Smartwatches und Fitnesstracker sind wahrlich kein neues Phänomen. Ein großes Problem ist der schwierige Datenschutz. Es geht schließlich um besonders sensible Gesundheitsdaten.

Ich stand und stehe dem Thema relativ skeptisch gegenüber. Sowohl was das offensive Teilen der Informationen betrifft, als auch den Geräten an sich.

Die Pandemie und die dadurch bedingten Veränderungen haben aber auch hier Folgen. Ich war jetzt nie sportlich total aktiv, aber der Fahrtweg mit dem Fahrrad und ein Arbeitsumfeld, in dem Face-to-Face Gespräche höher bewertet waren als Telefonanrufe, sorgten für ordentlich Bewegung und viele Stockwerke am Tag.

Jetzt sitzt man im Homeoffice und bewegt sich gefühlt an manchen Tagen keine 1000 Schritte. Hier wollte ich mal wissen, ob es wirklich so schlimm ist, wie es sich anfühlt.

Bei der Recherche bin ich auf Gadgetbridge gestoßen. Dabei handelt es sich um eine Open Source-App für Android, die sich über den freien F-Droid Store beziehen lässt. Gadgetbridge unterstützt zahlreiche Geräte. Manche mit der Einschränkung, dass für die initiale Einrichtung ein Herstelleraccount notwendig ist.

Das wollte ich auf keinen Fall und weil es ja eher ein Experiment ist und ich nicht vorhabe, das Teil bis zum Exzess auszureizen, habe ich mich für ein Mi Band 3 entschieden. Das gibt es bereits für unter 15 € im Shop eures Vertrauens.

Einrichtung in Gadgetbridge

Die Einrichtung ist denkbar simpel. Uhr auspacken und aufladen, danach über das Plus-Symbol die Gerätesuche starten. Hierfür muss zumindest kurzfristig der Standort aktiviert werden. Die Suche und Verbindung hat schnell und kompliziert geklappt. Gadgetbridge listet das Mi Band 3 dann übersichtlich auf der Startseite.

Weniger übersichtlich ist die Detailkonfiguration, da sich die Einstellungen auf drei Einstellungsmenüs verteilen und man alles bis ins kleinste Detail steuern kann. Wie so oft ist das Fluch und Segen zugleich. Es gibt zum Glück eine ausführliche Anleitung.

Ich persönlich habe in den allgemeinen Einstellungen keine Haken bei Automatisch starten und Verbinde, wenn Bluetooth eingeschaltet ist gesetzt, weil ich das Mi Band ja nicht permanent im Einsatz haben möchte.

Weiter unten in den allgemeinen Einstellungen kann man die gerätespezifischen Einstellungen aufrufen. Hier lassen sich viele Feineinstellungen wie das tägliche Schrittziel und der Gerätename festlegen, aber auch Funktionen an- und abschalten.

Mit einem Klick auf das Zahnrad in der Mi Band Kachel auf der Startseite kommt man in die Einstellungen für das spezifische Gadget. Da geht es um so Details, ob man das Band links oder rechts trägt und weitere Spezifikationen.

Nicht immer ist für den Anwender ganz klar, welche Option sich warum und wo verbirgt. Zum Glück muss man hier nicht permanent nachjustieren, sondern kann nach der initialen Einrichtung die Optionen meist links liegen lassen.

Gadgetbridge im Alltag

Das Mi Band 3 ist ein preiswertes Einsteigergerät und hat dementsprechend kein eigenes GPS Modul. Wenn man also wert auf ein genaues Streckentracking legt, braucht man ein gekoppeltes Smartphone mit aktivierter Standorterkennung. Das muss jeder für sich entscheiden.

Als Schrittzähler funktioniert das Mi Band erstaunlich präzise und auch ohne aktive Koppelung. Aktivitätsdaten können per Tippen auf das Synchronisieren-Symbol manuell vom Band an Gadgetbridge übertragen werden.

Benachrichtigungen werden problemlos auf das Mi Band übertragen. Lediglich die Übertragung von Emojis klappt nicht. Die Bedienung ist anfangs ein wenig fummelig, aber man gewöhnt sich schnell ein.

Die Uhrzeit kann das Mi Band natürlich auch anzeigen, man kann also auf eine zusätzliche Armbanduhr verzichten. Wobei das Mi Band kaum als Modeaccessoire taugt.

Fazit

Als Experiment war es für mich ganz interessant und ich werde das Mi Band sicherlich selektiv mal nutzen, wenn mich die Tagesbilanz besonders interessiert. Die permanenten Benachrichtigungen bei aktiver Koppelung fand ich aber nervig. Hier müsste man vermutlich deutlich selektiver filtern, was durch gestellt werden soll. Außerdem habe ich persönlich keine Lust, bei noch einem Gerät darauf zu achten, dass es genug Akku hat. Meine analoge Armbanduhr ist da deutlich pflegeleichter.

Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

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