In „Hilfe ich habe meine Privatsphäre aufgegeben“ führt die Autorin Barbara Wimmer in die Abgründe des Internet of Things. Gefahren und Probleme lauern an zahllosen Stellen, die Lösungen befinden sich leider noch in den Kinderschuhen.

Die Autorin führt in 12 inhaltlichen Kapiteln durch die Abgründe unserer vernetzten Welt. Auf 261 Seiten nimmt die Barbara Wimmer alle relevanten Themen in den Blick.

Das betrifft sowohl die vernetzten Elektronikgeräte in unserem Besitz (leider oft nicht unter unserer Kontrolle). Kamera ohne Zugriffsschutz, smartes Spielzeug, das sich aus der Ferne manipulieren lässt, Autos außer Kontrolle – nichts ist undenkbar. Hinzu kommen die für das Thema natürlich obligatorischen Themen digitale Assistenten (Siri, Alexa & Co), Smartphone-Apps und Datenhandel. Hier mag man durch Konsumverzicht dem Problem noch partiell entkommen können.

Die Probleme enden aber nicht an unserer Haustür. Barbara Wimmer schlägt in Kapitel 10 mit der Corona Tracing App den Bogen zur Vernetzung im öffentlichen Raum. Diesen Aspekt vernachlässigen viele Autoren und Experten, weil hier individuelle Lösungen durch Verzicht und technische Absicherung versagen. Wir können ja nicht den öffentlichen Raum meiden. Unter dem Schlagwort Smart City werden Themen wie Gesichtserkennung und vernetzte Ampeln in den Blick genommen.

Die im letzten Kapitel vorgeschlagenen Lösungen lesen sich angesichts der Vielzahl an Problemen leider sehr hilflos. Bewusste Konsumentscheidungen, Verzicht wo möglich und gesellschaftliches Engagement sowie die Unterstützung von Vereinen und NGOs, die diese Themen in den Blick nehmen. Angesichts der gewaltigen Herausforderung kann man dies aber kaum der Autorin zur Last legen.

Die große Bandbreite der angesprochenen Themen bei einem gleichzeitig doch sehr schmalen Buch sind Stärke und Schwäche zugleich. Auf wenigen Seiten lassen sich die Aspekte selten tief greifend behanden und das Buch bleibt dadurch oft an der Oberfläche. Gleichzeitig gelingt es der Autorin, ein Panorama des Grauens zu entfalten.

Regelmäßige Leser hier im Blog und Menschen, die sich für die Themen Privatsphäre und Sicherheit im digitalen Raum interessieren, dürften in dem Buch wenig Neues erfahren.

Das Buch „Hilfe ich habe meine Privatsphäre aufgegeben“ ist aber ein hervorragendes Geschenk für Leute, die immer noch mit Sätzen wie „Ich habe doch nichts zu verbergen“ auf die unzähligen Skandale und Probleme der jüngeren Vergangenheit reagieren. Nach der Lektüre dürfte sich doch zumindest ein Problembewusstsein einstellen.

„Hilfe ich habe meine Privatsphäre aufgegeben“ von Barbara Wimmer ist im mitp Verlag erschienen. Die Print-Variante kostet 16,99 €, das e-book 14,99€.

Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

Schreiben Sie eine Ergänzung

Ergänzungen dienen der Diskussion über die Inhalte des Artikels. Nachfragen, Anmerkungen und Ergänzungen sind dezidiert erwünscht. Ergänzungen werden vor der Veröffentlichung moderiert. Wir behalten uns vor Kommentare ohne inhaltlichen Bezug oder abseitige Diskussionen nicht zu veröffentlichen.

Bitte geben Sie Ihre Ergänzung ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein