Apples Schlüsselbund als Passwortverwaltung?

Passwortverwaltungen sind gegenwärtig das am besten geeignete Mittel um individuelle und komplexe Passwörter zu verwalten (siehe: Passwortmanager). Angebote gibt es zahlreiche für alle Plattformen und einige verlangen viel Geld für ein Abonnement oder eine Lizenz. MacMark hat kürzlich in den Raum gestellt, dass man auch einfach den integrierten Schlüsselbund von macOS verwenden könnte.

Der Artikel beinhaltet eine Einschätzung zur Tauglichkeit des Apple Schlüsselbunds als Passwortverwaltung. Eine Anleitung findet sich hier: Passwortverwaltung mit Apples Schlüsselbund

Diese Anmerkung zielt grundsätzlich auf alle Betriebssysteme und Desktopoberflächen, abgesehen von Windows. Sowohl macOS, als auch GNOME und KDE Plasma bringen eigene Lösungen zur Passwortverwaltung mit. Ihnen gemeinsam ist, dass sie sich jeweils sehr gut in die Oberfläche integrieren und für alle Programme als zentralen Passwortspeicher zur Verfügung stehen.

Funktional sind sie jedoch alle gleichermaßen limitiert. Zwar kann man manuell ein Passwort hinzufügen, aber dieser Eintrag beschränkt sich auf die Basisfelder Accountname und Passwort.

Moderne Passwortmanager wie Enpass (siehe: Enpass – Ein Passwortmanager für alle Systeme) haben Vorlagen für unterschiedlichste Passworttypen und lassen sich dadurch deutlich vielfältiger einsetzen.

Der Apple Schlüsselbund kann zudem nur via iCloud auf iOS transferiert werden. Das setzt ein erhebliches Vertrauen in Apples Ende-zu-Ende Verschlüsselung voraus, das bei weitem nicht jeder hat. Alternative Lösungen lassen auch einen manuellen Transfer oder eine Synchronisation im Heimnetz über ein NAS oder die ownCloud zu.

Der Apple Schlüsselbund ist zudem nur auf Apples Systemen verfügbar und unterstützt auch kein verbreitetes Export-Format wie z. B. das KeePass-Format KBX oder auch einfach nur eine CSV-Datei.

Man muss also schon sehr im Apple Universum verhaftet sein um den Schlüsselbund zur adäquaten Alternative zu erklären.

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