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Synology NAS Exkurs: Die Basis des Diskstation Managers

Synology verwendet für seine NAS ein eigenes Betriebssystem, den Diskstation Manager (DSM). Dabei handelt es sich um eine Linux-Variante mit einer Weboberfläche, in die zahlreiche Dienste als Apps eingebunden werden. Doch was verwendet da Synology genau?

Außer der grobe Verweis auf eine Linux-Basis findet sich nicht viel dazu in den Dokumentationen und im Internet. Das ist nicht sonderlich präzise, da eine Linux-Basis erst einmal nur bedeutet, dass der Linux-Kernel in irgendeiner Version Verwendung findet. Auf der Weboberfläche lässt sich allerdings ein SSH Zugriff öffnen über den man zumindest einen kleinen Blick auf die Basis erhalten kann.

Der Kernel der gegenwärtig aktuellen Version DSM 6.2.2 trägt die Version 4.4.59+. Taufrisch ist also definitiv was anderes. Eine Auflistung der Dateistruktur ergibt eine übliche Dateisystemstruktur, wie sie auch bei den meisten Linux-Distributionen vorkommt.

lrwxrwxrwx   1 root root    7 Oct 21 22:59 bin -> usr/bin
drwxr-xr-x   7 root root    0 Nov  2 08:01 config
drwxr-xr-x  10 root root 7380 Nov  2 08:01 dev
drwxr-xr-x  46 root root 4096 Nov  2 08:01 etc
drwxr-xr-x  43 root root 4096 Oct 21 23:05 etc.defaults
drwxr-xr-x   2 root root 4096 May  9 23:50 initrd
lrwxrwxrwx   1 root root    7 Oct 21 22:59 lib -> usr/lib
lrwxrwxrwx   1 root root    9 Oct 21 22:59 lib32 -> usr/lib32
lrwxrwxrwx   1 root root    7 Oct 21 22:59 lib64 -> usr/lib
drwx------   2 root root 4096 May  9 23:50 lost+found
drwxr-xr-x   2 root root 4096 May  9 23:50 mnt
dr-xr-xr-x 283 root root    0 Jan  1  1970 proc
drwx------   3 root root 4096 Oct 21 23:00 root
drwxr-xr-x  27 root root 1700 Nov  2 10:30 run
lrwxrwxrwx   1 root root    8 Oct 21 22:59 sbin -> usr/sbin
dr-xr-xr-x  12 root root    0 Nov  2 08:01 sys
drwxrwxrwt  16 root root 1500 Nov  2 10:51 tmp
drwxr-xr-x   2 root root 4096 Oct 21 23:02 tmpRoot
drwxr-xr-x  10 root root 4096 May  9 23:06 usr
drwxr-xr-x  17 root root 4096 Nov  2 08:01 var
drwxr-xr-x  14 root root 4096 Oct 21 22:59 var.defaults
drwxr-xr-x   1 root root  372 Nov  2 08:01 volume1
drwxr-xr-x   3 root root 4096 Oct 31 18:34 volumeUSB1

Die Migration nach /usr wurde hier bereits vollzogen. Debian hat das jüngst erst in Version 10 hinbekommen. Das spricht daher gegen ein schlecht gewartetes Uralt-Linux.

Als zentrale Datenbank verwendet DSM eine PostgreSQL, die laut postgres -V in Version 9.3.22 vorliegt. Taufrisch ist was anderes und seit Ende letzten Jahres auch ohne Support. Hoffentlich pflegt Synology diese Version selbst.

Als Webserver verwendet Synology NGINX und folgt damit den aktuellen Modetrends. Die vorliegende Version ist 1.15.7. Auch nicht ganz aktuell aber immerhin mit Releasedatum von 2019. Sofern Synology die Sicherheitsaktualisierungen danach wenigstens zurück portiert hat.

Ein Blick in /usr/bin und /sbin verrät, dass Synology auch nur mit Wasser kocht. Hier sind die üblichen GNU/Linux Tools zu finden. Interessant sind folgende Aspekte:

  • dpkg ist installiert. Inwieweit das bei Paketinstallationen und Updates zum Einsatz kommt müsste man prüfen.
  • ecryptfs ist installiert. Vermutlich für die integrierte Verschlüsselung der Freigaben.

Die eigene Software legt Synology unter /usr/syno ab.

Das Betriebssystem DSM ist in weiten Teilen also eine herkömmliche Linux-Distribution, angereichert mit zahlreichen Eigenentwicklungen im Pfad /usr/syno. Die Versionen sind dabei streckenweise sehr alt. Es bleibt abzuwarten, ob sich hier mit der kommenden Version DSM 7 was tut.

Wenn jemand mehr Informationen zum DSM hat würde ich mich über Kommentare sehr freuen.


Bilder:
Einleitungs- und Beitragsbild von GregoryButler via pixabay

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Tags: Linux, NAS, Betriebssysteme, Synology

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