Der Ruf der großen IT-Konzerne hat in vergangenen Jahren in Europa und insbesondere in Deutschland gelitten. Deshalb fahren die Konzerne in regelmäßigen Abständen PR-Kampagnen in Print und Fernsehen um für ihre „sicheren“ Produkte zu werben. Doch definieren sie „Sicherheit“ auf eine sehr individuelle Weise.
„Sicherheit“ ist ein schönes Schlagwort, weil es bei fast allen Menschen positiv konotiert ist. Politiker und auch Konzerne verwenden es daher gerne um den Bürgern ein gutes Gefühl zu geben. Wer möchte schon gegen mehr Sicherheit plädieren? Unternehmen bewerben gerne ihre Privatsphärencheck oder neueste Sicherheitsfunktionen um den Kunden das Gefühl zu geben, dass ihre Daten in guten Händen sind und sie eigentlich die Kontrolle haben.
Hierbei ist jedoch immer zu beachten, dass die Unternehmen Sicherheit und Privatsphäre in einem sehr speziellen Sinne auslegen. Die Privatsphäre ist implizit dann sicher geschützt wenn die Öffentlichkeit keinen unbefugten Zugriff auf die Daten bekommt. Unbefugt bedeutet hier durch kriminelle Energie illegal oder zumindest regelwidrig erhoben und sichtbar gemacht. Die exzessive Sammlung der Daten, ihre Auswertung und Weitergabe gemäß den Geschäftsbedingungen ist davon gänzlich unberührt.
Damit schützen die Unternehmen weder eure Sicherheit, noch eure Privatsphäre oder eure Daten. Vor den Unternehmen bleiben die Konsumenten gläsern und der Datenhandel blüht. Sind die Daten einmal erhoben und verteilt gibt es keine Kontrolle mehr – schon gar nicht für den Datenverursacher, also den Kunden. Datenschutz setzt konsequente Datensparsamkeit voraus. Dies beinhaltet, dass Konsumenten möglichst wenige Daten teilen und Unternehmen möglichst wenige Daten erheben.
Bis das soweit ist sind wolkige Anzeigen mit Privatsphäre und Sicherheit nur Marketing. Fallt nicht darauf herein!
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Einleitungs- und Beitragsbild von krzysztof-m via pixabay