel Verständnis zu haben. Das kann man sich in der heutigen Zeit nicht mehr leisten – egal bei welchem Thema.

      Außerdem leugne ich ja nicht, dass es objektiv Probleme mit dem Snap geben kann, deshalb habe ich ja diesen Artikel geschrieben. Auf einem ThinkPad T420 war der Start wirklich quälend langsam. Aber ich weiß halt, dass das Teil von 2011 ist und nicht der Maßstab für moderne Entwicklung sein kann.

      • Mir ging es auch nicht um fachliches. Der Sinn eines Blogs ist ja, eine eigene (teils auch subjektive) Meinung zu vertreten. Aber ich glaube du hast mein Anliegen vor durchaus berechtigter Empörung über einige Kommentatoren auf einschlägigen IT-Seiten überlesen. Im Heise Forum geht es (überwiegend?) ziemlich unfreundlich zu. Aber gerade wenn Leute mit Dreck und ungefilterten Emotionen schmeißen, muss man ja nicht das gleiche zurück schmeißen. Und spätestens deinem Satz mit dem Sarg würde ich eine ungefilterte Emotion unterstellen 😉

        • Vermutlich neigt man zu ungefilterten Emotionen, wenn man beruflich mit Leuten zu tun hat, die jedwede technische Entwicklung aktiv blockiert haben, um sich selbst nicht fortbilden zu müssen. Was sie natürlich nicht sagen, sondern immer irgendwelche technischen Gründe vorschieben, weil die höhere Führungsebene das vermeintlich nicht beurteilen kann.

        • > Aber gerade wenn Leute mit Dreck und ungefilterten Emotionen schmeißen, muss man ja nicht das gleiche zurück schmeißen.
          An einen gewissen Punkt, ist man als Mensch aber nicht mehr in der Lage freundlich zu bleiben und die gequirlte Sch***e, die viele zu solchen Themen absondern mit einem Lächeln zu ertragen.

          Ich persönlich versuche wenn möglich auch immer objektiv eine Sache zu betrachten und meinen Standpunkt auch sachlich und fundiert darzustellen. Nur ist bei mir z.B. irgendwann der Punkt erreicht, an dem ich einfach aufgebe, wenn man sein Gegenüber nicht mit Fakten überzeugen kann.

          Gerade im Linux-Umfeld gibt es seit Jahren eine sehr eindeutige Entwicklung:

          Es gibt im Netz eine lautstarke Minderheit, die jedweder modernen Entwicklung komplett ablehnend gegenüber steht und sei es nur deshalb, weil diese Entwicklung dazu führt Linux einsteigerfreundlicher zu machen. In den Foren findet keinerlei konstruktive Diskussion mehr statt. Versucht man z.B. Sachverhalte zu erklären oder alternative Wege zu einem Problem aufzuzeigen, wird entweder komplett ignoriert oder als kompletter Vollidiot abgestempelt, weil man es wagt die bisherige Verfahrensweise zu hinterfragen bzw. mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen.
          Es wird einfach darauf beharrt, dass früher alles besser war und jeder der neue Entwicklungen befürwortet oder akzeptiert am besten auf dem Scheiterhaufen verbrannt gehört.

  2. Ich möchte Christoph beipflichten. Der Unterton der Artikel ist über die Jahre unerträglich geworden und entwertet gänzlich den fachlichen Gehalt. Gerrit hat sich wohl auf Grund seines sozialen Umfelds zum Misanthrop entwickelt und trägt seine negative Stimmung jetzt rücksichtslos in die Welt. Dieses unsachliche Fingerpointing ist kindisch. Es wär schön man könnte dem als Planet-Abonnent unkompliziert ausweichen.

      • Der anonyme Kommentator schreibt sowas und noch schlimmeres andauernd. Normalerweise schalte ich das nicht frei, aber ab und zu gibts für die Leser mal einen Einblick.

        Mein Tipp: Keine Planeten abonnieren, da läuft man Gefahr auf Inhalte zu treffen, die nicht der eigenen Meinung entsprechen. Lieber gleich ein passendes Medium, das ideologisch auf der eigenen Linie liegt, auswählen und nicht über den Tellerrand blicken. Jubelblogs für Linux, die behaupten alles sei perfekt und die Leute hätten nur das Licht noch nicht erblickt, gibts da draußen ja genug.

  3. Ich möchte mal ganz allgemein meinen Standpuntk zum Thema äußern. Sicherlich gibt es gerade auch in der Linux-Szene Menschen, die sich modernen Entwicklungen in den Weg stellen. Dass das nicht zielfördernd sein kann, dürfte unstreitig sein. Wenn sich Snaps bewähren, dürften die Stimmen der Kritiker mit der Zeit doch ohnehin verstimmen. Gute Entwicklungen werden sich, auch im Linux-Bereich, stets durchsetzen. In vielen Lebensbereichen wird es heutzutage doch immer schwieriger, modernen Entwicklungen aus dem Weg zu gehen, ohne komplett abgehängt zu werden.

    Noch eine kurze Anmerkung zum Kommentarbereich auf heise.de: Diesen kann man, so denke ich, was die Inhalte der Kommentatoren betrifft, an vielen Stellen guten Gewissens als fragwürdig bezeichnen.

  4. > Oder weil du richtig alte Hardware hast und z. B. noch eine normale Festplatte, wodurch Firefox als Snap merkbar verzögert startet.

    Firefox habe ich als snap nicht getestet, aber das Chromium-Snap in der vorherigen LTS hat sehr unangenehm lange Ladezeiten. Und das auf moderner Hardware samt SSD (Thinkpadlaptop mit Ryzen 7 3700U). Gleichzeitig startet Chromium ohne snap auf meinem PC mit wesentlich älterer Hardware nahezu instant. Die negative Wahrnehmung der Leute kommt doch nicht von ungefähr.

    Wenn der Artikel etwas weniger herablassend geschrieben wäre würde ich jetzt annehmen das wäre gefixt. So frage ich: Hast du die Ladezeiten auf moderner Hardware getestet und war sie da wirklich so schnell wie bei einem .deb, oder ist die Schuldzuweisung auf Althardware nur gepflegte Blindheit gegenüber der Snapprobleme als Haltungsübung? Das wäre peinlich.

    > Erstens ist Firefox ESR bis auf ganz kleine Unterschiede ein normaler Firefox. Man überspringt lediglich einige Releases und bekommt neue Funktionen nur alle paar Monate. Wer eine LTS bei Linux nutzt, dürfte dieses Konzept eher befürworten.

    Es kann bei ESR durchaus mal passieren, dass durch die Verzögerung manche Webseiten nicht funktionieren. Entweder weil sich Entwickler zu schnell auf neue JS-Funktionen verlassen, oder weil Fixes nicht rechtzeitig ankommen. Das habe ich sowohl als Entwickler als auch als Anwender schon erlebt. ESR ist also durchaus ein Nachteil, meiner Meinung nach wird das nur selten aufgewogen.

    • Natürlich habe ich getestet, ansonsten würde ich nichts schreiben. Auf moderner Hardware gibt es eine minimale Verzögerung beim ersten Start, die ich nicht testen konnte, weil meine Hand nicht schnell genug auf der Stoppuhr ist. Ab dem 2. Start gibt es gar keine Verzögerung mehr. Da ich, wie die meisten Anwender, mein Gerät normalerweise nur in den Standby schicke, ist das also kein Problem.

      Auf Uralt-Hardware sieht das natürlich anders aus. Dort installiere ich halt die ESR Version, deshalb auch diese Anleitung. Ich bin ja kein Dogmatiker.

      • Okay, fair enough. Ich werde versuchen das im Hinterkopf behalten. Wenn mein Laptop die nächste Ubuntuversion erhalten sollte schreib ich dann ggf hier, ob das Firefox-Snap da so lahm wie Chromium ist oder ob es so läuft wie bei dir beschrieben.

        Vielleicht haben sie ja wirklich nachgebessert. Aber laut dem Canonicalblog haben sie auch das Chromiumsnap schon massiv verbessert und das stimmte nunmal so gar nicht.

        • Also ich hab mir gerade mal das Chromium-Snap installiert und Gerrit hat schon recht:

          Der Start dauert keine 3s beim Kaltstart, danach gibt es gar keine Verzögerung mehr. Witzigerweise startet Firefox danach auch schneller. Vermutlich liegt daran, dass die Bibliotheken aus den Core-Runtimes schon gecachet sind und nicht mehr von der SSD geladen werden müssen.

  5. Ich finde diesen Blog-Beitrag innhaltlich sehr gut und in der Tonlage durchaus angemessen. In der deutschsprachigen „Blogger-Community“ ist es gefühlt tatsächlich Usanz persönliche Meinungen als „Erkenntnis“ oder gar als „Fakten“ zu verbreiten. Im vorligenden Artikel werden immerhin verschiedene Aspekte des Themas Snap/Firefox beleuchtet.
    Im Grunde genommen disqualifizieren sich die Experten unserer Tage in dem Augenblick wo sie über Distros für Umsteiger und Einsteiger schreiben und gleich mit einem „20 zwingende Anpassungen für Ubunt, damit Du es benutzen kannst“ auffahren. Für Einsteiger / Anfänger ist genau eins wichtig: Einschalten, Loslegen. DAS gibt Erfolgserlebnisse. In der Linux Welt geht das mit Ubuntu. Alles Andere setzt Benutzer mir Erfahrung voraus.
    Im Übrigen bin ich als erfahrener Linux user sehr zufrieden mit dem von Ubuntu bereitgestellten Desktop und Softwareauswahl. Ich bin auch der Meinung dass das von Canonical überarbeitete Gnome 42 das bessere Gnome ist (man beachte: als Meinung deklariert). Und nur weil ich zB mit Suse/KDE nicht warm werde, diffamiere ich diese Distro nicht als „übel“. Auch das sollte sich manch Einer mal überlegen: wenn man zu einem Thema nix gescheites zum Berichten hat… einfach mal nichts dazu absondern 😉

  6. Ich nutze zwar zur Zeit kein Ubuntu mehr, ein Firefox-Snap habe ich auf alter Hardware meiner Eltern dennoch im Einsatz.

    Auch ich war skeptisch was die Ladezeit von Snaps angeht, das konnte ich auf einem ThinkPad T410 (mit SSD) meiner Eltern aber doch etwas kaschieren.
    Dort läuft ein Debian 11, da es dort bereits Verzögerungen bei den Updates von Firefox-ESR gab habe ich mich nach Alternativen umgesehen – Flathub finde ich persönlich unsympathisch, bei Snapcraft.io weiß ich dass das Repo in Hand von Canonical ist, die einige Erfahrung mit solch sicherheitskritischer Infrastruktur haben. Bei Flathub wird mir eine Liste von Namen auf der About-Page genannt, wessen Repo ich dort wirklich einbinde war mir aber nicht ganz klar. Bei Snap+Firefox vertraue ich Canonical und Mozilla – das ist für mich in Ordnung.

    Was nun die Startzeit angeht, ich rufe über eine .desktop-Datei im Autostart ein Bash-Script auf das „snap run firefox –help > /dev/null 2>&1“ ausführt, dadurch startet der Firefox deutlich schneller beim ersten „richtigen“ Aufruf. Selbstverständlich merkt so ein normaler Anwender mMn nicht wenn der Desktop anfangs eine Sekunde oder zwei länger braucht. 🙂

  7. Der Kritik von Christoph kann ich sehr beipflichten und lesen aus diesem Grund nur noch ab und an mal den Blog. Unter anderem ist für mich die Aussage „Also nicht, wenn du irgendwie das Gefühl hast, ein Problem zu haben oder dir ein Schlaumeier erzählt, dass Snaps irgendwie blöd sind, sondern wenn du ein verifizierbares Problem hast.“ nicht unbedingt haltbar, da es weder etwas mit „Schlaumeiern“ zu tun hat, wenn man etwas kritisiert und die Entwicklung für fehlerhaft ansieht (hier kann ich ungefähr täglich von ungepflegten Containern sprechen und die Mühen, die man hat, diese Flohzirkusse zusammenzuhalten), noch ist die Startzeit akzeptabel.

    Unabhängig davon sind aber zwei wesentliche Fehler in dem Blog-Eintrag:

    – meines Wissen wird nicht nur die ESR-Version angeboten (jedenfalls habe ich die 99er-Variante geladen bekommen)

    – zum anderen ist der 4. Schritt aus https://ubuntuhandbook.org/index.php/2022/04/install-firefox-deb-ubuntu-22-04/ sehr wesentlich (d.h. die Höherpriorisierung der Firefox-Quelle). Sonst hat man mit einem Upgrade gleich wieder die langsamere und eingeschränkte Snap-Version.

    P.S. Wie schon einmal geschrieben, ist eine Beschimpfung von Personen keine Meinungsäußerung („Wenn man diesen Leuten immer gefolgt wäre, hätte die Menschheit heute weder Rad noch Feuer.“ oder „Novitätenskeptiker“ oder „Schlaumeier“). Eine fachliche Auseinandersetzung fordert immer die Auseinandersetzung mit der Kritik, die nicht auf die Ebene der Personen wechseln darf. Keine Ahnung, wie lange und wie sehr Du Dich mit der IT auseinandergesetzt hast, aber technische Änderungen haben immer Vor- und Nachteile, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Dies muss diskutiert werden dürfen – ohne die Personen in eine Schublade zu stecken.

    • Die Höherpriorisierung ist nicht notwendig, wenn du die ESR-Version verwendest. Die normale Version will Mozilla angeblich nicht mehr ewig bereitstellen, deshalb hatte ich die nicht erwähnt. Sollte das natürlich inzwischen anders sein, hast du völlig recht und man muss zwingend priorisieren.

      Zum Schlaumeiertum: Schau mal in Supportforen. Wie oft kommt jemand mit Problem xy und erster Ratschlag ist: „Hast du Snap installiert? Das würde ich erstmal runterschmeißen“. Hat zu 90 % null mit dem Thema zu tun, aber der Fragestellende kann das meist nicht beurteilen.

      Zur sachlichen Auseinandersetzung. Habe ich gemacht, z. B. hier: https://curius.de/2021/09/flatpak-snap-vs-paketverwaltung-alles-was-dazu-gesagt-werden-muss/ Ich finde nicht, dass ich immer sachlich bleiben muss, wenn immer die gleichen Leute ihren falsche Behauptungen in die Welt streuen.

      Btw.: Ich bin sehr an einer konstruktiven Diskussion zu solchen Themen interessiert. Flatpak, Snap, AppImage, bestehende Probleme, Lösungswege und gerne auch Diskussionen zu Reichweite und Grenzen dieser Konzepte. Ich habe ja nirgendwo geschrieben, dass es keine Probleme gibt und alles perfekt ausgereift ist. Dazu müsste man nur Ahnung haben und Lust sich damit zu beschäftigen. Die von mir so benannten Schlaumeier haben beides nicht und streuen stattdessen FUD.

      • > Zum Schlaumeiertum: Schau mal in Supportforen. Wie oft kommt jemand mit Problem > xy und erster Ratschlag ist: „Hast du Snap installiert? Das würde ich erstmal
        > runterschmeißen“. Hat zu 90 % null mit dem Thema zu tun, aber der Fragestellende
        > kann das meist nicht beurteilen.

        Ist es nicht seltsam, dass vielen Usern überhaupt nicht bewusst war, dass sie manches Programm nicht herkömmlich sondern als SnapApp installiert hatten? Das hätte Canonical deutlicher kennzeichnen können in ihrem modifiziertem Gnome-Software. Vielleicht war das aber auch bewusst unterlassen worden um ihre neue Technik zu pushen!?

        Als Supporter sollte man bei Problemen immer im Hinterkopf haben, dass eben die Besonderheiten der Technik von SnapApps das Problem verursachen könnte, was ich oft genug so bestätigt bekam im Forum. Als Supporter gehörte für mich diese Nachfrage bei bestimmten Problemen zu den Notwendigkeiten, eben gerade auch weil ich mich mit dem Thema Snap auseinandergesetzt habe.

        Im Support war ich ein Mann der Praxis und muss deswegen auch bei der Lektüre hier schmunzeln, wie du Gerrit als Theoretiker versuchst, praktisch bewährte Methoden des Supports in ein falsches Licht zu rücken.

        Ja, ich mag Snap nicht und habe dies an passender Stelle auch ausreichend begründet, dabei gehe ich aber nicht soweit, die Befürworter dieser Technik in irgendeiner Weise zu verunglimpfen …

        > .Btw.: Ich bin sehr an einer konstruktiven Diskussion zu solchen Themen interessiert.
        > Flatpak, Snap, AppImage, bestehende Probleme, Lösungswege und gerne auch
        > Diskussionen zu Reichweite und Grenzen dieser Konzepte. Ich habe ja nirgendwo
        > geschrieben, dass es keine Probleme gibt und alles perfekt ausgereift ist. Dazu müsste > man nur Ahnung haben und Lust sich damit zu beschäftigen. Die von mir so benannten > Schlaumeier haben beides nicht und streuen stattdessen FUD.

        Durch die letzten beiden Sätze deiner Ausführungen bestätigst du mir, dass du in Wahrheit nicht an einer sachlichen und konstruktiven Diskussion interessiert bist …

        • „Im Support war ich ein Mann der Praxis und muss deswegen auch bei der Lektüre hier schmunzeln, wie du Gerrit als Theoretiker versuchst, praktisch bewährte Methoden des Supports in ein falsches Licht zu rücken.“

          Wieso kommst du auf die Idee, ich wäre noch nie als Supporter tätig gewesen?

          „Als Supporter gehörte für mich diese Nachfrage bei bestimmten Problemen zu den Notwendigkeiten, eben gerade auch weil ich mich mit dem Thema Snap auseinandergesetzt habe.“

          Du meinst so wie hier, wo du jeder inhaltlichen Diskussion zu Snap aus dem Weg gegangen bist? Irgendwie verstehe ich unter dem Wort „auseinandersetzen“ etwas anderes als du.
          https://forum.ubuntuusers.de/topic/firefox-bald-auch-nur-noch-als-snap/

          • „Wieso kommst du auf die Idee, ich wäre noch nie als Supporter tätig gewesen?“
            „Du meinst so wie hier, wo du jeder inhaltlichen Diskussion zu Snap aus dem Weg gegangen bist? Irgendwie verstehe ich unter dem Wort „auseinandersetzen“ etwas anderes als du.“

            „Btw.: Ich bin sehr an einer konstruktiven Diskussion zu solchen Themen interessiert.“

            Das hast du ja nun auch mit deiner Antwort hier bewiesen, wie ernst es dir damit wirklich ist.

            Danke für das Gespräch und bleib gesund!

            • Verstehe ich voll. Immer doof, wenn man auf jemanden trifft, wo die eigenen Phrasen „Kenn mich damit aus“ hinterfragt. So wie ich das sehe, gibt es von dir nur Themen, wo du der Diskussion aus dem Weg gehst. Aber Ahnung hast du sicherlich, klar.

  8. snaps my ass. sicher immer noch nicht gelöst: nutzung der user themen (icons, gtk), zugriff auf /tmp und öffnen der dateien aus firefox heraus, nutzung der kameras bzw. mikrofone

  9. Wie üblich sehr oberflächlich und sehr viel Meinung. Ich habe versuchsweise einmal ein Programm mit snap paketiert und bei Snapcraft hochgeladen und einmal mit Flatpak bei FlatHub. Ganz abgesehen davon, dass snap ein abgeschlossenes und alleine von Canonical kontrolliertes System mit einem closed source backend ist, gibt es bei snap auch einige technische Schwierigkeiten, die bei Flatpak bereits eleganter gelöst sind und einfacher sowie zugänglicher sind. Das betrifft auch Dinge, die der Endanwender merkt, im Bereich Deduplizierung der Bibliotheken und Sandboxing. Folglich müsste Alternative 3 https://flathub.org/apps/details/org.mozilla.firefox auch dargelegt werden.

    • Dafür hat Flatpak das alte FOSS-Problem „Wildwuchs“. Siehe z. B. das Fedora-Flatpak-Repo und die Vorbehalte ggü. Flathub. Wenn ich das richtig sehe, verwenden die dann auch noch unterschiedliche Runtimes. Mal sehen, wie SUSE/openSUSE das dann angeht. Das hat das Potenzial uns vom Regen in die Traufe zu bringen.

  10. Hallo, ich habe eine Frage. Heute bin ich auf Kubuntu 22.04. gewechselt. Mir ist es auch gelungen Firefox-ers zu installieren. Allerdings konnte ich nicht mein (altes) Firefox-Profil im Firefox-ers intrigieren.
    Mein Grund Firefox-ers zu nutzen ist, dass ich weiterhin Keeppasxc verwenden will.
    Hat jemand vielleicht ein Idee?
    Vielen Dank

    • Ist dein altes Profil möglicherweise aus einem neueren Firefox (d. h. Versionsnummer deutlich höher als die aktuelle ESR?). Firefox baut regelmäßig Kompatiblitätsbrüche ein und dann kann man die Profile nicht mehr hin und herschieben.

      • Das ist die Fehlermeldung, dass das Profil aus einem zu alten Firefox stammt. Danke für deine Antwort. Ich werde jetzt versuchen Firefox per direktem Download zu installieren und dann das Profil einzubinden.

  11. Ein weiterer bisher nicht erwähnter Grund keine Snaps zu benutzen ist, dass diese nur online und nur bei Canonical erhältlich sind. Wer in einer restriktiven Umgebung arbeitet, braucht Paketquellen, die sich auf die übliche Art spiegeln lassen.

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