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openSUSE Leap 15.1 - Ein Ausblick

Am 22.05.2019 möchte das openSUSE Projekt die nächste Minor-Version seiner stabilen Variante Leap veröffentlichen. Durch Leap hat openSUSE wieder einen festen Platz in meinem persönlichen Distributions-Repertoire gewonnen, weshalb es dringend Zeit wird einen Blick auf die Änderungen der kommenden Version zu werfen.

Leap und Tumbleweed sind die komplementären Veröffentlichungen von openSUSE. Während Tumbleweed als Rolling-Release Distribution konzipiert ist und die fortlaufenden Entwicklungen in der Linux-Communty widerspiegelt, ist Leap auf Stabilität ausgerichtet. Jede Hauptversion von Leap wird ca. 3 Jahre mit Updates versorgt. Die aktuell veröffentlichte Minorversion mindestens 18 Monate lang. Das System von Haupt- und Minorversionen kennt man von anderen Enterprise-Distributionen wie RHEL/CentOS.

Große Veränderungen erfolgen immer nur mit den Hauptversionen, während die Minorversionen lediglich der Produktpflege dienen und selektive Updates einspielen. Es sind daher keine systemumstürzenden Änderungen für diese Version zu erwarten.

Versionen

Basisversionen

OpenSUSE Leap übernimmt, wie auch die Vorgängerversion, einen großen Kernbestand an Paketen von SUSE Linux Enterprise 15. Hier integriert man nun die SP1 der Enterprise-Variante. Die neue Version basiert daher auf dem bereits recht abgehangenen Kernel 4.12. Hier nutzt man die gleiche Version wie in Leap 15.0. Hinzu kommt allerdings das neue Mesa 18.3.

Desktop

Im Desktopbereich bleibt man ebenfalls bei KDE Plasma 5.12, was aber der aktuelle LTS-Desktop des KDE Projekts ist. Bei GNOME bleibt man mit Version 3.26 ebenfalls bei der vorherigen Version. Einzug hält hingegen MATE 1.20. Nichts neues gibt es bei Xfce und LXDE, beide Projekte sind jedoch auch Upstream fast tot. OpenSUSE Leap folgt also dem bewährten Prinzip aktuelle Desktopversionen mit einer LTS-Basis zu verknüpfen.

Programme

Das Paket wird komplettiert durch KDE Applications in der aktuellen Version 18.12, LibreOffice 6 und viele weitere Programme. Die Paketquellen sind nicht so umfangreich wie bei Debian und Ubuntu, aber es gammeln durch den Releaseprozes von openSUSE auch deutlich weniger ungepflegte Programmleichen in diesem herum.

Neuerungen

Die Versionen deuten bereits an, dass es mit openSUSE Leap 15.1 keine Überraschungen gibt. Von zaghaften Versionsaktualisierungen abgesehen gibt es lediglich kosmetische Neuerungen.

Die Installationsroutine zeigt nun auf der linken Seite, wo man sich im Prozess befindet. Das ist ziemlich praktisch.

YaST hat zudem ein neues Icon-Set spendiert bekommen, dass sich an Breeze anlehnt.

Programmauswahl

Frühere Versionen von openSUSE zeichneten sich durch eine teils widersprüchliche Standard-Programmauswahl aus. Teilweise auch unabsichtlich durch zirkuläre Abhängigkeiten der Pakete. Hier hat man deutlich aufgeräumt! OpenSUSE liefert zwar noch immer einen umfangreichen Desktop aus, aber z. B. digiKam und GIMP sind nicht mehr im Standardumfang. Im Unterschied zu Debian oder Ubuntu kann man hier aber in der Installationsroutine bereits eine individuelle Auswahl treffen.

Fazit

OpenSUSE Leap läuft sehr stabil, tendiert aber zunehmend dazu Neuerungen im Linux-Umfeld erst nach einiger Zeit zu integrieren. Letzte Unstimmigkeiten werden in der Betaphase sicher noch beseitigt. Leap bietet weiterhin einen konventionellen Linux-Desktop ohne ideologischen Überhang wie bei den puristischen KDE oder GNOME-Implementierungen, die z. B. KaOS oder Fedora ausliefern.

Trotz der abgehangenen Basis liefert man einen funktionalen Desktop ohne Überraschungen für den Anwender. Viele werden genau dies an openSUSE Leap schätzen.

OpenSUSE Leap hat bei mir sowohl als Server, wie auch für Desktopsysteme und virtuellem Maschinen einen festen Platz - Leap 15.1 wird daran nichts ändern, aber die Neuerungen sind so gering, dass es auch nicht sofort im Mai oder Juni auf alle Geräte muss. 


Bilder:
Einleitungs- und Beitragsbild von stevepb via pixabay

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Tags: Linux, Distribution, openSUSE, Test, Leap

Ergänzungen zum Artikel

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