Microsoft Windows 11 – Künftig jährliche Funktions-Updates

Eine Nummer hochgezählt, ein paar neue Icons und fertig ist das neue Windows? Es scheint fast so, aber ein paar Änderungen gibt es dann doch. Unter anderem nimmt Microsoft ein wenig Dynamik aus dem Releaseprozess und wechselt auf jährliche Updates.

Windows 10 hatte in den letzten Jahren pro Kalenderjahr zwei Funktionsupdates vorgesehen. Meist eines im Frühjahr und eines im Herbst. Wegen Verzögerungen beim Rollout und einer fortlaufenden Unterstützung der Vorgängerversion kam das bei den meisten Nutzern dann ziemlich verzögert an.

Administratoren und normale Anwender finden Updates nervig. Das ist verständlich, denn Desktopbetriebssysteme sind weitestgehend fertig entwickelt. Größere Updates, eventuelle Probleme, Kompatiblitätsprüfungen machen viel Arbeit mit wenig Gegenwert.

Microsoft hat dieses Echo scheinbar wahrgenommen und stellt für Windows 11 auf jährliche Updates um. Damit wechselt man auf einen ähnlichen Zyklus, wie in Apple bei seinen Betriebssystemen seit vielen Jahren erfolgreich vorgemacht hat.

Gleichzeitig erhöht man den Supportzeitraum. Anwender der Home und Pro Lizenzen können künftig 25 Monate mit Sicherheitsupdates rechnen und damit rein rechnerisch ein Upgrade überspringen. Firmen und Universitäten mit Enterprise bzw. Education Varianten können sogar 36 Monate Support in Anspruch nehmen.

Auch wenn das natürlich weit von den knapp 10 Jahren aus früheren Zeit entfernt ist, nähert sich Microsoft hier wieder deutlich dem an, was man bei Linux als LTS bezeichnen würde.

Nachdem das Pendel einige Jahre lang in Richtung immer schnellerer Veröffentlichungen ausschlug, geht es nun wieder ein wenig in die Gegenrichtung. So mancher Produktmanager hat wohl begriffen, dass schnellere Entwicklungsprozesse vor allem Entwickler freuen und weniger die Kunden. Für Administratoren und Anwender wird das Prozedere wieder etwas planbarer.

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