Mein Abschied von Linux auf dem Desktop

© bluedesign / Fotolia.com

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Seit ziemlich genau 10 Jahren nutze ich Linux als primäres Desktopbetriebssystem. Anfangs aus Neugier und Spaß an der steilen Lernkurve, später aus Überzeugung ein qualitativ hochwertig(er)es System zu nutzen. Selbst den harten Umstieg auf KDE 4 konnte ich noch verwinden. Damit ist zum Jahreswechsel 2016 auf 2017 Schluss. 

Nachdem bereits im Sommer das mobile Arbeitsgerät durch ein MacBook Air ersetzt wurde, verdrängte ein Apple-Produkt nun auch den, in die Jahre gekommenen, Desktop-PC. Linux spielt bei mir weiterhin eine wichtige Rolle. Sowohl als Serversystem, als auch für spezielle Einsatzbereiche und nicht zuletzt als virtuelle Maschine für einige spezielle Programme, die es nur für Linux gibt - aber es nicht mehr das Hauptsystem.

Wer regelmäßig diesen Blog hier verfolgt, dürfte davon nicht sonderlich überrascht sein. Die letzten 1,5 Jahre lesen sich aus der Rückschau wie eine Artikelserie unter dem Leitmotiv „Frustration“ - auch wenn die Abkehr von Linux weder intendiert, noch zwangsläufig war.

Alles begann mit dem vollkommen amateurhaft vollzogenen Umstieg des KDE-Projekts von Plasma 4 auf Plasma 5 (Kritik Teil I, Teil II, Teil III). Die Desktopoberfläche (immerhin der Hauptberührungspunkt mit dem System) versagte dem Anwender regelmäßig den Dienst. Selbst nach Jahren der Entwicklung könnte ich aus dem Stehgreif eine Liste von katastrophalen Fehlfunktionen und nervigen Problemen auflisten. Dass die Entwickler Verantwortungs-Pingpong für das Desaster spielen, hilft einem als Anwender überhaupt nicht. Parallel zum Desktop brach auch die Distributionsbasis weg. KDE hatte stabilen Systemen anfänglich regelrecht den Kampf angesagt. Erst sehr spät ruderte man ein wenig zurück, Ausgang bisher ungewiss. Wer kein rollendes System wollte, wurde faktisch vor die Tür gesetzt. Die Qualität stabiler Distributionen wie Kubuntu spricht Bände. Plasma und die integrierte Intelgrafik vertragen sich zudem subjektiv immer schlechter, was äußerst ärgerlich ist, wenn man in vielen Jahren des Linux-Einsatzes eine Intel-zentrierte Hardware angehäuft hat. Neuinstallationen wurden immer mehr zum Glückspiel. Konfigurationen in der xorg.conf wieder zur Normalität und das im Jahr 2016.

Natürlich ist der Desktop bei Linux austauschbar. Dutzende selbstständige Projekte, Forks, Abspaltungen und Totgeburten bieten sich dem potenziellen Anwender an. Nur bin ich als Anwender halt nicht umsonst bei Plasma gelandet. Weder möchte ich einen funktional verkümmerten Desktop (z.B. Unity, GNOME), noch eine konservierte Anwendungsumgebung des letzten Jahrtausends (z.B. MATE, Xfce) einsetzen. Alle diese Projekte haben sicherlich ihre Zielgruppen - zu denen ich aber scheinbar nicht gehöre. Zudem ist meine Bereitschaft persönlichen Anwendungsbedürfnisse hinter ideologischen Projektausrichtungen zurück zu stellen tendenziell rückläufig.

Die wachsende Unzufriedenheit mit Desktop und Distribution führt zu einer stärkeren Evaluierung des Programmumfeldes in dem ich arbeite. Hier lautet die bittere Erkenntnis, dass sich die Welt weiter gedreht hat, nur bei Linux nicht. Entweder fehlt es schlicht an alternativen Lösungen zu den großen proprietären Platzhirschen, oder die vorhandenen Programme sind funktional rückständig. Es sei denn man ist ein Anhänger des Arguments, dass man eh einen vollkommen falschen Arbeitsansatz hätte und lediglich die richtige Arbeitsweise erlernen müsse. Stattdessen werden von den Entwicklern regelmäßig mobile Traumlandschaften generiert und gleichzeitig die x.te Portierung der genutzten Groupware auf die aktuelle Toolkitversion mit einer Fehlerorgie bezahlt, da Entwickler rar gesät sind. Das passt einfach nicht mehr zusammen.

MacOS hat viele Nachteile. Das Betriebssystem ist hochgradig geschlossen gegen Änderungen von Dritten (gefühlt deutlich mehr als Windows) und wird im stillen Kämmerlein entwickelt. Zudem gibt es Gerüchte, dass Apple sein Engagement hier deutlich zurück fährt. Selbst wenn letzteres zutreffen mag, kann ich mit dem aktuellen Stand aber bereits sehr gut arbeiten. Ein Zustand, den Linux in den letzten Jahren nie erreichte, dort spielte immer die Hoffnung auf eine Verbesserung in der nächsten, übernächsten oder überübernächsten Version eine Rolle um bei der Stange zu bleiben.

Linux kann auf dem Desktop für viele Anwender immer noch funktionieren. Wünsche und Anforderungen an ein Desktopbetriebssystem sind hochgradig individuell. Ich für meinen Teil habe aber schlichtweg die Lust verloren.

Kommentare

tux.

Wenn du ein stabiles, frustfreies, unixoides System auf dem Desktop willst, böte sich ja eigentlich OpenBSD als logische Konsequenz an. Läuft OOTB. (Löst die Probleme mit dem Grotten-KDE nicht, aber dafür sämtliche Linuxprobleme.) Den OS-X-Desktop empfinde ich persönlich ja eher als anstrengend, aber wahrscheinlich ist das Geschmackssache.

Kurt R

Nein, begründet und sehr gut abgeleitet. Linux Desktop ist hintendran, was sowohl Input- als auch Output-Paradigmen betrifft.

- Stylus?
- Touch?
- HiDPI ?
- carefree Bluetooth?
- Battery Life on Laptops vs. Win/OSX ?

denk mal drüber nach. Ich kann dem Autor nur zustimmen. Ich hoffe "etwas" auf Ubuntu Touch 17.04, ansonsten sehe ich dunkel.

Und es geht hier nicht um "works for me" für Nerds. Wenn Linux eine Rolle spielen soll, dann muss es für Normalos funktionieren.

MegaIMMI

... auf ein "denk mal drueber nach" reagier ich irgendwie immer allergisch, auch wenn ich dem rest zustimmen muss...
Dass Bluetooth seit ein paar Versionen nicht so recht ordentlich funktioniert und in Ubuntu generell seit der Einfuehrung von systemD der Wurm drin zu sein scheint ist ein eigentlich armutszeugnis fuer die nr1-distri.
Hab mir seit dem Gnome3-Debakel eh meinen Desktop mit den noch benutzbarn Resten zusammengestellt (gnome-panel "classic" (session-fallback), nemo statt nautilus, smplayer statt "videos" etc) und erwarte kaum mehr ein problemloses zusammenspiel - geht dennoch.
Doch auf der anderen Seite hoere ich dann die Worte "Updates" und "Lizenz" und denke dabei an update-orgien fuer jedes einzelne programm/treiber und abgelaufene lizenzen in wichtigen momenten, von Verschluesselung noch gar nicht angefangen...
Unbenutzbar dateimanager ala nautilus 3.x unter beiden system lassen mich dann jedes mal zufrieden meine Linux-Kiste anschalten...
Aber jeder trifft seine Entscheidungen selbst - zu befuerworten, wenn sie so fundiert und nachvollziehbar begruendet daherkommen.

Cruiz

Zitat:
Doch auf der anderen Seite hoere ich dann die Worte "Updates" und "Lizenz" und denke dabei an update-orgien fuer jedes einzelne programm/treiber und abgelaufene lizenzen in wichtigen momenten
Dieser Vorteil von Linux hat sich im Zeitalter der AppStores allerdings weitestgehend nivelliert. Unter macOS (Windows 10 angeblich auch) kann man die meisten Programme von einer zentralen Instanz beziehen und aktualisieren.

pitt

zitiere Bert:
bei mir gab es auch große Probleme mit der letzten Kubuntu-Version. Dann habe ich die Linux-Mint KDE-Variante gewählt und nun funktioniert alles bestens und bin voll zufrieden damit.

Hy,

hättest auch einfach die ppa backports freischalten können dann hättest Du auch ein Kubuntumint gehabt :lol:

nymus

Also XFCE hat zwar auch seine kleineren Ecken und Kanten und die Entwicklungsgeschwindigkeit ist nicht so hoch, aber dafür ist es stabil. Leider wohl etwas weniger EyeCandy als es viele heute schon gewohnt sind.

Gnome war als ich es das letzte Mal benutzt habe gerade aktiv dabei wichtige Funktionen aus allen Anwendungen krampfhaft entfernen zu wollen. Diese Entscheidung die sich ganz klar gegen die Community gerichtet hat, wie es auch an den vielen neuentwickelten Desktops abgelesen werden kann. Diese Fehlentwicklung hat den Desktop meiner Ansicht nach massiv geschwächt. Ubuntu trägt natürlich Aufgrund der hohen Verbreitung auch zu einer weiteren "Spaltung" und "Zerfaserung" der Desktoplandschaft bei.

Andererseits ist die Wahlfreiheit schön und von Mate hört man viel gutes (Ich habe es noch nie ausprobiert).

Dan

Also wenn man es in zehn (!) Jahren Nutzung nicht schafft, sich an ein System zu gewöhnen, dann will man einfach nicht. Man findet jedes Fehlerchen und hackt darauf rum. Das System ist hier sicherlich nicht Schuld, genauso wenig wie die Community, Entwickler oder deren nicht vorhandene Bezahlung. Linux funktioniert nämlich, und das sehr gut. Ebenso kann ich das Gemecker über KDE nicht verstehen. Zum einen funktioniert auch dieser Desktop sehr gut (ein Lob an die Entwickler!) und zum anderen gibt es eben auch Alternativen. Probleme die du hier wieder und wieder aufführst, sind Dinge, die eher von mangelnder Anpassungsfähigkeit des Nutzers zeugen, als Schuld des Systems zu sein.

Sorry, ich kann den Sinn deiner Beiträge hier leider nicht erkennen.

Lukas-Christian Schu

zitiere Dan:
Also wenn man es in zehn (!) Jahren Nutzung nicht schafft, sich an ein System zu gewöhnen, dann will man einfach nicht. Man findet jedes Fehlerchen und hackt darauf rum. Das System ist hier sicherlich nicht Schuld, genauso wenig wie die Community, Entwickler oder deren nicht vorhandene Bezahlung. Linux funktioniert nämlich, und das sehr gut. Ebenso kann ich das Gemecker über KDE nicht verstehen. Zum einen funktioniert auch dieser Desktop sehr gut (ein Lob an die Entwickler!) und zum anderen gibt es eben auch Alternativen. Probleme die du hier wieder und wieder aufführst, sind Dinge, die eher von mangelnder Anpassungsfähigkeit des Nutzers zeugen, als Schuld des Systems zu sein.

Sorry, ich kann den Sinn deiner Beiträge hier leider nicht erkennen.



Du verstehst vielleicht nicht das es Anwender gibt die einfach erwarten das Dinge funktionieren ohne das Google befragt werden muss. Meine Erfahrung von vor 12, 8, 5 Jahren bzgl. Linux Desktop waren allesamt sehr ernüchternd. Wer professionell mit einem System arbeitet erwartet einfach ein gutes Fenstermanagement und das bestimmte Dinge einfach funktionieren ohne anpassen von Configs.

Das Fass lief über bei Ubuntu Unity bzw. dem was Sie aus Gnome gemacht haben. Eine schlechtere experience hatte ich nie wieder bei einer Software...

Ich nutze heute nur noch Linux auf mehreren RaspberryPi´s und auf einem VPS. Auf dem Desktop kommt ein System das ihre Nutzer versteht. Zum Beispiel Windows 10.

abbc

@Dan: Ich nutze Linux schon über 15 Jahre und finde auch, dass die Probleme auf dem Desktop seit min. 5 Jahren sich verschärfen. Zwar wird fleißig an neuen Gnome/KDE-Desktop-Versionen gewerkelt, viele eigentliche Anwendungen für den Desktop aber eben nicht. Viele Anwendungen die ich mir für mich angeschaut habe, werden seit Jahren nicht mehr gepflegt. Aus Mangel an Alternativen finden die dennoch in den Default-Installationen vieler Distributionen ihren Platz, weil es einfach nichts anderes gibt. Das ist die traurige Wahrheit.

Was Curius jetzt durch gemacht hat, machte ich 6 Jahre davor durch. Ich habe dem Linux-Desktop damals den Rücken gekehrt und bereue es bis heute nicht. Heute nutze ich Windows, MacOS und Linux, lerne mit ihnen zu arbeiten, programmieren und bin viel freier seitdem. Freiheit ist nämlich, seine Entscheidungen treffen und ausüben zu dürfen. Ich habe oft das Gefühl, viele Linuxer können das nicht. Sie versteifen sich auf Ideologien und kennen nur schwarz oder weiß und geben sich selbst kaum Spielraum. Sklaven ihres selbst.

Cruiz

Die Frage ist halt was einem die Wahlfreiheit bei Linux wirklich noch bringt. Ursprünglich war die Idee schön. Grundlegend unterschiedliche Konzepte konnten nebeneinander bestehen und der Anwender durfte sich entscheiden. Heute existieren dutzende Abspaltungen, Neuentwicklungen und Parallelentwicklungen mit Teil ähnlichen Herangehensweisen und Basisprojekten. Die Projekte kannibalisieren sich dann nur noch gegenseitig, da sie um eine schwindende Zahl Entwickler konkurrieren und in einem kleinen Markt um Nutzer buhlen.

pitt

zitiere abbc:
@Dan: Ich habe oft das Gefühl, viele Linuxer können das nicht. Sie versteifen sich auf Ideologien und kennen nur schwarz oder weiß und geben sich selbst kaum Spielraum. Sklaven ihres selbst.

Glaube da verurteilst Du Menschen die Du garnicht kennst, traust Du dir zu Menschen zu beurteilen. Ich zumindest sehe Farben überall trotzdem arbeite ich nur mit meiner RR-Distribution mit Plasma und kann all das machen was ich benötige, was nicht bedeutet das andere damit genauso arbeiten können, weil sie halt anderes benötigen. Daher sind meine Meinung nach Linux-Distributionen nicht für jederman geeignet und es war auch nie das Ziel von Linus selbst.

abbc

zitiere pitt:
Glaube da verurteilst Du Menschen die Du garnicht kennst, traust Du dir zu Menschen zu beurteilen. Ich zumindest sehe Farben überall trotzdem arbeite ich nur mit meiner RR-Distribution mit Plasma und kann all das machen was ich benötige, was nicht bedeutet das andere damit genauso arbeiten können, weil sie halt anderes benötigen. Daher sind meine Meinung nach Linux-Distributionen nicht für jederman geeignet und es war auch nie das Ziel von Linus selbst.


Also ich verurteile niemanden, zumindest versuche ich es. Ich sprach von meinen Eindrücken und nicht, das es tatsächlich auch so ist. Ich bin viel im Netz und auch die Linuxuser die ich real traff, hatten den Hang zum "extremen". Deswegen einfach nur dieser Eindruck.

Wabble

zitiere Dan:
Also wenn man es in zehn (!) Jahren Nutzung nicht schafft, sich an ein System zu gewöhnen, dann will man einfach nicht. Man findet jedes Fehlerchen und hackt darauf rum. Das System ist hier sicherlich nicht Schuld, genauso wenig wie die Community, Entwickler oder deren nicht vorhandene Bezahlung. Linux funktioniert nämlich, und das sehr gut. Ebenso kann ich das Gemecker über KDE nicht verstehen. Zum einen funktioniert auch dieser Desktop sehr gut (ein Lob an die Entwickler!) und zum anderen gibt es eben auch Alternativen. Probleme die du hier wieder und wieder aufführst, sind Dinge, die eher von mangelnder Anpassungsfähigkeit des Nutzers zeugen, als Schuld des Systems zu sein.

Sorry, ich kann den Sinn deiner Beiträge hier leider nicht erkennen.


Zu allen Problemen, die Linux auf dem Desktop eh schon hat, kommt dann auch noch dieser Ton. Irgendeiner findet sich ja immer, der mit "bei Linux gibt es keine Fehler oder Schwächen, nur schlechte Nutzer" auf die Leute einpöbelt. Ganz egal, was bemängelt wurde, es ist immer das gleiche. Ich kann jeden verstehen, der sich das nicht länger antut und diese Leute da lässt, wo sie am liebsten sind: unter sich.

pitt

Hy,

ich nutze Linux nun schon 22 Jahre also vor kde und co und nutze KDE als es aufkam, (unter Protesten einiger, da die Lizenz nicht dem entsprach was man sich vorstellte (daher wurde Gnome entwickelt von natürlich RH) und nutze es bis heute mit all den Problemen die es gab und geben wird.

Du schreibst immer Linux ist stehengeblieben altbackend und so.
Daher nun meine Frage, meinst Du linux oder den Desktop und die Apps?

Klar ist die Updatepolitik von kde.org sagen wir mal sonderlich weshalb ich auch nun eine RR-Distribution nutze. Ich habe aber immer, auch zu Zeiten vor KDE oder Gnome, eine Lösung gefunden.

Daher frage mal dein tiefstes inneres, hast Du nicht schon immer mit OS-X geliebtäugelt?? ;-)

Gruß

Cruiz

Ich meine vor allem die Programme (neudeutsch "Apps"). Beim Desktop gibt es zwar einen starken Qualitätsrückgang aber hier kann man noch konkurrieren. Die meisten Programm sind jedoch funktional vor Jahren stehen geblieben. Wenn man sich lange genug im Linux-Ökosystem aufhält merkt man das wegen den vielen Pseudoupdates (Portierungen etc. pp) kaum, aber wenn man über den Tellerrand schaut, sieht man wie rückständig große Teile der Programmlandschaft sind.

Ich habe übrigens wirklich nie mit macOS geliebäugelt. Ein Kauf von Apple Hardware kam die letzten Jahre nie in Frage. Erst die Frustration mit dem Linux-Desktop hat mich auf die Suche nach Alternativen gebracht. Windows fiel da schnell weg, Win7 ist ein Auslaufmodell und Win10 ist aus datenschutz-technischen Gesichtspunkten untragbar.

kartoffelsalat

Ich persönlich finde die GNOME shell eine der besten Dinge, die dem Linux Desktop passieren konnte. Endlich einmal ein durchdachtes und konsistentes Bedienkonzept, dass nicht einfach nur nachläuft. Klar, auch jetzt noch hat die GNOME einige Macken, aber ehrlich gesagt, findet man die bei jedem Systemm, wenn man genauer hinschaut.

Wabble

Ich finde die Shell inzwischen auch recht gelungen und halte sie im Vergleich mit Mac OS für das konkurrenzfähigste UI-Element meines Linux-Desktops. Generell geht die Kritik hier aber mehr in Richtung der Anwendungen, und da muss ich zustimmen: Hätte ich nicht neben dem Linux-Desktop noch einen Mac-Laptop in Betrieb, wäre ich bei vielen, oft beruflichen, Anforderungen aufgeschmissen. Ich bin auch absolut nicht optimistisch, was die Entwicklung der Anwendungslandschaft aungeht. Eine Zukunft mit Linux als reines Heimserversystem und Mac OS für die Anwendungen ist daher auch bei mir –mit Bedauern – denkbar.

johannes

Ein paar Argumente sind ganz ok. Manche aber auch etwas aus der Luft gegriffen. Die Behauptung bei Linux geht nichts weiter kann ich z.B. gar nicht bestätigen. Es hat sich so viel getan und verbessert die letzen Jahre und die Hardwareunterstützung wir auch immer besser. Beispiel: Ich kaufte mir ein neues, top aktuelles Mainboard. Ethernet und Sound gingen nicht. Da musste nur in die Aktualisierungsverwaltung, einen aktuellen Kernel wählen und neu starten schon lief alles.

Ich habe früher auch Apple verwendet, seit OSX jedoch nicht mehr. Ich kann es aber schon verstehen wenn man es sich einfach machen will und das Geld dazu hat. Aber es ist eben nicht nur nicht Linux, es ist nicht OpenSource, dass ist eigentliche Problem.

pilgrim

Schade :( "Linux" ist für mich auch eine Einstellung und dies meine ich nicht im dogmatischem Sinne.
xfce, ordentlich konfiguriert, reicht mir als Oberfläche völlig aus. Aber Jeder kann und soll ja Selbst entscheiden wohin seine Reise geht^^. Für mich geht der Linux-Weg auch nach 15 Jahren weiter :):)
Beste Grüße.

fdngikd

Ich kann leider alle Punkte nachvollziehen, und war auch öfter schon kurz vor diesem Punkt.

Ich nutze Linux privat weiter, da ich Windows und mac einfach aus diversen gründen nicht nutzen möchte, und Linux meinen privaten Anforderungen (Surfen, Mailen, Musikhören+Filme gucken und ein bischen Photobearbeitung) auch noch genügt (beruflich gäbe es keine Chance). Aber Spaß macht es mir kaum noch.

dev

Mir ist das gleiche passiert, über 10 Jahre Linux auf dem Desktop(hauptsächlich awesome als WDM, super genial und vermisse ich unter macOS), dann beruflich mit macOS in Kontakt gekommen, und dann über Xcode etc auch privat bei einem mac gelandet.

Torsten

Also, ich finde es zwar schade, daß du Linux den Rücken gekehrt hast, aber das ist natürlich deine persönliche Entscheidung und die hat man zu respektieren. Ich nutze derzeit Lubuntu und ich bin zufrieden mit dem minimalistischen und einfachen LXDE (bald LXQT). Was jemand nutzt, soll jeder für sich selbst entscheiden und man ist anderen Menschen keine Rechenschaft schuldig. So sehe ich das. Jedes BS hat seine Vor- und seine Nachteile. Kein BS ist perfekt, jedes hat seine Fehler, Schwächen und Macken - aber auch Vorzüge.

peter

Schön, daß Sie eine vernünftige Ansicht haben von den verschiedenen Betriebssystemen.
Eines spricht garantiert gegen Mac und Windows: die Resourcenverschwendung !
Wenn NT 4.0 weiter - auch gegen Geld - unterstützt würde, hätte ich es noch auf den PC's,
auch das Ende von XP kommt langsam, nur läuft es halt noch mit schlapper Hardware richtig gut,
erst seit mein letztes Single-core-notebook defekt ging, mußte ich einen Dual-core-prozessor einsetzen.
Aber die alte - immer noch laufende Scanner-, Modem- und Druckerhardware muß doch nicht gleich entsorgt werden,
weil nur noch ein neues Betriebssystem von Mac oder Windows angesagt ist, das ist der einzige Grund,
warum Linux die bessere Wahl ist.

Dank an alle Linux-entwickler und -supportler, die mir meine alte Hardware erhalten...

Bernd

Ich bin mit Linux zufrieden und kenne Windows (Version 7) nur vom Rechner meiner Mutter und kann sagen, dass ich da gar nichts vermisse und auch nicht zurück will, dabei benutze ich Linux jetzt auch schon fast 10 Jahre. Mir fehlen auch keine Programme, wer aber Spezialprogramme vermisst der soll halt wechseln und dafür dann auch zahlen.
Man kann nicht erwarten dass Opern-Source-Programme, wo zum Teil nur ein paar Leute in ihrer Freizeit werkeln und das betrifft auch große Projekte wie GIMP, mit dem Funktionsumfang mithalten können die kommerziell sind und zum Teil Hunderte Euro kosten.
Wäre die Spendenbereitschaft größer, wären sicherlich etliche Projekte weiter. Aber das betrifft Benutzer aller Betriebssysteme, die Freeware oder Open Source einsetzen, womöglich sogar kommerziell einsetzen und dem Projekt selber als Dank trotzdem nichts zurückkommen lassen.

Wabble

zitiere Bernd:
Man kann nicht erwarten dass Opern-Source-Programme, wo zum Teil nur ein paar Leute in ihrer Freizeit werkeln und das betrifft auch große Projekte wie GIMP, mit dem Funktionsumfang mithalten können die kommerziell sind und zum Teil Hunderte Euro kosten.
Wäre die Spendenbereitschaft größer, wären sicherlich etliche Projekte weiter. Aber das betrifft Benutzer aller Betriebssysteme, die Freeware oder Open Source einsetzen, womöglich sogar kommerziell einsetzen und dem Projekt selber als Dank trotzdem nichts zurückkommen lassen.


Das ist sicher so. Aber das bestätigt nur die Probleme, die im Artikel angesprochen werden. Das derzeitige Modell, nach dem Linuxanwendungen entstehen, ist in manchen Bereichen eben leider nicht in der Lage, mit dem kommerziellen Modell zu konkurrieren. Die Reihe der Artikel hier sagt nicht "Bei Linux ist alles schlecht", aber sie sagt, dass diese Bereiche und der Abstand zu den Kommerziellen größer zu werden scheinen.

Das gilt besonders dort, wo Leute GUI-Werkzeuge für ihre berufliche Arbeit außerhalb des universitären MINT-Bereichs brauchen, oder in ihrem Alltag den Anschluss an die Entwicklung mobiler Plattformen nicht verlieren wollen. Ich wäre bereit, für diese Werkzeuge unter Linux ganz genauso zu bezahlen wie unter Mac OS. Aber es gibt sie nicht. Und einfach spenden – in vager Hoffnung auf die Zukunft – ist eben doch etwas anderes als eine Leistung zu bezahlen, auf die man sich dann verlassen kann.

Bernd

zitiere Wabble:

Das derzeitige Modell, nach dem Linuxanwendungen entstehen, ist in manchen Bereichen eben leider nicht in der Lage, mit dem kommerziellen Modell zu konkurrieren. Die Reihe der Artikel hier sagt nicht "Bei Linux ist alles schlecht", aber sie sagt, dass diese Bereiche und der Abstand zu den Kommerziellen größer zu werden scheinen.


Ich denke hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Kommerzielle Programme kann man nicht mit Open-Source-Programmen vergleichen, bei kommerziellen Programmen stehen wer weiß wie viele Programmierer die 8 Stunden am Tag werkeln dahinter und das bezahlt. Man kann deswegen nicht erwarten, dass Opern-Source- oder Freeware-Programme eine ähnliche Reifestufe erlangen, wenn sie es tun dann ist das super aber eher die Ausnahme oder es dauert halt sehr lange.
Du sagst Linuxanwendungen können mit dem kommerziellen Bereich nicht konkurrieren, aber ist das unter Windows anders? Viele wollen Photoshop und kriegen GIMP wenn sie nach Linux wollen, aber was kriegen sie denn unter Windows? Da gibts auch nur GIMP, Inkscape, Pixia, Photofiltre, Photoscape oder PaintNet (alle kostenlos nutzbar) und keines reicht an Photoshop heran, dort hat also die Entwicklergemeinde genauso versagt, weil sie nicht fähig sind eine echte Konkurrenz zu Photoshop zu entwickeln und dass obwohl Millionen mehr Leute Windows benutzen.

zitiere Wabble:

Das gilt besonders dort, wo Leute GUI-Werkzeuge für ihre berufliche Arbeit außerhalb des universitären MINT-Bereichs brauchen, oder in ihrem Alltag den Anschluss an die Entwicklung mobiler Plattformen nicht verlieren wollen. Ich wäre bereit, für diese Werkzeuge unter Linux ganz genauso zu bezahlen wie unter Mac OS. Aber es gibt sie nicht. Und einfach spenden – in vager Hoffnung auf die Zukunft – ist eben doch etwas anderes als eine Leistung zu bezahlen, auf die man sich dann verlassen kann.


Wenn es diese Programme unter Linux nicht gibt, dann kann und braucht man natürlich auch nichts spenden. Wenn es aber Lösungen gibt, kann die eine oder andere Spende schon Wunder bewirken. Die Wirklichkeit sieht aber so aus dass in der Regel wenig gespendet wird, egal welches Betriebssystem der Benutzer am laufen hat und genauso mies sieht in der Regel auch die Beteiligung aus.
Dass einzige was einem bleibt ist, dass man die Firmen, die die Programme anbieten die man unbedingt braucht, eben nach einer Linuxversion fragt. Ist die Nachfrage groß genug, wird eventuell irgendwann was kommen und wenn nicht, tja dann muss man es eben sagen wie es ist, dann ist Linux nicht die richtige Lösung und man muss was anderes benutzen.

Cruiz

Zitat:
Ich denke hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Kommerzielle Programme kann man nicht mit Open-Source-Programmen vergleichen, bei kommerziellen Programmen stehen wer weiß wie viele Programmierer die 8 Stunden am Tag werkeln dahinter und das bezahlt. Man kann deswegen nicht erwarten, dass Opern-Source- oder Freeware-Programme eine ähnliche Reifestufe erlangen, wenn sie es tun dann ist das super aber eher die Ausnahme oder es dauert halt sehr lange.
Dann ist das nichts anderes als das Eingeständnis eines Scheiterns des Entwicklungsmodells.

Oder anders gesagt: Entweder wird die Software von einem Philanthropen finanziert oder einem Unternehme, das - wie auch immer - damit Geld verdient. Ist beides nicht der Fall ist Open Source als Entwicklungsmodell nur was für Hobbybastler mit dem entsprechenden qualitativen Output und damit letztlich auf dem Desktop nicht konkurrenzfähig.

MacOS hat auch keinen riesigen Marktanteil, aber der Lizenzverkauf scheint zur Entwicklungsfinanzierung trotz vieler gegenteiliger Prophezeiungen immer noch zu funktionieren.

Wabble

zitiere Bernd:

Ich denke hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Kommerzielle Programme kann man nicht mit Open-Source-Programmen vergleichen, bei kommerziellen Programmen stehen wer weiß wie viele Programmierer die 8 Stunden am Tag werkeln dahinter und das bezahlt. Man kann deswegen nicht erwarten, dass Opern-Source- oder Freeware-Programme eine ähnliche Reifestufe erlangen, wenn sie es tun dann ist das super aber eher die Ausnahme oder es dauert halt sehr lange.


Natürlich kann man das vergleichen. Vergleichen heißt bekanntlich nicht gleichsetzen. Man kann es z.B. dahingehend vergleichen, was aus den jeweiligen Modellen für Software entsteht. Und daraus kann man Schlüsse ziehen, für welche Anwendungsgebiete in den jeweiligen Modellen konkurrenzfähige Software entsteht. Dieser Vergleich ist hier geschehen und völlig legitim.

Der Vergleich bedeutet ja nicht, dass irgendjemand von ehrenamtlichen Entwicklern dieselbe Leistung verlangt wie von Hauptberuflern, oder behauptet, sie seien im Vergleich mit diesen schlechte Programmierer. Der Vergleich besagt lediglich, dass das Modell, das nicht (in ausreichendem Maß) auf die Vollzeitentwickler zugreifen kann, bestimmte Leistungen eben nicht bringen kann. Und deshalb, so die Folge, auch bestimmte Geltungsansprüche nicht stellen kann (auf dem Desktop relevant werden, gleichwertiger Ersatz zu Mac OS/Windows sein).

Wabble

Und noch PS:

zitiere Bernd:

Wenn es aber Lösungen gibt, kann die eine oder andere Spende schon Wunder bewirken. Die Wirklichkeit sieht aber so aus dass in der Regel wenig gespendet wird, egal welches Betriebssystem der Benutzer am laufen hat und genauso mies sieht in der Regel auch die Beteiligung aus.


Spenden ist gut und schön, aber nicht verbindlicher als Hoffnung. Wer tatsächlich auf eine Software angewiesen ist, z.B. professionell, wird evtl. lieber eine Software kaufen, weil damit ein Vertrag und somit verbindliche Leistungszusagen verbunden sind. Ich weiß nicht, wem man das verübeln will.

Bernd

zitiere Wabble:
Natürlich kann man das vergleichen. Vergleichen heißt bekanntlich nicht gleichsetzen.

Es bleibt für mich ein Vergleich von Äpfeln und Birnen, es kommt zwar hinten Software raus aber das Entwicklungsmodell ist komplett anders. Oft steht nur eine Person hinter so einem Projekt und alles ist freiwillig und trotzdem kommen dabei zum Teil echt tolle Programme bei raus.

zitiere Wabble:

Der Vergleich bedeutet ja nicht, dass irgendjemand von ehrenamtlichen Entwicklern dieselbe Leistung verlangt wie von Hauptberuflern

Du hast aber weiter oben das Gegenteil gesagt, als du schriebst, dass Linuxanwendungen oft nicht konkurrenzfähig seien und das ist doch eine eindeutige Forderung nach mehr Leistung. Dass Problem bei Open Source ist imho, dass es einfach zu wenig Entwickler gibt, zu wenig Leute bringen sich ein und konsumieren nur, die Spendenbereitschaft müsste generell auch größer sein aber dann hat man auch gleich wieder das Problem, dass man für dutzende Programme spenden müsste und es keine Sammelstelle gibt.

zitiere Wabble:
Und noch PS:
Spenden ist gut und schön, aber nicht verbindlicher als Hoffnung. Wer tatsächlich auf eine Software angewiesen ist, z.B. professionell, wird evtl. lieber eine Software kaufen, weil damit ein Vertrag und somit verbindliche Leistungszusagen verbunden sind. Ich weiß nicht, wem man das verübeln will.

Sicher ist auch bei einem Kauf nicht alles. Die Firma kann pleite gehen oder man wird genötigt schon bald eine neue Version zu kaufen, weil die alte nicht mehr supported wird oder noch schlimmer der Service eingestellt wird. Da gibts auch genug große Namen die die Leute verarschen, so hatte Microsoft doch Musik einige Jahre lang verkauft, die DRM-Schlüsselserver sind aber schon lange offline und die Leute haben nichts mehr als teuren Datenmüll auf ihren Rechnern oder diese Verarsche von TomTom mit lebenslangen Kartenupdates, da wird nicht mal ein Minimalzeitraum an Updates garantiert. Der neuste Schrei ist ja Software zu vermieten. Es ist bedauerlich, wenn man auf solche Programme angewiesen ist. Aber das lässt sich dann nicht ändern und man muss diesen Weg gehen.

Cruiz

Zitat:
Dass Problem bei Open Source ist imho, dass es einfach zu wenig Entwickler gibt, zu wenig Leute bringen sich ein und konsumieren nur, die Spendenbereitschaft müsste generell auch größer sein aber dann hat man auch gleich wieder das Problem, dass man für dutzende Programme spenden müsste und es keine Sammelstelle gibt.
Dann funktioniert das Entwicklungsmodell "Open Source" in seiner jetzigen Form einfach nicht (mehr) richtig. Erkenntnis wäre hier der erste Schritt zur Besserung, zu behaupten "alles ist gut" hilft niemandem weiter.

Bernd

Das Entwicklungsmodell funktioniert nach wie vor, nur kann man nicht erwarten dass für alle Zwecke oder Erwartungen alles passend vorhanden ist. Wenn diese Programme für den Autoren so unglaublich wichtig sind, es aber keine oder keine guten Programme gibt, dann gibts halt nur zwei Alternativen: Anderes Betriebssystem bzw. Wine oder selber anfangen zu programmieren bzw. sich bei vorhandenen Projekten beteiligen, notfalls selber eine Programmiersprache erlernen (was sicherlich für die wenigsten in Betracht kommt) und den Stein ins Rollen bringen.

Abbc

zitiere Wabble:
Und noch PS:

Spenden ist gut und schön, aber nicht verbindlicher als Hoffnung. Wer tatsächlich auf eine Software angewiesen ist, z.B. professionell, wird evtl. lieber eine Software kaufen, weil damit ein Vertrag und somit verbindliche Leistungszusagen verbunden sind. Ich weiß nicht, wem man das verübeln will.


Und das ist auch der Grund warum Linux auf dem Desktop in Unternehmen nicht aus der Soße kommt. Unternehmen können und wollen es sich nicht leisten, was nicht richtig supportet wird. Davon hängt ihre Existenz ab.

naklar

Schon in Ordnung, der Artikel. Ich möchte im Leben nicht privat zurück zu den anderen Betriebssystemen, schon gar nicht auf Windows 10. Die Hardwareunterstützung ist unter Linux viel besser geworden. Jeden Mistdrucker der Verwandten habe ich zum Laufen bekommen, meistens sogar ohne Handarbeit. Wenn man eine weit verbreitete Distribution und deren Standard-Desktop nimmt, erhält man ein gutes System, mit dem auch Einsteiger zurecht kommen. Mit Wine und Virtualbox kann man recht einfach Lösungen fehlender Software schaffen. Linux ist viel besser als noch vor 5 Jahren. Ich halte dein Vorgehen, auf einen Minderheiten Desktop zu setzen, einfach für falsch. Wenn du deine Linux Umgebung nach professionellen Maßstäben ausrichtest, erhältst du auch ein ziemlich geiles System, welches du sogar deiner Verwandschaft vorsetzen kannst.

Du hast eine interessante, provokante Art zu schreiben, was dir auch viele Kommentare einbringt. Finde ich gut, aber inhaltlich nicht immer richtig. :)

Mach weiter so.

Matthias

Auf der einen Seite stimme ich dir absolut zu. Ich bin Linux-Nutzer der ersten Stunde (also mitte der Neunziger). Nachdem eine Zeit lang vieles einfacher und besser wurde, habe ich seit 5 Jahren den Eindruck, als wenn's in die Grütze geht. Wie kann es sein, dass seit über einem Jahr bei Ubuntu ein Bug offen ist, der dafür sorgt, dass beim Kopieren grosser Datenmengen auf externe Geräte der Rechner in die Knie geht? Übrigens nur bei Geräten mit mehr als 12GB RAM. Derartige Probleme gibt es derzeit viele.. die meisten im Zusammenhang mit systemd.

Auf der anderen Seite habe ich die Desktop-Konfiguriererei irgendwann aufgegeben und setze seit Jahren einfach nur noch Unity ein. Was soll ich sagen.. es läuft. Es läuft so gut, dass ich mir auf dem Mac häufig Unity wünsche. Nach Jahren mit OSX stosse ich auf immer mehr Probleme damit, die ich unter Linux-Desktops nie hatte. So ist das aber wohl.. mit den Möglichkeiten steigen auch die Anforderungen.

Uli

Hmmm, also ich kenne alle drei Systeme ganz gut. Privat setze ich zu 99% auf Linux. Setze parallel für diebverse Sondergeschichten noch ein Win7 ein.
Im Job administriere ich alle drei Syteme. Windows und Linux werden dabei als Server eingesetzt. Als Clients Windows (in erster Linie WIn7 aber auch ein paar 10er) und Macs.

Ich finde, dass alle drei Systeme Vor- und Nachteile haben. Für mich privat ist dabei Linux weit vorne. Schlicht und ergreifend weil es dem User die Wahl lässt. Ich möchte mich nicht an mein Werkzeug anpassen sondern das Werkzeug an mich. Dafür bin ich auch gerne bereit etwas mehr arbeit am Anfang reinzustecken.

Im Job wollte ich keine Linux-Clients einsetzen, das liegt aber nicht an Linux, sondern an der Gewohnheit der Nutzer und deren Haltung zu Open Source Produkten. Hier fehlt schlichtweg die Akzeptanz.

Dass Open Source nicht funktioniert kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Weder privat noch von jobmäßig. Es gibt diverse Open Source Software die proprietärer Software ebenbürtig oder teilweise sogar überlegen ist.
Wir setzen beispeilsweise als Groupware egroupware ein und vermissen nichts. LibreOffice hat zwar eine etwas andere Ausrichtung als MS Office (keine PIM-Funktionen) kann aber ansonsten locker mithalten. Gimp mag weniger können als Photoshop, dafür muss man sich aber auch nicht mit der unsinnigen Creative Cloud rumärgern, die ziemlich buggy ist und ein wahrer Ressourcenfresser. Bei darktable gegen Lightroom gewinnt m. E. mittlerweile darktable. Und Blender ist glaube ich im Bereich 3D auch die Wahl vieler Profis.

Und ob Software sich weiterentwickelt und immer die hippsten Features implementiert hat oder aber auch nicht ist mir persönlich relativ egal, so lange sie das kann was ich benötige.

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