Auf dem Linux App Summit widmeten sich namhafte Entwickler aus dem Linux-Desktop-Umfeld der Frage wie man mehr und bessere Apps bzw. Programme hervorbringen kann. Mit dabei ein paar überfällige Einsichten. Nicht alles wird in der Community auf viel Gegenliebe stoßen aber weißt hoffentlich den Weg in die richtige Richtung.

Wenn man der Open Source Blogosphäre (oder dem was davon übrig ist) folgt konnte einem das Ereignis kaum entgehen. Die entsprechenden Planeten waren gespickt mit entsprechenden Blogposts der teilnehmenden Entwickler. Eine kleine Bilanz kann man bei Heise nachlesen.

Der Summit artikulierte einige überfällige Einsichten:

  • Entwickler sollten Apps aus Nutzersicht bewerten. Portierungen mit dem Ziel auf moderne Programmiersprachen zu wechseln, ohne den Endanwendern neue Funktionen zu bringen seien demnach sinnlos.
  • Daraus folgt die bereits oft geäußerte Einsicht, dass die unterschiedlichen Projekte bei den Grundlagen kooperieren sollten, da die Oberfläche und die Funktionen genug Distingierungsmerkmale bieten.
  • Die Einstiegshürden für Entwickler seien zu hoch. Die entsprechenden Werkzeuge sind zu fragmentiert, die Schnittstellen zu instabil und das Paketierungssystem ein überholter Ansatz.
  • Die vielen konkurrierenden Projekte kannibalisieren sich gegenseitig, sowohl hinsichtlich knapper Ressourcen, als auch hinsichtlich der schmalen Anwenderbasis.

Vieler dieser Gedanken sind nicht neu, aber ihre prominente Formulierung überfällig.

Interessant ist hier aber auch ein Blick in die Heise Kommentare. Die Entwickler vieler Projekte sind hier ganz offensichtlich weiter als die öffentlich sichtbar auftretende (Anwender-)Community. Diese hat sich eingerichtet in Lagerkämpfen, überkommenen Systemen und Funktionweisen und verweigert jeden objektiven Blick oder notwendige Reformen. Die Linux Gemeinde ähnelt damit etwas überspitzt gesagt mehr und mehr der Katholischen Kirche: Der Status quo ist heilig gesprochen.

Hoffentlich gehen engagierte Entwickler über diese notorischen Bedenkenträger hinweg und entwickeln vielversprechende Ansätze weiter um den Linux Desktop voran zu bringen. Das Jahr des Linux Desktops mag niemals kommen aber es wäre schade, wenn der Linux Desktop vor den Alternativen Windows und macOS zu Grunde gehen würde.

Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

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