Echo Dot

Sprachassistenten gibt es inzwischen von allen großen IT-Firmen. Datenschützer warnen seit dem Aufkommen dieses Trends vor den Geräten, da diese technisch bedingt permanent in den Raum horchen. Zu recht wie sich wieder einmal zeigt. Amazons Alexa hört mehr als vielen lieb ist und Amazon Mitarbeiter transkribieren das Gesagte.

Vor wenigen Tagen kam heraus, dass Amazons Alexa nicht nur viel mehr mithört als viele Kunden denken, sondern auch, dass das gesagte von Amazon-Mitarbeitern zur Verbesserung des Produkts transkribiert wird. Verantwortlich dafür ist die voreingestellte Option, die eine Weitergabe zur Produktverbesserung erlaubt. Viele Kunden machen von ihrem Opt-out Recht keinen Gebrauch. Das ist unschön, aber weder überraschend noch offenkundig illegal.

Allerdings hat nicht nur Amazon ein Interesse an den Aufnahmen, auch so mancher Geheimdienst hätte gerne Zugriff. Unklar ist, ob es diesen möglicherweise bereits gibt.

Vor knapp einem Jahr schrieb ich bereits:

Wer sich so etwas freiwillig in die Wohnung stellt scheint jeden Bezug zu Datenschutz verloren zu haben.

Kommentar: Der Siegeszug der smarten Lautsprecher

Datenschutz ist immer eine Frage der Abwägung (siehe auch: Kommentar: Daten als Faktor einkalkulieren), da viele Aktivitäten im öffentlichen Raum – auch außerhalb des Internets – eine Preisgabe von Daten erfordern. Der Vorteil den konkret solche Sprachassistenten bringen ist allerdings marginal bis gar nicht vorhanden. Bisher konnte mir noch niemand den wirklichen Mehrwert deutlich machen! Der Preis für die Privatsphäre und den Datenschutz ist gleichzeitig immens. Wer hier bei der Abwägung von Privatsphäre/Datenschutz vs. Komfort durch Sprachassistenz zu Gunsten letzterer entscheidet, gewichtet seine Privatsphäre ganz offenkundig sehr niedrig.

Diese Praktik wird sich auch nicht ändern. Gute Spracherkennung erfordert eine Rechenleistung, die kein Endgerät gegenwärtig liefern kann. Eine Übertragung der Daten in die Cloud ist daher unumgänglich. Wenn die Geräte auf Zuruf reagieren sollen, müssen sie zudem systembedingt immer in den Raum horchen und schneiden daher potenziell auch nicht für sie bestimmte Gespräche mit. Ein aktiviertes Mikrofon weckt zudem Begehrlichkeiten.

So etwas stellt man sich einfach nicht in die heimischen vier Wände! Egal von welcher Firma!


Bilder:
Einleitungs- und Beitragsbild von HeikoAL via pixaybay

Gerrit
Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

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