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openSUSE kommt nicht zur Ruhe

OpenSUSE ist eine Distribution, die permanent restrukturiert und umgebaut wird. Erst vor wenigen Jahren hat man das komplette Distributionsmodell überarbeitet und mit Leap und Tumbleweed zwei komplementäre Zweige aus der Taufe gehoben. Nun geht es mal wieder an die Organisation und vielleicht sogar an den Namen.

Der Aufbau zweier komplementärer Entwicklungszweige war rückblickend ein voller Erfolg. Leap hat sich einen Platz unter den stabilen Distributionen erobert, während Tumbleweed die Bedürfnisse jener Anwender zufrieden stellt, die immer aktuelle Software benötigen.

Allerdings ist openSUSE immer noch vollkommen abhängig von der Mutterfirma SUSE, die einen regelrechten Verkaufsmarathon hinter sich hat. Im Jahr 2003 übernahm Novell SUSE, welche allerdings 2013 selbst durch Attachmate übernommen wurde. Attachmate ging 2014 in Mikro Focus auf, das 2018 die SUSE Tochter an eine Private Equity Group verkauft. Die Abhängigkeit betrifft sowohl die Entwicklung von Leap, das auf einer SLE-Basis aufbaut, als auch die komplette Infrastruktur. OpenSUSE kann nicht mal Spenden oder andere Zuwendungen annehmen. Das openSUSE-Projekt befürchtet auf Basis der bisherigen Erfahrungen einen weiteren Verkauf von SUSE und möchte sich nun unabhängiger machen.

Während diese Überlegungen nachvollziehbar sind und verglichen mit anderen Distributionen eher eine aufholende Entwicklung darstellen würden, ist die parallel begonnene Diskussion über einen neuen Projektnamen vollkommen absurd. Namen bedeuten Identifikation und Wiederkennung (siehe auch: Kommentar: Die Bedeutung von Markennamen nicht unterschätzen). Viele altgediente Anwender schreiben sogar immer noch SuSE oder S.u.S.E und das ist schon seit 10 Jahren nicht mehr aktuell. Ein ganz neuer Name könnte die Distribution in die Beliebigkeit abgleiten lassen.

Es ist wirklich bedauerlich, dass ein Projekt mit so tollen Produkten wie Leap und Tumbleweed durch die permanenten Re-Organisation und Umstrukturierungen so wenig zur Ruhe kommt und dadurch Anwender immer wieder verunsichert.

Eine andere Distribution, die durch permanente Umstrukturierungen von sich reden machte war Mandrake/Mandriva/Mageia und wo die heute stehen kann jeder selbst sehen. Hoffentlich nimmt openSUSE nicht den gleichen Weg.


Bilder:
Einleitungs- und Beitragsbild von dariolafelicia via pixabay

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Tags: Linux, SUSE, openSUSE

Ergänzungen zum Artikel

Weitere Informationen können den Nutzungsbedingungen entnommen werden.

Die Diskussion kann man auf der opensuse-project-Liste nachlesen.

Persönlich sehe ich dies nach meinen Erfahrungen mit Mandrake-Mandriva-OpenMandriva/Mageia auch kritisch, da nicht nur (wie Du schreibst) die Anwender verunsichert werden sondern auch Reibungseffekte in der Community entstehen, die bislang "an einem Strang gezogen haben". Siehe auch folgenden FOSDEM-Beitrag.

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