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Google sperrt Huawei aus - Zum Zustand von Android

Der schwelende Streit zwischen den USA und Huawei gipfelte nun vorläufig im Ausschluss Huaweis vom Betriebssystem Android, das bisher die Smartphones des Herstellers antrieb. Die Episode illustriert wie wenig Android mit Freiheit und den Prinzipien von freier Entwicklung gemein hat.

Google beendet die Geschäftsbeziehungen zu Huawei auf Druck der US-Regierung, die Huawei verdächtigen mit seinen Produkten Spionage zu betreiben. Konkret bedeutet dies, dass Huawei künftig keinen Zugriff mehr auf die Google Apps inklusive es Play Stores hat. Sicherheitsupdates erhält man ebenfalls nicht mehr direkt von Google. Huawei könnte lediglich über das Android Open Source Projekt (AOSP) weiterhin auf die Quellen zugreifen. Der weitere Verlauf ist unklar, erinnert an wenig an das Embargo gegen ZTE, allerdings unterscheiden sich die Vorwürfe.

Die App-Einschränkungen gelten nach aktuellen Erkenntnissen nicht für bereits verkaufte Geräte, was die zahlreichen Kunden beruhigen dürfte. Unklar ist aber ob Huawei noch zeitnah Sicherheitsupdates liefern kann. Huawei lag im ersten Quartal 2019 schließlich vor Apple auf Platz 2 der Anbieter mit den größten Absatzzahlen.

Das "Rumpf-Android", wie Heise es nennt, dürfte weder für Huawei, noch für die Kunden sonderlich attraktiv sein. Zu dem Schluss bin ich ganz persönlich ja erst gestern gekommen (siehe: Android ohne Google Play - Featurephone mit Touchscreen). Natürlich könnte Huawei versuchen eine eigene App-Infrastruktur einzuführen, aber das dürfte außerhalb Chinas scheitern. Schon Amazon musste das einsehen.

Die aktuellen Ereignisse zeigen mal wieder, dass Android nichts, wirklich gar nichts, mit den Idealen freier Software zu tun hat. Es ist ein System, das federführend von Google entwickelt wird und das in unregelmäßigen Abständen der Öffentlichkeit in Form von AOSP vor die Füße geworfen wird. Alle Bestandteile, die das System für Endverbraucher attraktiv machen, hat Google in proprietäre Bestandteile ausgelagert. Das betrifft scheinbar sogar die monatlichen Sicherheits-Bulletins. Ohne Kooperation mit Google kann kein Anbieter Android wirklich sinnvoll einsetzen.

Freie Software und transparente Entwicklung sehen anders aus. Google hat sich - wie so oft - geschickt das positive Image von Open Source Software zu Eigen gemacht, ohne Einblick in die Entwicklung zu geben oder der Community Mitsprache einzuräumen. Das erinnert ein wenig an Oracle nach der Sun-Übernahme. Nur genießt Oracle in der Community interessanterweise nicht den guten Ruf von Google.

Android ist nicht die Rettung von Linux in der mobilen Welt, sondern beschädigt den Ruf des Pinguin.


Bilder:
Einleitungs- und Beitragsbild von annemazo via pixabay

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Tags: Android, Smartphone, Lizenz, Google, Huawei

Ergänzungen zum Artikel

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Anonymous
Quelltext für Sicherheits-Bulletins (zu AOSP) bekommt Huawai immer noch – aber halt nicht mit einem Monat Vorlaufzeit. Siehe z.B.
https://source.android.com/security/bulletin/2019-05-01.html

Zitat :
Android partners are notified of all issues at least a month before publication. Source code patches for these issues have been released to the Android Open Source Project (AOSP) repository and linked from this bulletin. This bulletin also includes links to patches outside of AOSP.


Könnt generell interessant werden, ob Huawai letztendlich was komplett neu entwickelt oder in was Bestehendes Geld steckt. Man denke nur an SailfishOS, Ubuntu Touch etc. :D

User
Wegen Spionage...dann müsste man Samsung auch ausschließen.
Laut Replicant gibt es da min. eine Backdoor in proprietärer Firmware, von der Replicant OS befreit wurde. Aber damit geht das Modem, WLAN, GPS nicht wirklich...ein Smartphone ohne smarte Funktionen ist nutzlos.
Die Amis haben nur Angst vor Konkurrenz, schnüffeln tut eigentlich jede große Firma.

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