Am 29. Juni beginnt Synology mit der offiziellen Verteilung des DiskStation Manager 7. Bis das Update alle Anwender unterstützter NAS-Hardware erreicht, dürfte noch einige Zeit verstreichen. Neugierige und etwas risikobereite Anwender können das Update-Paket bereits direkt über die Synology Webseite beziehen.

Das Update ist die erste größere Aktualisierung seit DSM 6.2 im Jahr 2018. Das ist nicht unwichtig, da Synology von seinen Kunden für das Paket aus Hardware und Software gekauft wird (ähnlich wie bei Apple). Die reine NAS-Hardware bekommt man in Einzelteilen deutlich preiswerter.

Beginnen wir mit dem Positiven. Das Update hat reibungslos funktioniert und alle Daten und Dienste laufen wie gewünscht. Die Liste der unterstützten Hardware ist zudem lang und beinhaltet auch noch Geräte von 2014 und vereinzelt 2013. Das klingt jetzt so schnöde, aber ist natürlich eigentlich schon eine Meldung für sich wert.

Leider gilt das aber nicht für alle Nutzungsszenarien. Wenn man intensiv mit den alten Apps Photos und Moments gearbeitet hat dürfte man eher enttäuscht sein. Synology hat beide Anwendungen in der neuen App Synology Photos zusammen geführt und die Supportforen und Kommentarspalten sind voll von enttäuschten Nutzern. Ebenso betroffen sind jene Anwender, die bis zum Schluss noch die Legacy-Anwendung Synology Cloud Station nutzten.

Es scheint bei Synology momentan in der Softwareentwicklung zu klemmen. Hinter der optisch hübsch überarbeiteten GUI (die man bei einem NAS ja nun auch nicht tagtäglich nutzt) verbirgt sich nämlich weiterhin gut abgehangene Basis-Software. Das war ja bereits bei der Vorgängerversion zu beobachten.

Der Kernel trägt die Versionsnummer 4.4.180+. PostgresSQL liegt immerhin in Version 11.11 bei und nginx mit Version 1.17.10. Das sind Fortschritte, aber aktuell ist wahrlich was anderes. Das betrifft leider nicht nur die Basis, sondern auch die Synology Apps – sowohl für DSM als auch für Desktop- und Mobilsysteme – haben keine nennenswerten Updates erfahren. Einige wie z. B. Notes wirken inzwischen arg abgekündigt.

Wirkliche Neuerungen gibt es nur um Bereich der engeren Verzahnung mit Synology-Diensten, wie z. B. dem neuen Synology C2.

Für so ein großes und langerwartetes Update nach drei Jahren Entwicklungszeit und so viel Verspätung ist das ein wenig schwach auf der Brust. Ich kann gegenwärtig meine Ansprüche noch alle gut mit meinem Synology NAS realisieren, aber man sollte die weitere Entwicklung (oder ihr Ausbleiben) aufmerksam verfolgen.

Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

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