CentOS 7 mit MATE kombinieren

CentOS 7 Screenshot

Linux läuft bei mir noch auf einigen speziellen Geräten, auf dem Heimserver und natürlich in virtuellen Maschinen für bestimmte Zwecke. Selbst auf potenter Hardware sind VMs oft behäbig und insbesondere wenn 3D Beschleunigung erforderlich ist auch fehleranfällig. Ein Grund weshalb Plasma und GNOME nicht infrage kommen. KDE neon hat in einer hiesigen VM einen Arbeitsspeicherbedarf von mindestens 1 GB, was vollkommen unverhältnismäßig ist. LXDE, Xfce etc. sind mir aber zu rudimentär, MATE bietet dagegen die richtige Mischung auf Komfort und Ressourcensparsamkeit.

Nachdem CentOS 6 mit GNOME 2 nur noch wenige Jahre Unterstützung erhält, GNOME 3 mit CentOS 7 aber keine Alternative darstellt, wird im folgenden kurz die Installation mit MATE geschildert.

CentOS unterstützt nur KDE Plasma und GNOME als Desktopumgebung, mit einem Fokus auf letzterer Variante. Über das EPEL Projekt lassen sich aber diverse Pakete und alternative Desktopumgebungen wie MATE nachinstallieren.

Die CentOS 7 Installation erfolgt deshalb zuerst in der minimalen Ausführung. Nach der Installation der minimalen CentOS-Umgebung fügt man auf der Konsole die EPEL-Paketquellen hinzu. CentOS unterstützt dies durch ein in den Quellen enthaltenes Paket.

$ yum install epel-release

Anschließend rüstet man das System mit X aus.

$ yum groupinstall "X Window system"

Abschließend installiert man noch die MATE Desktopumgebung

$ yum groupinstall "MATE Desktop"

In den meisten Fällen ist es zudem sinnvoll das System automatisch mit der grafischen Oberfläche zu starten. Dies wird seit CentOS 7 über systemd konfiguriert.

$ systemctl set-default graphical.target

Nach einem Neustart steht CentOS 7 mit MATE zur Verfügung.

Dabei ist natürlich zu beachten, dass man kein reines Enterprise-System erhält. Lediglich der Unterbau kommt von CentOS und hat Enterprise-Qualität. MATE bzw. EPEL wird durch die Community gepflegt. Durch die geruhsame Entwicklung von MATE und Qualität der EPEL-Paketierung dürfte diese Konstruktion jedoch für die meisten Ansprüche genügen.

Nach dem Start hat eine entsprechende VM in Parallels (Linux auf macOS virtualisieren mit Parallels Desktop) einen Arbeitsspeicherbedarf von gerade einmal ca. 300 MB und fügt sich dadurch sehr gut in einen bestehenden Arbeitsprozess ein ohne das System unnötig auszubremsen.

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